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© BR / BR24-Extra-Sendung vom 18. Juli 2021
Bildrechte: BR / BR24-Extra-Sendung vom 18. Juli 2021

BR24-Live-Schalte zur Aktuellen Hochwasser-Situation in Passau am 18. Juli 2021

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    Wie informiert der BR im Krisenfall die Bevölkerung?

    Immer wieder gibt es Nachrichtenlagen, bei denen Medien besonders schnell reagieren müssen. Zuletzt beim Hochwasser in Deutschland. So informiert und warnt der BR in Katastrophenfällen und bei außergewöhnlichen Einsatzlagen die Bevölkerung in Bayern.

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    Von
    • Frank Jordan

    Beim Bayerischen Rundfunk ist die zentrale Redaktion "Bayern aktuell" mit mehr als einhundert Mitarbeitenden, Journalistinnen und Reportern für die tägliche Berichterstattung und gegebenenfalls auch Warnungen zuständig.

    24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche  

    Über alle Ausspiel- und Verbreitungswege (Radio, Fernsehen, Online, App, Social Media) hinweg werden von der Redaktion Themen geplant und umgesetzt, auch und gerade in außergewöhnlichen Einsatzlagen. Die Redaktion ist 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche besetzt und kann im Krisenfall auf das BR-Korrespondentennetz und die Regionalstudios in Bayern sowie Expertinnen und Experten der Fachredaktionen des BR zurückgreifen.

    Alle diese Verbreitungswege nutzte der BR beispielsweise beim Hochwasser in Berchtesgaden Mitte Juli. Neben Sondersendungen in Radio und Fernsehen, der Verbreitung von Informationen über BR24 im Web und der App sowie Social Media, war auch das Team von BR24Live bis in die Nacht mit Schalten in die betroffenen Regionen aktiv und informierte in den Live-Streams über die neuesten Entwicklungen.

    Ernüchternde Erfahrungen mit Warn-Apps bei jüngsten Katastrophenfällen  

    Warn-Apps wie NINA (offizielle Notfall- und Nachrichten-App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe), KATWARN und WarnWetter des Deutschen Wetterdienstes sollen und wollen die Bevölkerung in Katastrophenfällen rechtzeitig alarmieren. Voraussetzung dafür ist aber, dass Smartphone- und Tablet-User Netzempfang haben. Bei dem jüngsten Hochwasser im Westen Deutschlands fielen Mobilfunkstationen aus, weil sie beschädigt waren oder vom Strom abgeschaltet werden mussten, weil sie im Wasser standen. Auch bei terroristischen Einsatzlagen können die Netze im Auftrag der Behörden runtergefahren werden, um die Kommunikation zwischen den Täter zu unterbinden.  

    Dadurch sind die Möglichkeiten für Katastrophenwarnungen genau in den Situationen limitiert, wenn man Menschen mit Smartphones oder Handys dringend erreichen will, analysiert Helwin Lesch, für die Programm-Verbreitung zuständiger Hauptabteilungsleiter beim Bayerischen Rundfunk. Deswegen sei auch ein Push-Dienst über SMS, Cell-Broadcast oder Ähnliches nicht immer sinnvoll, "weil eben die Zelle dann nicht funktioniert, wenn der Mobilfunksender abgeschaltet ist."  

    Batteriebetriebenes Radio (UKW oder DAB+) als krisensichere Alternative  

    In den westdeutschen Katastrophengebieten im Juli konnten die Großsendeanlagen des SWR und des WDR ohne Unterbrechung senden. Mit anderen Worten: Radiohörer konnten von den Sendeanstalten über UKW und DAB+ noch gewarnt und informiert werden, als das Mobilfunknetz schon ausgefallen war. Zum Problem wurde das für die Empfänger dann, wenn sie zum Betrieb ihrer Geräte auf Strom angewiesen waren und die Versorgung gekappt war. Die Empfehlung von BR-Techniker Helwin Lesch lautet deshalb:  "Es sollte sich jeder noch einmal eindecken mit einem UKW-Radio, das batteriebetrieben ist, oder einem DAB-Radio."

    Zukunft Digitalradio: Katastrophen-Alarmierung auch im Standby-Modus  

    Der DAB+Standard ermöglicht bei Empfangsgeräten eine sogenannte "Emergency Warning Functionality", die künftig zur Warnung der Bevölkerung genutzt werden könnte. Ist das Radio im stromsparenden Standby-Modus (zum Beispiel in der Nacht), kann das Gerät damit eingeschaltet und lebenswichtige Warnungen können verbreitet werden. "Das kann man sich so vorstellen wie beim Autoradio, wenn eine Geisterfahrermeldung kommt", erklärt Helwin Lesch. Dank der Displays von DAB+Geräten können darüber auch detaillierte Textinformationen verbreitet werden, barrierefrei für Hörbehinderte und mehrsprachig für Menschen, die nicht Deutsch sprechen. Das vom Fraunhofer-Institut in Erlangen entwickelte System wurde vom BR erfolgreich getestet, ist aber noch nicht eingeführt.

    Vision 5G Broadcast: BR kann direkt auf Endgeräte senden - ohne Mobilfunknetz  

    Der neue technische Rundfunkmodus "5G-Broadcast" wird in Zukunft einen direkten Live-Zugang zu allen Endgeräten ermöglichen, mobil zum Smartphone, ins Auto und stationär am TV-Gerät. Weil bei dieser neuen Technik nicht über das Mobilfunknetz gesendet wird, sondern über die Rundfunk-Sendeinfrastruktur, fallen für den Nutzer keine Kosten wie Daten-Roaming oder Ähnliches an. Auch eine SIM-Karte ist dafür nicht nötig.

    Ein weiterer Vorteil: Die Sende- und damit Warn- und Informationsmöglichkeit besteht selbst dann noch, wenn im Katastrophenfall das Mobilfunknetz nicht mehr zur Verfügung steht. Die Rundfunk-Sendestationen sind durch Notstromaggregate im Betrieb gesichert und Smartphones haben Akkus, sind also auch bei Stromausfall für geraume Zeit erreichbar. Ob die Vision 5G-Broadcast in naher Zukunft Realität wird, ist allerdings ungewiss: Bislang sträuben sich die Mobilfunknetzbetreiber. Sie wollen nicht, dass der Rundfunk abseits der normalen 5G-Struktur direkt auf Endgeräte zugreifen kann. 

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