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Wie viel Photovoltaik auf dem Acker braucht Bayern? | BR24

© picture alliance / Bildagentur-online/Sunny Celeste

Solarpark im oberfränkischen Fesselsdorf

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Wie viel Photovoltaik auf dem Acker braucht Bayern?

Solarparks auf freier Fläche kann nur noch bauen, wer sich bei der Bundesnetzagentur durchsetzt. Wer den Strom am billigsten produziert, bekommt den Zuschlag. Nach anfänglichen Problemen sind bayerische Projekte inzwischen sehr erfolgreich.

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Bei der letzten Ausschreibung der Bundesnetzagentur für Freiflächen-Photovoltaik hat Bayern regelrecht abgeräumt und die meisten Zuschläge bekommen: für 41 neue Solarparks. Die nächstplatzierten, Sachsen-Anhalt und Brandenburg, lagen weit abgeschlagen dahinter.

Auf einem 110-Meter-Streifen entlang von Autobahnen und Bahnlinien sind Solarparks generell erlaubt. Bayern hat vor zwei Jahren per Öffnungsklausel auch landwirtschaftliche Flächen abseits von Verkehrsadern für Photovoltaik geöffnet, vier weitere Bundesländer haben nachgezogen. Das hatte den Durchbruch für bayerische Projekte in den Ausschreibungen gebracht, vorher galten die Flächen im Freistaat als zu knapp und damit zu teuer.

Beste Böden sind für Solarparks tabu

Die Verordnung der Staatsregierung zieht aber Grenzen: Solarparks sind nicht auf besten Böden erlaubt, sondern nur in so genannten landwirtschaftlich "benachteiligten Gebieten", die allerdings den Großteil der Fläche des Freistaats ausmachen, vor allem nördlich der Donau.

Und der Ausbau ist in der Menge gedeckelt: maximal 30 Solarparks im Jahr auf bayerischen Feldern und Wiesen. Dieser Deckel ist für 2019 schon jetzt erreicht. 26 Gebote für Solarparks in Bayern musste die Bundesnetzagentur deshalb abweisen. Dabei stehen noch vier weitere Photovoltaik-Ausschreibungen aus. Jetzt wird diskutiert, ob die Begrenzung für Photovoltaik auf dem Acker gelockert werden soll.

Photovoltaik als Hoffnungsträger nach Windkraft-Aus in Bayern

Die Photovoltaik ist umso wichtiger für die Energiewende in Bayern, weil der Ausbau der Windkraft durch die restriktive 10H-Abstandsregelung zu Wohnbebauung im Freistaat praktisch zum Stillstand gekommen ist.

Für Freiflächen-Photovoltaik spricht, dass es inzwischen die billigste Art ist, erneuerbaren Strom herzustellen. Der Preis liegt in der Größenordnung von fünf Cent pro Kilowattstunde. Wind ist nicht weit davon entfernt, in einer gemischten Ausschreibung der Bundesnetzagentur vergangenes Jahr haben jedoch nur Solarprojekte gewonnen und die Windkraft damit ausgestochen.

Landwirte fürchten steigende Pachten

Gegen Photovoltaik auf Wiesen und Äckern spricht der Flächenverbrauch. Bauern befürchten teilweise, dass die Pachten für landwirtschaftliche Flächen weiter ansteigen. Andererseits ist es für sie eine Einkommensalternative. Allerdings wird für Freiflächen-Photovoltaik deutlich weniger Pacht bezahlt als für Windkraftstandorte.

Artenschutz profitiert von Freiflächen-Photovoltaik

Für die Natur ist Freiflächen-Photovoltaik eher unproblematisch. Im Vergleich zu intensiv genutztem Agrarland ist die Artenvielfalt unter Photovoltaik-Modulen größer. Dort wird weniger gespritzt und die Wiesen seltener gemäht. Es bleibt die Optik der Anlagen, die störend sein kann. Gemeinden versuchen teilweise Abhilfe zu schaffen, indem sie Hecken rund um die Anlagen vorschreiben.

Im Prinzip sind sich alle Akteure einig, dass der Großteil des Photovoltaik-Ausbaus in Bayern weiter auf Dachflächen stattfinden soll, hier ist noch viel Platz. Die Freiflächen-Photovoltaik wird als Zusatz angesehen, der die Dynamik des Ausbaus erhöhen soll – und Strom zum niedrigen Preis liefern.

© BR

Es ist die günstigste Art, erneuerbaren Strom zu produzieren: große Solarparks. Nach einem Tief sind nun viele Projekte geplant – aber Flächen werden knapp. Jetzt könnten Bestimmungen für Solarparks auf landwirtschaftlichen Flächen gelockert werden.