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Wie klimaneutral ist Gretas Atlantiktörn? | BR24

© dpa-Bildfunk/Kirsty Wigglesworth

Wie klimaneutral ist Gretas Atlantiktörn?

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    Wie klimaneutral ist Gretas Atlantiktörn?

    Die Atlantiküberquerung von Greta Thunberg zum UN-Klimagipfel wird im Netz teilweise heftig kritisiert. Doch was ist an den Vorwürfen dran?

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    Es klingt wie eine für das Klima optimale Alternative zum Flugzeug: Die Aktivistin Greta Thunberg nutzt für ihre Atlantikquerung eine Segeljacht, die mit Solarpaneelen und Unterwasserturbinen ausgestattet ist, somit auch ihren eigenen Strom erzeugt. Selbst die Boote, die die "Malizia" aus und in den Hafen bugsieren, werden elektrisch angetrieben.

    Glaubt man jedoch einigen, meist anonymen Kritikern, könnte Thunberg auch gleich mit einem Schweröl betriebenem Kreuzfahrschiff zur UN-Klimagipfel fahren: Die "Malizia" habe ein Filmteam an Bord, werde von Schiffen und Flugzeugen begleitet, die Unmengen an Kraftstoff verbrauchten, das Ganze sei ein gigantischer Etikettenschwindel, heißt es.

    Was das Team entgegnet

    Diesen Vorwürfen widerspricht Andreas Kling vom "Team Malizia" gegenüber tagesschau.de: Die Begleitung erfolge ausschließlich von Land aus. Weder Boote noch Flugzeuge oder Hubschrauber würden dafür eingesetzt. Neben Thunberg, ihrem Vater und den Seglern ist lediglich ein Kameramann an Bord, um die Überfahrt zu dokumentieren.

    Tatsächlich wird in der "Malizia", wie Kritiker sagen, auch Technik von BMW eingesetzt. Von dem Autobauer stammt jedoch nicht der - für Notfälle vorgeschriebene und für Thunbergs Fahrt versiegelte - Dieselmotor, sondern emissionsfreie Antriebstechnologie, die auch in BMW-E-Sportwagen eingesetzt wird. Thunberg ließ alle Logos der Sponsoren von der Yacht entfernen.

    Kompromisse nicht zu vermeiden

    Dass eine solche Reise nicht komplett klimaneutral sein kann, bestreitet auch Kling nicht. So wird die Klimabilanz für den Bau, Instandhaltung und Entsorgung der Jacht nicht mit einbezogen. Immerhin: Die verwendeten Materialien für Rumpf und Segel sind zumindest teilweise recycelbar, sodass der CO2-Ausstoß bei Bau und Entsorgung nicht so hoch ist, wie einige Kritiker behaupten.

    Zudem wird die Crew nach der Ankunft in New York zurückgeflogen. Eine vierköpfige Besatzung, von der zwei Mitglieder aus Europa eingeflogen werden, übernimmt die "Malizia".

    "Selbstverständlich kompensiert das Team Malizia alle Flüge des Teams, und zwar nicht nur die, die in Zusammenhang mit Gretas Trip entstehen, sondern grundsätzlich alle Flüge, auch die, die mit unserer Regattatätigkeit entstehen. (...) Wir sind uns bewusst, dass so eine Kompensation unser Gewissen nicht reinwaschen kann und soll. Es ist keine ideale Lösung, aber das Mindeste, was wir zum Ausgleich tun können." Andreas Kling von der Malizia

    Symbolwirkung der Fahrt

    Entscheidend sei dabei, da ist sich das "Malizia"-Team sogar mit vielen Kritikern einig, die Symbolwirkung der Fahrt. Die Aufmerksamkeit, die der Segeltörn erzeuge, hätte sie nie erhalten, wenn sie auf dem UN-Gipfel lediglich per Videoübertragung gesprochen hätte, erklärte Thunberg vor der Reise. Für die Rückreise eruiert sie aktuell weitere Formen der emissionsarmen Fortbewegung.

    Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. August 2019 um 11:00 Uhr.