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"Rettet die Bienen": Hobby-Imker starten durch | BR24

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Seit dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" wollen sich viele Menschen verstärkt um den Erhalt der Natur kümmern. In Nürnberg haben nun Hobby-Imker ihre Ausbildung begonnen.

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"Rettet die Bienen": Hobby-Imker starten durch

Das Volksbegehren Artenvielfalt soll am Mittwoch in den Landtag eingebracht werden. Eines hat das Volksbegehren jetzt schon bewirkt: Die Menschen beschäftigen sich mit dem Thema. Auch Imker-Kurse sind gut besucht.

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Der Imker-Kurs von Marc Schüller ist seit Langem ausgebucht. Für den gemeinnützigen Verein "Stadtbienen" schult er angehende Hobby-Imkerinnen und -Imker in der Erlebnis-Gärtnerei Noris Inklusion in Nürnberg – und das ein ganzes Jahr lang. Der Kurs besteht aus einem theoretischen und sieben Praxis-Modulen von März 2019 bis April 2020 und begleitet damit ein ganzes Bienenjahr. Nur so könnten laut Schüller die vielen Aspekte der Imkerei richtig vermittelt werden.

80.000 Haustiere auf einmal

Der Schulungsleiter freut sich über die Aufmerksamkeit, die Bienen seit dem Volksbegehren Artenvielfalt erhalten. Er sieht in der Hobby-Imkerei allgemein aber einen Trend und befürchtet, dass viele die Arbeit auf die leichte Schulter nehmen.

"Es ist nicht so einfach wie die Haltung von Goldfischen, Hamstern oder Meerschweinchen. Wenn Bienenvölker vernachlässigt werden, ist das eine Tragödie." Marc Schüller, Imker

Ein Volk besteht aus etwa 40.000 Tieren, Hobby-Imker haben in der Regel zwei Völker oder sogar mehr.

Volksbegehren "Rettet die Bienen"

"Bienen retten ist ein hoher Begriff, aber es geht vielen darum, selbst und direkt einen Beitrag zu leisten", meint Schüller. Mirjam Hilgerloh und den 17 weiteren Kursteilnehmern ist die Verantwortung bewusst. Wie sie sagen, interessieren sie sich nicht erst seit dem Volksbegehren für die Bienenhaltung – vielen ginge es mehr um die Tiere an sich und nicht um den Honig.

Der erste Kontakt mit den Bienen

Bei ihrer ersten praktischen Lehrstunde, gehen die Kursteilnehmer zum ersten Mal richtig auf Tuchfühlung mit den Bienen. Für Mirjam steht eine besondere Herausforderung an: Sie soll die Honigwaben aus der Bienenbox entnehmen und dann die Bienen mit einem Handbesen von den Waben kehren. Danach kann der Honig aus dem Wabengestell geschleudert werden.

Auch Bienen mögen es warm

Aber: Das Wetter spielt dabei nicht mit. Bei sechs Grad und Regen sind die Bienen unruhig. Sie sorgen für eine konstante Temperatur von 36 Grad Celsius in der Box. Bleibt diese zu lange geöffnet, könnten die Bienen auskühlen. Normalerweise sollten Imker erst ab etwa 14 Grad Celsius Außentemperatur die Box länger geöffnet lassen. Überraschenderweise bleiben die Bienen aber sehr ruhig.

"Ich habe alles gut überstanden und es hat richtig Spaß gemacht. Ich bin jetzt gespannt auf noch mehr Erfahrungen mit den Bienen", freut sich Mirjam. Sie hat ihren ersten Schritt zur Hobby-Imkerin getan.

Bienen stehen stellvertretend für alle Insekten

Auch Marc Schüller ist trotz des schlechten Wetters zufrieden mit dem Schulungstag. Er hofft, dass aus dem Trend etwas Nachhaltiges wird und die Bedeutung ökologischer Kreisläufe langfristig bei den Menschen angekommen ist. "Da sind die Bienen ein ganz wichtiger Teil dafür. Die Bienen stehen aber stellvertretend für Schmetterlinge, Hummeln, Käfer, für alle Insekten. Und für die müssen wir ganz viel tun." Seine Kursteilnehmer gehen da mit gutem Beispiel voran.

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Der Imker-Kurs von Marc Schüller ist seit Langem ausgebucht. Für den gemeinnützigen Verein "Stadtbienen" schult er angehende Hobby-Imkerinnen und -Imker in der Erlebnis-Gärtnerei Noris Inklusion in Nürnberg - und das ein ganzes Jahr lang.