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Die Brüder Matthias (links) und Marcus Pöllmann haben in Bayreuth die Küchenschürze neu erfunden.

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Wie zwei Brüder aus Bayreuth die Küchenschürze revolutionieren

Zwei Brüder aus Bayreuth sind mit "Antoine" angetreten, das Image der biederen Küchenschürze zu entstauben. Dafür haben sie einen Stoff kreiert, der zu mehr als der Hälfte aus recyceltem Plastik besteht. "Antoine" schmeichelt aber auch der Figur.

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Von
  • Anja Bischof

In der kleinen Näherei in der Bayreuther Innenstadt rattern die Nähmaschinen. Die Nachfrage nach "Antoine" ist groß. Matthias Pöllmann und sein Bruder Marcus sind die Gründer des Unternehmens "Le Tablier" – zu Deutsch: die Schürze. Mit "Antoine" haben sie ihre Neuinterpretation der Küchenschürze vorgestellt.

Familientradition seit 70 Jahren

Das Thema Küchenschürzen liegt den Brüdern Pöllmann sozusagen in den Genen. Schon der Großvater hat ab 1950 Küchenschürzen produziert, später waren es dann die Eltern. Noch heute ist "Schürzen Pöllmann" vielen in Bayreuth ein Begriff. Und jetzt also die Brüder. Was sie heute produzieren, hat mit den Produkten der vorherigen Generationen aber nichts mehr zu tun.

Küchenschürze für eine neue Generation

Die Pöllmanns haben die Küchenschürze 2.0 entwickelt, wie sie es nennen. Den Plan dazu habe Matthias Pöllmann schon lange gehabt, während des Lockdowns sei aber endlich Zeit gewesen, ihn umzusetzen.

"Sie sollte elegant sein, zu schön, um sie zu verstecken, nachhaltig und mit ganz viel Liebe zum Detail gemacht". Die Brüder Pöllmann über die Küchenschürze 2.0

Der Name "Antoine" ist eine Anspielung auf die Eleganz der Franzosen und ein dezenter Hinweis darauf, dass diese Schürze auch von Männern getragen werden kann.

Bio-Baumwolle und Garn aus recyceltem Plastik

Um ihrem Anspruch an Nachhaltigkeit gerecht zu werden, haben die Brüder zusammen mit einer Weberei aus Helmbrechts im Landkreis Hof einen neuen Stoff entwickelt. Er besteht zu 45 Prozent aus Bio-Baumwolle und zu 55 Prozent aus "Seaqual Yarn", einem Garn, das aus Plastikabfällen recycelt wird. Alles Made in Germany, nachhaltig und ökologisch, versprechen die Brüder.

"Wir wollten einen Stoff, der einen edlen Glanz hat, der knitterarm und nicht allzu schwer ist." Matthias Pöllmann, Erfinder von "Antoine"

Farbenfrohe Nähte für die gute Figur

Für den Chic haben die Brüder ihrer Schürze ein Figur formendes Design gegeben. Dafür ziehen sich zwei Nähte, auch Paspeln genannt, auf jeder Seite von der Schulter bis in die Taille. Ein kleiner Trick für die gute Figur sei das, sagt der gelernte Schneider Marcus Pöllmann. Das Garn der Paspeln setzt sich deutlich vom einfarbigen Stoff der Schürze ab.

Details lassen die Küchenschürze 2.0 praktisch werden

Auch praktische Details hat sich Matthias Pöllmann einfallen lassen. Da sind zum Beispiel zwei unsichtbare, große Taschen auf Hüfthöhe in denen das Handy geschützt werden kann. Ein kleiner Seidenknoten-Knopf macht es möglich, ein Abtrockentuch für die Hände anzubringen. Und weil der selbst entwickelte Stoff abperlend wirkt und abwaschbar ist, machen der Schürze auch Suppenspritzer nichts aus.

Erhältlich sind die Küchenschürzen von Le Tablier bislang ausschließlich im Online-Shop des Unternehmens.

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