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Wie selbstgemachte Mund-Nasen-Masken besser wirken | BR24

© picture-alliance/dpa/Christoph Soeder

Mundschutz aus Stoff: Näht man sich einen Mund-Nasen-Schutz selbst, sollte man unbedingt darauf achten, welches Material man verwendet.

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    Wie selbstgemachte Mund-Nasen-Masken besser wirken

    "Community-Masken" nennt sie Markus Söder: Mund-Nasen-Masken werden inzwischen von der Politik empfohlen – und immer mehr Menschen nähen oder basteln sich den Do-it-yourself-Schutz. Doch nicht jedes Material ist sinnvoll, manches sogar gefährlich.

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    Liebe BR24-User, in Zeiten von Corona gibt es ständig neue Entwicklungen – auch beim Thema Masken. Die Informationen dieses Artikels sind möglicherweise veraltet und dienen dokumentarischen Zwecken. Alle aktuellen Informationen zu Masken und zur Maskenpflicht in Bayern finden Sie stattdessen hier in diesem Artikel.

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    Viele der selbstgemachten Masken für Mund und Nase sind gegen das Coronavirus nur wenig wirksam und vermitteln ein falsches Sicherheitsgefühl. Darauf verweist Dirk Schubert, Professor der Werkstoffwissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).

    Der Professor hat selbst an der Entwicklung medizinischer Hygiene-Produkte mitgewirkt und kritisiert in erster Linie das bei den Do-it-yourself-Masken verwendete Material.

    "SARS-CoV-2 wird vornehmlich durch Tröpfcheninfektion weitverbreitet. Je größer der Durchmesser der Materialfasern in einer Schutzmaske ist, desto schlechter schützt sie." Dirk Schubert, Werkstoffwissenschaftler an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

    Der Durchmesser der Fasern bestimme die Porengröße, und je größer diese sei, desto leichter könnten Tröpfchen nach außen gelangen. Demzufolge ist die Maske Schubert zufolge umso besser, je feiner die Fasern des verwendeten Materials sind. Außerdem sollte der Stoff wasserabweisend sein, damit weniger Wassertröpfchen beim Sprechen oder Husten durch die Maske nach außen gelangen.

    Baumwolle ist kritisch

    Deshalb sieht Schubert Masken aus Baumwolle als kritisch an – genauso wie Masken, die Taschen haben, in die Filtermaterial eingelegt wird: Sind diese zu klein oder nicht präzise, würde der Träger am Filter vorbei atmen. Mikrofasertücher seien zwar feuchtigkeitsaufnehmend, aber dennoch besser als konventionelle Textilien, so Schubert.

    Filter aus Staubsaugern und Windelmaterial

    Besser eignen sich seiner Meinung nach Materialien wie sogenannte Meltblown-Materialien, also Stoffe, die aus Granulat hergestellt werden. Sie sind wasserabstoßend und haben einen sehr kleinen Faserdurchmesser. Diese Meltblown-Materialien finden sich in Windeln oder Staubsaugerbeuteln als Sperrschicht. Erhöht werde die Filterleistung im Falle der Staubsaugerbeutel, wenn sie noch eine elektrische Ladung (electret) tragen.

    Doch es ist auch Vorsicht geboten. Denn manche Staubsaugerbeutel können Viren nur unzureichend filtern und sogar gesundheitsschädigend wirken. Darauf wiesen die Drogerie-Kette "DM" und der Satubsaugerbeutel-Hersteller Melitta hin.

    Wichtig: Größe der Filterfläche

    Wichtig sei, dass die Masken dicht am Gesicht anliegen und die wirksame Filterfläche möglichst groß ist, damit der Atemwiderstand so gering wie möglich gehalten wird. "Gerade hier ist das Internet voll von Fehlkonstruktionen mit viel zu geringen wirksamen Filterflächen; auch bei Firmen aus dem Spritzgusssektor, die ihre Produktionen auf Masken umstellen wollen", so der Professor. Bei FFP2-tauglichem Filtermaterial sollte die Filterflächen seinen Angaben zufolge größer als 150 cm² sein.

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    [Hinweis der Redaktion: Wir haben den Artikel am 19.4.2020 um 15.00 Uhr um den Warnhinweis der Hersteller bei Staubsaugerbeuteln ergänzt.]