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Wie kommen die Städte aus dem Verkehrskollaps? | BR24

© BR/Peter Kveton

München erstickt im Stau, die U-Bahnen platzen aus allen Nähten, die S-Bahnen ebenso - wenn sie überhaupt fahren. Die Städte müssen nach neuen Wegen aus der Zunahme an Verkehr finden. Aber wie?

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Wie kommen die Städte aus dem Verkehrskollaps?

München erstickt im Stau, die U-Bahnen platzen aus allen Nähten, die S-Bahnen ebenso - wenn sie überhaupt fahren. Die Städte müssen also neue Wege aus dem Verkehrskollaps finden. Aber wie?

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Die Städte stehen vor dem Verkehrskollaps: Schuld daran sind nicht nur die eigenen Bürger, sondern auch die Pendler. Ihre Zahl hat allein in München seit dem Jahr 2000 um über 20 Prozent zugenommen. Pendler, die mit dem eigenen Auto unterwegs sind, verursachen besonders viel Verkehr.

"Auf dem Weg vielleicht noch einen Umweg machen, um die Kinder zur Kita zu bringen. Und abends auf dem Heimweg noch einkaufen gehen, das trägt alles dazu bei, dass immer mehr Verkehrswege entstehen." Bernd Buckenhofer, Bayerischer Städtetag

In der Stadt ist das ein Problem, so Buckenhofer, denn der Platz hier ist endlich. Seiner Meinung nach müssten die Städte den Fahrradfahrern und den Fußgängern mehr Raum geben. Das sei aber aufgrund der baulichen Gegebenheiten oft nicht leicht.

Autolobby ist stark

Das Auto muss in der Stadt also zurückgedrängt werden. Leichter gesagt als getan - vor allem in einem Autoland wie Bayern. "Eine Stadt, die einen Autokonzern hat, der fleißig Steuern zahlt, die wird sich wesentlich schwerer tun, eine progressive Stadtpolitik mit dem Verkehr umzusetzen, als eine Stadt, die hier völlig frei wäre", sagt Johannes Klühspies, Professor für Verkehrsträgermanagement an der Technischen Hochschule in Deggendorf.

Eine progressive Verkehrspolitik bedeutet, in der Stadt Busse und Bahnen mehr zu fördern. Wenn die Autofahrer sehen würden, dass sie bei ihrem täglichen Weg zur Arbeit immer wieder von schnellen Expressbus-Linien überholt werden, würden sie auch ihre Fahrzeugwahl überdenken, glaubt der Grünen-Verkehrsexperte Markus Büchler.

Mehr für den ÖPNV tun

Der ÖPNV ist auch in einer alternden Gesellschaft ein zunehmend wichtiges Verkehrsmittel, so Johannes Klühspies. Das Fahrrad könne nur so lange genutzt werden, wie der Gleichgewichtssinn noch funktioniere. Er plädiert für Verkehrssysteme, die noch genutzt werden können, auch wenn man am Stock geht oder einen Rollator braucht. Diese seien auch für kleine Kinder geeignet.

Verkehrsminister: Der Mix macht den Verkehr

Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart hat auch längst die Zeichen der Zeit erkannt – er will dabei aber keinen Verkehrsträger bevorzugen.

"Ich freue mich über alle innovativen Ideen, die den Verkehr - gerade in den Innenstädten - entzerren. Wir brauchen eine Umverteilung auf mehrere Verkehrsträger, der gute Mix macht es aus." Hans Reichhart, Bayerischer Verkehrsminister

Rufbusse, E-Scooter und Seilbahnen könnten aus seiner Sicht den Stadtverkehr abrunden. Der Grüne Markus Büchler klingt jedenfalls zuversichtlich, was den Stadtverkehr der Zukunft angeht. Dieser hat aus seiner Sicht drei Eigenschaften: Er sei erstens sauber, zweitens digital vernetzt und biete drittens mehr Lebensqualität.