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Wie sich Feuerwehrleute in Würzburg für Waldbrände wappnen | BR24

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Wegen der Trockenheit brannten diesen Sommer oft kleinere Waldflächen. In unwegsamen Gelände können die Brände nicht immer mit Löschfahrzeugen bekämpft werden. Dann kommen Helikopter zum Einsatz. Eine Herausforderung - nicht nur für die Piloten.

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Wie sich Feuerwehrleute in Würzburg für Waldbrände wappnen

An der Feuerwehrschule Würzburg lassen sich zwölf Teilnehmer bei einem spektakulären Lehrgang zu sogenannten Flughelfern ausbilden. Gefragt sind sie zum Beispiel dann, wenn Waldbrände ausbrechen. Die Nachfrage bei der Feuerwehrschule ist groß.

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Christian Hoenen kniet im Gras des Militärgeländes. Keine zehn Meter vor ihm kreisen die Rotorblätter eines Helikopters der Bundeswehr. Auf Kommando rennen Hoenen und sein Nebenmann los. Die Feuerwehrleute schnappen sich ein Seil, befestigen es mit einem Haken an der Unterseite des Hubschraubers.

Hoenen und elf Kollegen aus Bayern absolvieren die Ausbildung zum Flughelfer "Technik" an der Würzburger Feuerwehrschule. Eine Woche lang sind sie dafür an den Main gekommen.

Angehende Flughelfer trainieren für Waldbrände

Am Ende der Seile befinden sich unterschiedliche Lasten: ein Tragenetz zum Beispiel, beladen mit Schläuchen und Pumpen. Das Augenmerk liegt bei der Übung aber vor allem auf den Löschbehältern.

Beim Lehrgang bereitet die Feuerwehrschule die angehenden Flughelfer unter anderem auf Einsätze bei Waldbränden vor. 164 solcher Feuer verzeichnete das Umweltbundesamt 2019 im Freistaat. In diesem Jahr war zum Beispiel der Bayerische Untermain immer wieder betroffen: nach Angaben der dortigen Kreisbrandinspektion mit bislang rund 75 Flächen- und Waldbränden.

40 Jahre Ausbildung in Bayern

"Allein schon durch die Tatsache, dass es viele Waldflächen gibt, hat Bayern versucht sich, darauf ordentlich vorzubereiten", sagt Andreas Büttner. Als Brandamtmann bei der Feuerwehrschule hat er den Lehrgang mitorganisiert. Schon seit 40 Jahren gibt es ausgebildete Flughelfer in Bayern. Sie sollen am Boden Hubschrauberpiloten unterstützen. Etwa dann, wenn diese zu Hochwasser oder Bränden ausrücken.

Bedingt durch die Trockenheit und zuletzt steigende Brandzahlen in Wäldern, ist das Interesse an den Schulungen groß, sagt Stephan Brust von der Feuerwehrschule. Inzwischen kämen auch immer wieder Anfragen aus anderen Bundesländern. Bayern sei bei der besonderen Feuerwehr-Ausbildung einer der Vorreiter in Deutschland. 17 Flughelfer-Gruppen gibt es verteilt auf den Freistaat.

Flug-Übungen auf dem Militärgelände

Vor Ort im eingezäunten Militärgelände bei Veitshöchheim spielen die Teilnehmer nun verschiedene Übungen durch. Vor allem be- und entkoppeln sie die Helikopter der Bundeswehr und Landespolizei mit unterschiedliche Lasten.

Zwei Tage lang hatten die Feuerwehrleute zuvor die notwendige Theorie in der Feuerwehrschule gebüffelt. Nun dürfen sie sich in der Praxis probieren. Kleine Handgriffe fallen plötzlich schwer, wirbeln erstmal die Rotorblätter kräftig Wind auf. Hinzu kommt, dass die Teilnehmer durch den Lärm nur über Handzeichen und Funkkommandos miteinander Kontakt halten können.

Kurs wegen Corona mit reduzierter Teilnehmerzahl

Christian Hoenen fasst nach den ersten Übungen dennoch ein positives Fazit. Einmal habe es bei einer Steckerverbindung am Ende eines Seils etwas gehakt. Ansonsten sei es einwandfrei gelaufen.

Wegen der Corona-Pandemie findet die Ausbildung dieses Mal aufgeteilt auf zwei Gruppen statt. Ende September folgen zwölf weitere Feuerwehrleute. "Ich kann’s nur jedem empfehlen, der bei der Feuerwehr ist oder zur Feuerwehr kommt", sagt Christian Hoenen. Nur eines sei der Lehrgang tatsächlich: anstrengend.

Kein Wunder: Denn trotz Sonnenschein und 27 Grad stecken alle Teilnehmer in Helm und Schutzanzug.

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