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Wie sicher lagert der Atommüll in Grafenrheinfeld? | BR24

© BR/Markus Konvalin

Das Kernkraftwerk in Grafenrheinfeld ist inzwischen abgeschaltet. Jetzt geht es um die Lagerung der Brennelemente.

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    Wie sicher lagert der Atommüll in Grafenrheinfeld?

    43 Castoren mit abgebrannten Brennelementen stehen bereits im Zwischenlager am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld. Weitere sollen dazu kommen. Doch die Sicherheit des Lagers ist umstritten. In Grafenrheinfeld findet nun eine Info-Veranstaltung statt.

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    Die Bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) informiert am Donnerstagabend ab 18.30 Uhr in der Kulturhalle in Grafenrheinfeld im Landkreis Schweinfurt über den Stand der Einlagerung der Castoren am abgeschalteten Kernkraftwerk. Bei den Castoren handelt es sich um Spezialbehälter zur Lagerung radioaktiver Materialien. Wie ein Sprecher der BGZ auf Anfrage des BR sagt, stehen aktuell 43 dieser Castoren mit abgebrannten Brennelementen im Zwischenlager in Grafenrheinfeld. Kritiker fürchten jedoch, dass die Sicherheitsmaßnahmen am Kernkraftwerk nicht ausreichen könnten.

    Zwischenlager bietet Platz für 88 Castoren

    Seit Januar 2019 ist die BGZ für das Zwischenlager verantwortlich. Seitdem hat die Gesellschaft 13 zusätzliche Castoren im Lager untergebracht. Im nächsten Jahr werden es nochmal 11 sein. Es handelt sich dabei um die letzten Brennelemente, die derzeit noch im Nasslager des Kernkraftwerks abkühlen. Ursprünglich wurde das Zwischenlager für 88 Castoren konzipiert.

    Mauern sollen Angriffe abhalten

    Die BGZ will auch über den Stand zweier Mauern berichten, die sie entlang der Längsseite des Zwischenlagers errichtet. Diese sollen dazu dienen, mögliche Terrorangriffe abzuwehren. Das Dach des Lagers hat die BGZ nicht verstärkt. Wie der Sprecher der BGZ sagt, sind die Castoren so konzipiert, dass sie den Absturz eines Airbus A380 aushalten würden. Die Castorbehälter seien so geplant, dass sie bei Feuer eine Temperatur von 800 Grad Celsius über eine halbe Stunde aushalten.

    Kritik an Sicherheitsmaßnahmen

    Ob die Sicherheitsvorkehrungen ausreichen, ist jedoch umstritten. Die Physikerin und Kernkraftgegnerin Oda Becker etwa bezweifelte bereits im Januar 2018 die Sicherheit und forderte mit dem Bund Naturschutz eine Überprüfung des Sicherheitskonzepts. Becker sagte damals, dass bei einem gezielten Absturz einer Verkehrsmaschine Kerosin in Brand geraten würde. Kerosin brennt laut Becker bis zu 1.200 Grad Celcius heiß und würde die Gefahr bergen, "dass es zu Dichtungsversagen und zu erheblichen Freisetzungen kommen kann".

    Neue Halle für Atom-Abfälle

    Bei der Infoveranstaltung will die BGZ auch über den Baufortschritt einer 101 Meter langen Halle am Kernkraftwerk berichten. Beim Abriss des Kernkraftwerks fallen nämlich schwach- und mittelradioaktive Abfälle an. Diese sollen in der Halle gelagert werden. Der Bau soll nächstes Jahr fertig sein. Nach Fertigstellung wird die BGZ auch die Verantwortung für den Inhalt der Halle übernehmen. Bislang gibt es für den Atommüll kein Endlager. Die Genehmigung für das Atommüllzwischenlager am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld ist bis 2046 gültig.

    Preussen Elektra will Kernkraftwerk abbauen

    Für den gesamten Rückbau des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld geht Preussen Elektra von einem Zeitraum zwischen zehn und 15 Jahren aus. Dass Kernkraftwerk Grafenrheinfeld war Ende Juni 2015 nach 33 Betriebsjahren abgeschaltet worden. 2035 soll vom gesamten Kernkraftwerk nichts mehr zu sehen sein.