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Wie sich die Klimakrise auf das Allgäu auswirkt | BR24

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Der Klimawandel ist im Allgäu längst angekommen. Davon ist der Bund Naturschutz überzeugt - und hat nun eine Studie vorgestellt. Fazit: Die Anstieg der Temperaturen im Allgäu ist überdurchschnittlich hoch.

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Wie sich die Klimakrise auf das Allgäu auswirkt

Der Klimawandel ist im Allgäu längst angekommen. Davon ist der Bund Naturschutz überzeugt - und hat jetzt die Auswirkungen untersucht. Allgäuer Naturkundler und Experten des BUND haben die Ergebnisse in Kempten vorgestellt.

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Der weltweite Klimawandel ist auch im Allgäu deutlich spürbar und bringt dort die Ökosysteme durcheinander. Das geht aus einer Studie hervor, die der Bund Naturschutz heute in Kempten präsentiert hat.

Die Klimakrise mache sich schon jetzt bei Flora und Fauna bemerkbar, sagte Dr. Christine Margraf vom Bund Naturschutz: "Die Temperaturzunahme, längere Trockenzeiten und die Extreme kommen so schnell, dass viele Arten sich nicht schnell genug oder gar nicht anpassen können und daher gefährdet sind."

Welche Tiere besonders gefährdet sind

Besonders gefährdet seien Arten, die auf bestimmte Lebensräume angewiesen seien, etwa alpine Hochlagen, Gewässer oder Feuchtgebiete, die von langen Trockenperioden stark betroffen sind. In Bayern seien daher auch schon Rückgänge bei Amphibien oder Wiesenbrütern sichtbar.

Auch die Mehrzahl der Laufkäferarten, die nur in Europa vorkommen, hätten eine starke Kältepräferenz und seien damit anfällig gegenüber Temperaturerhöhung. Bereits gefährdete Arten oder solche, die auf ein komplexes Ökosystem angewiesen seien wie Schmetterlinge und Libellen, würden durch die Klimakrise besonders bedroht, hieß es weiter.

Bestimmte Insektenarten nicht mehr aufzufinden

Die Untersuchungen hätten gezeigt, dass es in den vergangenen 150 Jahren einen starken Temperaturanstieg im Allgäu gegeben habe. Während die Durchschnittstemperatur weltweit seit dem Jahr 1900 um 1 Grad zugenommen hat, waren es in Kempten mit 2,4 Grad mehr als doppelt so viel – denn als alpine Region ist das Allgäu vom weltweiten Temperaturanstieg besonders betroffen.

Dies habe die Vegetationsperiode rund einen Monat verlängert und den Vogelzug deutlich verschoben, so der Biologe Dr. Michael Schneider. Bestimmte Insektenarten seien in niedrigeren Lagen inzwischen nicht mehr anzufinden.

Was die Naturschützer vorschlagen

Der Bund Naturschutz nannte konkrete Vorschläge, um die Ökosysteme zu schützen: Den Biotop- und Moorschutz vorantreiben, den Waldumbau beschleunigen, Renaturierungen, mehr Forschung sowie eine bessere finanzielle Ausstattung einer ökologischen, humus- und arterhaltenden Landwirtschaft.

"Endenergieverbrauch halbieren"

Zugleich müsste endlich mehr getan werden, um die Pariser Klimaziele zu erreichen und damit die Erderwärmung zumindest zu begrenzen. Dazu müsse der Endenergieverbrauch in Bayern von heute bis 2050 halbiert werden, bis 2040 müsse in Bayern die Primär-Energie für die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr zu 100 Prozent erneuerbar erzeugt werden.

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Klimawandel im Allgäu: Das fordert Christine Markgraf vom Bund Naturschutz