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Wie sich das Rote Kreuz für eine zweite Corona-Welle wappnet | BR24

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Das Rote Kreuz in Schwaben bereitet sich auf das Szenario einer zweiten Corona-Welle vor. Dafür stehen weitere Helfer in den Startlöchern: die Ehrenamtlichen.

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Wie sich das Rote Kreuz für eine zweite Corona-Welle wappnet

Die Beschränkungen zeigen Wirkung: Bisher kommt unser Gesundheitssystem mit Corona zurecht. Und doch bereitet sich das Rote Kreuz in Schwaben darauf vor, dass es zu einer zweiten Welle kommen könnte. Dann wären verstärkt ehrenamtliche Helfer am Zug.

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Von
  • Barbara Leinfelder
  • Mario Kubina

Fabian Wamser kennt den Rettungswagen der Rotkreuz-Wache Schwabmünchen wie seine Westentasche. Nach langer hauptamtlicher Einsatztätigkeit ist der 26-jährige Jurist jetzt ehrenamtlich beim Roten Kreuz aktiv - auch in Corona-Zeiten. Wenn beispielsweise das Team einer Rettungswache in Quarantäne müsste, wären laut Wamser die Ehrenamtlichen in der Pflicht.

Wamser: "Katastrophenschutz nicht unbedingt auf Pandemie ausgelegt"

Das Schwierige an der gegenwärtigen Lage ist aus seiner Sicht, dass niemand weiß, wie sich das Ganze in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt: "Der Katastrophenschutz, den wir hier haben, ist eigentlich auf akute Großlagen ausgelegt, aber nicht unbedingt auf eine längerfristige Pandemie", so Wamser.

Wie zieht man Schutzkleidung fachgerecht an und aus?

Die Abläufe sind jedenfalls eingeübt: beispielsweise das An- und Ausziehen der Schutzkleidung. Nach den Worten von Wamser besteht die große Herausforderung darin, "dass man sich möglichst kontaminationsfrei auszieht." Ganz wichtig sei es natürlich, die Hände zu desinfizieren – mehrmals, auch beim Ausziehen. Dabei sollte man sich am besten von Kollegen helfen lassen. Damit die Prozedur auch im Ernstfall klappt, wurde sie laut Wamser trainiert.

Freiwillige in Corona-Krise beim Roten Kreuz gefragt

Das Rote Kreuz baut in dieser Situation auf seine Freiwilligen. Nach deren Aufgaben gefragt, zählt Michael Gebler vom Roten Kreuz Augsburg-Stadt gleich eine ganze Reihe von Tätigkeiten auf: Zelte vor Notaufnahmen aufbauen, Patienten im Rahmen einer Erstversorgung betreuen und Kranke transportieren. Und natürlich wird laut Gebler darauf geachtet, die Ehrenamtlichen zu schützen.

Rotes Kreuz übt Kritik an manchen Firmen

Die Verantwortlichen bei der Hilfsorganisation sind sich sicher: Ohne ehrenamtliche Helfer wären die Aufgaben nicht zu stemmen. BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Haugg weist in diesem Zusammenhang auf ein Problem hin: Manche Arbeitgeber wollten nicht, dass sich ihre Beschäftigten ehrenamtlich fürs Rote Kreuz engagieren, weil sie Personalausfälle befürchteten. Deshalb müsse man beim Roten Kreuz immer wieder abfragen, ob der Personalstand hier stabil sei.

Rotes Kreuz fordert Konsequenzen aus Corona-Krise

Ein Knackpunkt ist auch beim Roten Kreuz die Frage, wie man genügend Schutzausrüstung bekommt. Da sei in den vergangenen Jahren viel zu viel gekürzt worden, kritisiert Thomas Haugg. Aus seiner Sicht ist eine wichtige Lehre aus der Corona-Krise, dass etwa Masken und Kittel im Inland vorrätig sein müssten. So etwas dürfe man "nicht aus China holen". Das Gleiche gelte für Medikamente, Sauerstoff und Schläuche zur Versorgung von Patienten.

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