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Wiesn-Attentat: Streit um Auskünfte aus Verfassungsschutzakten | BR24

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Gedenktafel für die Opfer des Wiesn-Attentats

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    Wiesn-Attentat: Streit um Auskünfte aus Verfassungsschutzakten

    13 Tote, über 200 Verletzte: Das Oktoberfest-Attentat vor fast 40 Jahren war der schwerste rechtsextreme Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Hintergründe sind ungeklärt. Ein Journalist kämpft um Auskunft aus Verfassungsschutzakten.

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    Der Rechtsstreit um Auskunft über Inhalte von Verfassungsschutzakten zum Oktoberfest-Attentat von 1980 geht in eine weitere Runde. Das Verwaltungsgericht Köln hatte das Gesuch eines Journalisten an das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) abgelehnt.

    "Letztendlich ist das ganze Attentat nicht aufgeklärt." Anwalt Christoph Partsch

    Journalist klagt vor der nächsten Instanz

    Der Anwalt des Journalisten, Christoph Partsch, kündigte am Mittwoch Rechtsmittel an. Er wolle Berufung beim Oberverwaltungsgericht in Münster einlegen. Die Recherchearbeit seines Mandanten werde mit dem Urteil erheblich erschwert. Er habe sich mit der Klage nicht nur auf Artikel 5 des Grundgesetzes, sondern auch auf Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention zur Meinungs- und Pressefreiheit gestützt.

    13 Menschen sterben, darunter auch der Attentäter

    Bei dem schwersten rechtsextremistischen Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik waren am 26. September 1980 in München 13 Menschen ums Leben gekommen, darunter der Attentäter Gundolf Köhler. Mehr als 200 Oktoberfest-Gäste wurden verletzt. Köhler war Mitglied der rechtsextremen "Wehrsportgruppe Hoffmann", die vor dem Anschlag verboten worden war.

    Journalist will staatliches Handeln überprüfen

    Der Journalist hatte laut Gericht umfangreiche Fragen formuliert und argumentiert, er brauche die Informationen, um seiner journalistischen Aufgabe zur Information der Öffentlichkeit und Kontrolle staatlichen Handelns gerecht zu werden.

    Gericht verbietet komplette Akteneinsicht

    Das Gericht wies dies zurück. Der presserechtliche Auskunftsanspruch bedeute kein umfassendes Akteneinsichtsrecht. Zwar habe der Kläger Fragen formuliert. Tatsächlich gehe es ihm aber darum, den kompletten Inhalt der Akten zu erfahren, was einer Einsichtnahme gleichkomme.

    Immer wieder war spekuliert worden, ob damals V-Männer eine Rolle gespielt haben könnten. So hatte der Journalist nach Mitgliedern der Wehrsportgruppe Hoffmann gefragt, die während des Bestehens der Gruppe als V-Leute für den Verfassungsschutz gearbeitet haben. Das Gericht verwies hier auf eine Antwort der Bundesregierung von 2017 auf eine ähnliche Frage. Demnach war bis zu dem Anschlag laut dem Aktenbestand des BfV kein Mitglied der Wehrsportgruppe Hoffmann als V-Person für das BfV tätig gewesen.

    Journalist glaubt Verfassungsschutz nicht

    Sein Mandant und er seien nicht davon überzeugt, dass kein Mitglied der Wehrsportgruppe Hoffmann verdeckt für das BfV gearbeitet habe, sagte Partsch. Zudem sei immer wieder bei Taten mit rechtsextremem Hintergrund zunächst von Einzeltätern die Rede gewesen - was sich später anders dargestellt habe, etwa auch im Mordfall Walter Lübcke.

    Ermittlungen 2014 wiederaufgenommen

    Die Behörden hatten nach der Tat 1980 von einem Einzeltäter und privaten Motiven gesprochen und das Verfahren rasch eingestellt. 2014 wurden die Ermittlungen neu aufgenommen. Dabei bezeichnete der Generalbundesanwalt die Tat explizit als rechtsextremes Attentat. Substanzielle Ergebnisse wurden bisher nicht bekannt.

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