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© BR/Nadine Hauk

Im Zusammenhang mit Corona sind einige Falschmeldungen im Umlauf. Im Alltag kommt es dadurch zu Vorwürfen und Einschüchterungsversuchen. Wird man direkt damit konfrontiert, ist es schwierig, richtig zu reagieren. Tipps eines Würzburger Rechtsanwalts.

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Wie umgehen mit Corona-Leugnern? Das rät ein Rechtsanwalt

Im Zusammenhang mit Corona sind einige Falschmeldungen im Umlauf. Im Alltag kommt es dadurch zu Vorwürfen und Einschüchterungsversuchen. Wird man direkt damit konfrontiert, ist es schwierig, richtig zu reagieren. Tipps eines Würzburger Rechtsanwalts.

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Ein Ladenbesuch ohne Maske oder eine Hotelbuchung ohne Geschäftsreise: Wenn über die Corona-Regeln diskutiert wird, argumentieren viele Menschen oft mit juristischen Desinformationen. Der Würzburger Rechtsanwalt Chan-Jo Jun bezeichnet das als "Quatsch-Jura". Er will Menschen etwas an die Hand geben, wie man mit Corona-Leugnern umgehen kann.

Ladenbesuch ohne Maske

Für Menschen, die keine Maske tragen können oder wollen, gebe es mittlerweile Argumentationsleitfäden so Chan-Jo Jun, etwa von der Initiative "Querdenken". Aussagen dieser Leitfäden seien etwa: "Wenn du mich nicht einkaufen lässt, ohne Maske, begehst du eine Nötigung und einen Verstoß gegen das allgemeine Gleichstellungsgesetz, also Diskriminierung". Sollte es zu einer solchen Situation kommen, dann kann der Ladenbesitzer laut Jun sein Hausrecht ausüben und die Polizei rufen. "Ich begehe keine Nötigung, wenn ich jemanden bitte, mein Grundstück zu verlassen", sagt der Rechtsanwalt. "Ob das jetzt diskriminierend war oder nicht, kann man später immer noch klären."

Hotelbuchung ohne Geschäftsreise

Wenn Menschen ein Hotelzimmer buchen und offensichtlich nicht geschäftlich reisen, dann stellt das Hotelbesitzer vor die Frage, wie sie richtig reagieren sollen. "Als Hotelier habe ich die Wahl, ob ich jemanden unterbringe oder nicht", sagt der Würzburger Rechtsanwalt. Er empfiehlt, gar nicht erst eine Diskussion darüber zu führen. "Wenn ich diesen Gast nicht haben möchte, kann ich diesen Vertrag stornieren." Bei einer Stornierung könne es zwar zu Schadensersatzansprüchen kommen, trotzdem habe ein Hotelbesitzer die freie Wahl, ob er den Gast haben wolle oder nicht.

Vorwurf: Kindesmissbrauch

Weil die Schüler einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen, kommt es auch vor, dass Lehrern Kindesmissbrauch vorgeworfen wird. "Das ist besonders absurd", sagt Chan-Jo Jun. Ein Lehrer mache sich nicht strafbar, wenn er die Maßnahmen umsetzt, die ihm vorgegeben werden. Als Beamter könne er sich zurückziehen und auf dem Maßnahmenkatalog verweisen, den er umsetzen muss. Wenn sich ein Lehrer unsicher ist, empfiehlt Chan-Jo Jun, sich Hilfe beim Schulleiter oder bei einem Anwalt zu holen.

Gemeinsamen Konsens schaffen

Allgemein empfiehlt Chan-Jo Jun, anderen zunächst einmal zuzuhören und zu versuchen, sie zu verstehen. Damit schaffe man Verständnis für seine eigene Position. Manchmal gebe es sogar einen gemeinsamen Konsens. "Schön wäre es, wenn wir das alles ein bisschen deeskalieren könnten", sagt Jun. "Vielleicht bräuchten wir dann die juristische Auseinandersetzung gar nicht, die eine Diskussion normalerweise nicht befruchtet."

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