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Auch Betriebsärzte dürfen nun impfen - so zum Beispiel beim Münchner Autobauer BMW.

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Wie komme ich in Bayern an eine Corona-Impfung?

Im Impfzentrum oder beim Arzt, im Betrieb oder über Online-Tools: Wer in Bayern lebt, kann auf verschiedenen Wegen einen Corona-Impftermin bekommen - die bisherige Priorisierung ist offiziell bundesweit beendet. Alle Möglichkeiten im Überblick.

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Von
  • Maximilian Heim

Seit gut einem halben Jahr wird in Bayern gegen Corona geimpft - Stand Anfang Juni haben im Freistaat knapp 45 Prozent der Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten. Das bedeutet aber auch: Noch immer warten viele auf eine Impfung, weil es weiterhin mehr Nachfrage als verfügbaren Impfstoff gibt.

Inzwischen ist die ursprüngliche Priorisierung deutschlandweit aufgehoben, in Bayern gilt sie für die Arztpraxen schon seit Mitte Mai nicht mehr. Darüber hinaus ist die Corona-Impfung seit kurzem schon ab zwölf Jahren möglich. Damit bemühen sich jetzt noch mehr Menschen um einen Termin - und viele stehen vor der Frage: Wie kriege ich endlich meine Corona-Impfung? Zeit für einen Überblick.

1. Im Impfzentrum

In Bayern gibt es rund 100 Impfzentren, eingeteilt wird man je nach Wohnort. Anders als in anderen Bundesländern kann man im Freistaat nicht direkt einen Termin bei einem beliebigen Impfzentrum ausmachen, sofern dort Kapazitäten frei sind. Stattdessen muss man sich registrieren - und zwar auf der Webseite "impfzentren.bayern". Dann ist Geduld gefragt, bis sich das Impfzentrum per Mail oder SMS mit einem Terminangebot meldet. Das kann dauern: Zuletzt gab es in den Impfzentren einige Wochen lang kaum Erstimpfungen, weil der gelieferte Impfstoff für die Zweitimpfungen benötigt wurde.

Ob und wie schnell man im Impfzentrum drankommt, lässt sich also nicht allgemein sagen. Bisher wurde dort strikt nach Priorisierungsgruppen geimpft - in Bayerns Impfzentren sollen Risikogruppen vorerst auch weiterhin bevorzugt geimpft werden. Wie weit die Impfzentren beim "Abarbeiten" der bisher registrierten Menschen sind, unterscheidet sich von Landkreis zu Landkreis.

Grafik: Alle Impfzentren in Bayern im Überblick

2. In der Hausarztpraxis

Corona-Impfungen bei der Hausärztin oder beim Hausarzt - das ist in Bayern seit gut zwei Monaten möglich. Auch dort gilt inzwischen keine Priorisierung mehr. Viele Praxen haben Wartelisten, einige ermöglichen auch eine Online-Terminbuchung. Wer noch nicht auf einer Liste steht, sollte anrufen oder eine Mail schreiben.

Wer Hausärztin oder Hausarzt nicht hat, braucht dagegen oft besonders gute Nerven. Zunächst haben die allermeisten Praxen ihre eigenen Patienten versorgt - auch auf eine Warteliste schaffte man es bislang oft nur, wenn man die Praxis in der Vergangenheit bereits aufgesucht hatte.

3. Bei einem Facharzt

Auch einige Facharztpraxen bieten Corona-Impfungen an - etwa HNO-Ärzte oder Frauenärztinnen. Der Ablauf ist derselbe wie bei den Hausärzten: Anrufen oder Mail schreiben, direkt einen Termin kriegen oder auf die Warteliste setzen lassen.

4. Im eigenen Betrieb

Nach einem Pilotprojekt in mehreren großen Betrieben soll es ab Juni flächendeckend in Bayern auch Impfungen durch Betriebsärzte geben. Problematisch auch hier: Bisher ist die Nachfrage größer als der verfügbare Impfstoff. Der Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Wolfgang Panter, hält daher zunächst eine Art interne Priorisierung für sinnvoll. "Wir würden empfehlen, dort nach einer Gefährdungsbeurteilung vorzugehen", sagte Panter dem BR. "Das heißt, wo die Risiken größer sind, dort zu beginnen."

5. Über ein Online-Tool

Längst gibt es verschiedene Websites und Apps, die mit dem Versprechen locken, schnell und einfach Corona-Impftermine zu erhalten. Ein Beispiel ist das Portal "sofort-impfen.de" mit offenbar knapp zwei Millionen registrierten Impfwilligen. Einen Überblick über weitere Angebote gibt es in diesem BR24-Artikel.

Das Prinzip: Wenn Arztpraxen freie Termine haben, können sie diese auf ein Online-Portal stellen. Wer dort registriert ist, wird dann informiert - per Mail, über einen Messenger-Dienst oder auf anderem Weg. Dann muss man nur noch schnell sein.

Auch hier gibt es bisher den altbekannten Haken: nicht genügend Impfstoff für alle. Weil viele Hausarztpraxen weiterhin Wartelisten abarbeiten, gibt es bisher zudem über solche Anbieter nicht allzu viele Termine. Was aber natürlich einen Glückstreffer nicht ausschließt - einen Versuch können die Plattformen durchaus wert sein.

6. Im Ausland

Moskau, San Marino, Belgrad - all diese Gegenden haben etwas gemeinsam. Hier konnte oder kann man sich als Tourist gegen Corona impfen lassen - etwa mit dem russischen Impfstoff "Sputnik", der bislang nicht in der EU zugelassen ist. Allerdings gehen viele Beobachter davon aus, dass diese Zulassung nur eine Frage der Zeit sein dürfte. Auch Bayern hat sich für diesen Fall bereits die Option auf bis zu 2,5 Millionen "Sputnik"-Dosen gesichert.

Wer also Lust auf eine Abenteuerreise der etwas anderen Art hat, kann sich auch um einen solchen Impf-Trip bemühen. Mehrere Reiseveranstalter haben inzwischen sogenannte Impfreisen im Angebot. Günstig ist das freilich nicht: Ein Anbieter beispielsweise verlangt für eine doppelte Kurzreise nach Moskau rund 2.000 Euro - im Abstand von drei Wochen für die Erst- und Zweitimpfung. Im Preis enthalten sind Flüge, Hotelübernachtungen, Flughafen-Transfers, FFP2-Masken und ein Dolmetscher für die beiden Impftermine. Die Impfungen selbst kosten dann zusammen nochmal gut 400 Euro.

Grafik: So ist der Stand bei den Corona-Impfungen

Über die Daten

Die Übersichtskarte zu den Impfzentren wird täglich von den Journalisten und Journalistinnen der BR Regional Studios mit den neuesten Informationen zu den Impfzentren befüllt. Sollte Ihnen ein Impfzentrum aus Ihrer Region oder eine Information fehlen, schreiben Sie uns an feedback@br24.de .

Ausführliche Informationen zu den Impfdaten des Robert Koch-Instituts erhalten Sie hier.

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