Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Wie unterfränkische Gemeinden einen Bauboom erleben | BR24

© BR

Iphofen, Gerolzhofen, Rödelsee: Viele Gemeinden in Unterfranken erleben momentan einen Bauboom auf dem Land. Sie schaffen es kaum die hohe Nachfrage zu bedienen. Das stößt jedoch nicht nur auf Gegenliebe.

4
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Wie unterfränkische Gemeinden einen Bauboom erleben

Iphofen, Gerolzhofen, Rödelsee: Viele Gemeinden in Unterfranken erleben momentan einen Bauboom auf dem Land. Sie schaffen es kaum die hohe Nachfrage zu bedienen. Das stößt nicht nur auf Gegenliebe.

4
Per Mail sharen
Teilen

3.020 Einwohner leben aktuell in Iphofen am Fuße des Steigerwalds. Viele davon sind in den vergangenen Jahren zugezogen – allein 600 neue Bürger in den vergangenen 20 Jahren. Die Stadt im Landkreis Kitzingen wächst. Als auf dem neuen Baugebiet Geiersberg II noch Straßen angelegt wurden, begannen dort bereits die Arbeiten an den ersten Häusern.

Grundstücke schnell vergeben

170 Bauplätze hat Iphofen in den letzten fünf Jahren verkauft. Jetzt im Frühjahr kam das Baugebiet Geiersberg II hinzu. Doch fast alle Grundstücke sind schon vergeben.

"Wir haben insgesamt 44 Bauplätze hier erschlossen. Die meisten sind verkauft. Zwei, drei sind noch offen, weil manche noch ihre Finanzierung sicherstellen. Aber sie sind zugesagt." Josef Mend, Bürgermeister Iphofen

Interessenten bewerben sich zum Teil mehrere Jahre im Voraus um einen Bauplatz. Auch drei Kilometer weiter in Rödelsee wird gebaut. Ein weiteres, neues Baugebiet wird gerade erschlossen – auch hier stehen Interessenten Schlange.

Bürgerentscheid in Gerolzhofen

Die neuen Baugebiete stoßen allerdings nicht nur auf positive Resonanz. In Gerolzhofen im Landkreis Schweinfurt kam es im April sogar zum Bürgerentscheid. Eine Initiative wollte ein Baugebiet verhindern. Aus Sicht von Bürgermeister Thorsten Wozniak unverständlich: "Alle Gemeinden um uns herum weisen neue Bauplätze aus." Am Ende fehlten dem Bürgerbegehren drei Stimmen zum sogenannten Quorum. Das neue Baugebiet kann kommen.

Gemeinden wie Iphofen weisen zum Teil aber auch deshalb neue Grundstücke aus, da private Bauplätze zum Teil nie bebaut wurden. In Iphofen gibt es davon rund 50 Stück aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Ein Verkauf kommt für die Grundbesitzer nicht in Frage. Auf Bundesebene prüft die Bauland-Kommission derzeit, ob man für solche Grundstücke auch einen Bebauungszwang verhängen könnte. Bürgermeister Josef Mend würde das begrüßen: "Es kann sicherlich nicht sein, dass 50 Bauplätze unbebaut sind und parallel dazu sucht man wieder ein Baugebiet."