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Wieder mehr Sozialwohnungen in Bayern | BR24

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Jahrelang sank die Zahl der Sozialwohnungen im Freistaat, nun entstehen wieder mehr: 2018 gab es ein Plus von fast 1.300 vom Staat geförderten Mietwohnungen. Gemeinsam mit Sachsen hat Bayern damit als einziges Bundesland einen Anstieg zu verzeichnen.

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Wieder mehr Sozialwohnungen in Bayern

Jahrelang sank die Zahl der Sozialwohnungen im Freistaat, nun entstehen wieder mehr: 2018 gab es ein Plus von fast 1.300 vom Staat geförderten Mietwohnungen. Gemeinsam mit Sachsen hat Bayern damit als einziges Bundesland einen Anstieg zu verzeichnen.

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Gegen den bundesweiten Trend ist die Zahl günstiger Sozialwohnungen in Bayern leicht gestiegen. Ende vergangenen Jahres gab es insgesamt 136.904 vom Staat geförderte Wohnungen im Freistaat, das waren 1.285 mehr als ein Jahr zuvor.

Bayerns Bauminister Hans Reichhart (CSU) sieht sich durch die Zahlen des Bundesbauministeriums bestätigt. Man habe den sozialen Wohnungsbau erfolgreich ausgebaut.

"Die Zahlen bestätigen, dass wir in Bayern den richtigen Weg eingeschlagen haben und im Vergleich zu vielen anderen Bundesländern gute Arbeit leisten. In diesem Jahr haben wir mit 886 Millionen Euro das Rekordvolumen für die Wohnraumförderung verstetigt. Für den Doppelhaushalt sind das 1,7 Milliarden Euro für Bayern." Hans Reichhart, bayerischer Bauminister

Mieterbund sieht noch keine Trendwende

Ein Anstieg beim sozialen Wohnungsbau in Bayern – das klingt auch für den Mieterbund Bayern erst einmal gut. Bei einem Plus von 1.285 geförderten Wohnungen schon von einer Trendwende zu sprechen, das sei noch zu früh, sagt Mieterbund-Geschäftsführerin Monika Schmid-Balzert:

"Wir begrüßen natürlich jede Sozialwohnung, die gebaut wird. Das ist klar. Aber es ist aus unserer Sicht nur der Tropfen auf dem heißen Stein. Man muss ja sagen, der Mangel an bezahlbarem Wohnraum resultiert auch daraus, dass jahrzehntelang nichts gemacht wurde und deswegen ist das zwar jetzt 'nett', aber die Trendwende ist noch nicht erkennbar." Monika Schmid-Balzert, Mieterbund-Geschäftsführerin

Denn über viele Jahre war der soziale Wohnungsbau in Bayern rückläufig. Laut Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann sind in 30 Jahren 300.000 Sozialwohnungen verloren gegangen. Zudem fallen viele Sozialwohnungen, die in den 80er- und 90er-Jahren gefördert worden sind, demnächst heraus aus der Sozialbindung. Das heißt, sie kommen auf den privaten Wohnungsmarkt.

Um den aktuellen Bedarf zu decken, müssten laut Mieterbund pro Jahr etwa 80.000 Wohnungen in Bayern gefördert und gebaut werden, die Hälfte davon Sozialwohnungen - also 40.000 in den Ballungsräumen und auf dem Land.

VdW fordert weitere finanzielle Anreize

Hans Maier, Direktor des Verbands der Bayerischen Wohnungs-Unternehmen (VdW), plädiert für weitere finanzielle Anreize, um auch private Bauherren zum sozialen Wohnungsbau zu bewegen:

"Vom Freistaat ist die Zahl von 70.000 Wohnungen genannt worden, wir liegen jetzt knapp bei 61.000 Wohnungen. Und da sind natürlich die Wohnbauziele, die von der Staatsregierung genannt worden sind - 500.000 Wohnungen bis 2025 - die sind natürlich schon ein Stück gefährdet." Hans Meier, VdW-Direktor

Von einem Mietpreis-Deckel hält Meier übrigens nichts. Das würde Investitionen in den Wohnungsmarkt bremsen und den Wohnungsmarkt noch weiter aufheizen:

"Ich glaube, dass wir die Probleme nur lösen werden, wenn wir ausreichend neue Wohnungen bauen. Wenn die Menge da ist, dann wird diese Preisentwicklung irgendwann gebrochen werden. Und die müssen wir brechen. Da bin ich voll auf der Seite der Mietervereinigungen. Wir brauchen mehr preisgedämpfte Wohnungen." Hans Meier, VdW-Direktor