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Wie sinnvoll sind Smartphones vom Christkind? | BR24

© BR/Sylvia Bentele

Eine Junge beschäftigt sich mit seinem Smartphone.

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Wie sinnvoll sind Smartphones vom Christkind?

Mindestens jedes dritte Kind wünscht sich zu Weihnachten ein (neues) Handy. Viele Eltern fragen sich: Smartphone unter den Christbaum oder lieber nicht?

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99 Prozent der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland besitzen ein Smartphone. Die meisten Jüngeren sehnen sich danach. Was tun als Elternteil. wenn sich der Nachwuchs ein Smartphone zu Weihnachten wünscht? Handy unter den Christbaum oder lieber nicht?

Kind: "Ich wünsch' mir ein Handy!"

In der Grundschule Pang bei Rosenheim schreiben ein paar Viertklässler auf bunte Zettel, was sie sich zu Weihnachten wünschen. Lego, Kunststoffpferde – und die neunjährige Paula schreibt: "Ich wünsch' mir ein Handy!"

Damit ist sie nicht allein. Einer aktuellen Studie zufolge möchten 41 Prozent der Vier- bis 13-Jährigen ein Smartphone vom Christkind.

Dilemma für die Eltern

Die Eltern sind zwiegespalten. Sie fürchten sich einerseits davor, dass das Handy die Entwicklung ihrer Kinder stört oder auch schlecht für ihre Augen ist. Andererseits hören sie Argumente wie die des neunjährigen Simon:

"Ich würde halt gern mitreden können. Und ich bin auch fast der Einzige in der ganzen Klasse, der das nicht hat."

Es ist wohl das stärkste Argument, das Kinder bringen können: Wenn Ihr mir kein Handy schenkt, dann macht Ihr mich zum Außenseiter.

Mit dem Handy warten, so lang es geht

Benjamin Grünbichler, Suchttherapeut und Geschäftsführer der Rosenheimer Beratungsstelle Neon, kennt dieses Dilemma nur allzu gut. Trotzdem vertritt er den Standpunkt: Man sollte mit dem Handy warten, so lange es geht. Auch offline können Kinder glücklich sein.

"Vor fünf Jahren war der Trend, dass viele 13- und 14-Jährigen ein Smartphone haben. Heute ist der Trend, dass bald jeder Zehn- und Elf-Jährige ein Smartphone hat. Und der Trend wird noch weiter nach unten gehen." Aber nur, weil der Trend der Industrie in eine Richtung geht, ändert das nichts an den Entwicklungsschritten der Kinder, so Grünbichler. Es gebe viele, die davor warnen, dass unsere Kinder einem riesigen Feldversuch ausgesetzt seien.

Kinder schauen alle zehn Minuten auf Handydisplay

Insgesamt verbringen Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren rund drei Stunden pro Tag mit ihrem Gerät.

Stefanie Häusler schenkt ihrem zehnjährigen Sohn Julius noch aus einem anderen Grund kein Handy. Ihre Nichte ist dadurch schon mit zwölf Jahren Opfer von Cyber-Mobbing geworden. Für ihren Sohn Julius ist es okay, dass er kein Smartphone hat. Er hat auch keins auf dem Wunschzettel stehen.

Suchttherapeut Grünbichler gefällt das. Ihm ist aber klar, dass das eher die Ausnahme ist. Eltern, die mit dem Gedanken spielen, ihrem Kind den Handywunsch zu erfüllen, empfiehlt er zu schauen: Ist mein Kind bereits in der Lage, Maß zu halten und sich an Regeln zu halten? Falls nicht, kann es das beim Smartphone wohl erst recht nicht.

Handy als Leihgabe unter bestimmten Bedingungen

Falls ja, empfiehlt er, das Handy erstmal als Leihgabe zu geben – unter bestimmten Bedingungen, zum Beispiel: Das Kind kann bestimmte Informationen über sich oder andere nicht weitergeben. Es darf sich nicht an Mobbing beteiligen. Sonst wird das Gerät wieder weggenommen.

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Weitere Information zur Verweildauer

© BR/Nathalie Stüben

Kinder über ein altes Handy