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Wiesnwirte: Oktoberfest-Absage ist ein harter Schlag | BR24

© Tanja Gronde
Bildrechte: picture alliance/Peter Kneffel/dpa

Für Wiesnwirte, Schausteller und Marktkaufleute ist die Absage des Oktoberfests ein harter Schlag - für manche der Ruin. Die Absage treffe aber nicht nur finanziell, sondern auch emotional. Das Oktoberfest sei eine Herzensangelegenheit.

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Wiesnwirte: Oktoberfest-Absage ist ein harter Schlag

Für Wiesnwirte, Schausteller und Marktkaufleute ist die Absage des Oktoberfests 2020 ein harter Schlag - für manche der Ruin. Die Absage treffe aber nicht nur finanziell, sondern auch emotional. Das Oktoberfest sei eine Herzensangelegenheit.

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  • Tanja Gronde
  • BR24 Redaktion

Die Wiesnwirte trifft die Absage des Oktoberfestes hart, auch wenn es für sie nicht existenzbedrohend sein muss. Alle Wirte, die im Wiesnzelt ausschenken, haben Gaststätten. Doch diese sind momentan auch geschlossen. Für Wirtesprecher Christian Schottenhamel ist die Wiesn-Absage daher "fast wie ein Schock".

Absagen an Zeltbauer, Blaskapelle und Wiesn-Bedienungen

Schottenhamel denkt vor allem daran, was nun alles getan werden muss: Reservierungen absagen, Gespräche führen mit den Mitarbeitern, die das ganze Jahr das Oktoberfest betreuen. Auch die Verträge mit Aufbauern und Blaskapellen müssten geregelt werden und mit den vielen Menschen, die auf selbständiger Basis in den Zelten arbeiteten "von der Bedienung bis zum Fischsemmelverkäufer", so Schottenhamel.

Wiesnbier wird trotz Absage gebraut

Betroffen von der Absage sind auch die Zeltfirmen und nicht zuletzt die Brauereien. Letztere verzeichnen derzeit wegen der geschlossenen Gastronomie ohnehin zurückgehende Absätze. Das Wiesnbier werde aber wie gewohnt gebraut, so ein Sprecher von Hofbräu.

Wiesnwirte: Oktoberfest mit Mundschutz ist undenkbar

Die Gesundheit gehe vor, sagt Wiesnwirtesprecher Schottenhamel. Eine Wiesn light mit Mundschutz und Abstand, das wäre auch kein Volksfest, meint er.

Schausteller sehen sich vor dem Ruin

Die Schausteller empfinden die Oktoberfest-Absage als Katastrophe. Viele investieren teilweise Millionen für Neuigkeiten. So hatte Eugen Kaiser letztes Jahr auf der Wiesn mit dem "Bayerntower" Premiere, danach Einladungen für 2020 zu allen großen Volksfesten - und jetzt Stillstand, so Kaiser. Er sitze auf einem großen Schuldenberg und habe dazu laufende Kosten für die Unterbringung des Fahrgeschäfts.

Peter Bausch vom "Top Spin" sagt, kein Unternehmen schaffe ein Jahr ohne Umsatz und mit laufenden Kosten. Da helfe es auch nicht "wenn er einen Kredit für den Kredit" bekomme. Viele Schausteller sehen sich vor dem Ruin.

Wiesn-Absage trifft die ganze Stadt

Die Absage des Oktoberfestes trifft die ganze Stadt. Das Oktoberfest generiert rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz in 16 Tagen. Hotels, Gastronomie, Taxifahrer, Reiseführer, Busunternehmen, viele Branchen verdienen am Oktoberfest. Ob der Staat auch hier Hilfe anbietet ist derzeit unklar. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter macht wenig Hoffnungen auf Ausfallentschädigungen.

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