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Wie geht's weiter mit dem Zulauf zum Brennerbasistunnel? | BR24

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Die Staatsregierung unterstützt die Planungen für die neue Eisenbahn-Zulaufstrecke zum Brenner – obwohl in den Verkehrsprognosen noch Unsicherheit steckt. Das wurde im Verkehrsausschuss des Landtags deutlich.

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Wie geht's weiter mit dem Zulauf zum Brennerbasistunnel?

Die Staatsregierung unterstützt die Planungen für die neue Eisenbahn-Zulaufstrecke zum Brenner – obwohl in den Verkehrsprognosen noch Unsicherheit steckt. Das wurde im Verkehrsausschuss des Landtags deutlich.

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Wenn es um den Brennerbasistunnel und seine Zulaufstrecken geht, muss man in langen Zeiträumen denken, sagt der Konzernbeauftragte der Deutschen Bahn für Bayern, Klaus-Dieter Josel.

"Es ist ein Jahrhundertprojekt. Das ist ja für die nächsten hundert Jahre, diese Infrastruktur." Klaus-Dieter Josel, Konzernbeauftragte der Deutschen Bahn für Bayern

Es geht um die Gleise, auf denen der Güter- und Personenverkehr für die weite Zukunft über die Alpen fahren soll. Schnell geht da nichts. Seit Jahrzehnten wird über den Brennerzulauf gesprochen, seit einigen Jahren ernsthaft geplant. Und bis die Neubaustrecke auf deutscher Seite fertig sein kann, dauert es – wenn es gut geht - noch einmal 20 Jahre.

Bürgerinitiativen zweifeln an Notwendigkeit

Allerdings reichen wissenschaftlich fundierte Verkehrsprognosen maximal 15 Jahre weit. Ein Problem, zumal Bürgerinitiativen im Landkreis Rosenheim deshalb infrage stellen, ob es die neuen Schienen nach Österreich überhaupt braucht.

"Was ist die Konsequenz daraus? Die Gegner des Projektes sagen: Lasst es bleiben, denn der Bedarf ist ja nicht nachgewiesen. Andererseits: Wenn man im Jahre 2040 tatsächlich den Bedarf hat, dann hat man die nötige Infrastruktur nicht." Hans-Peter Böhner, zuständiger Abteilungsleiter aus dem bayerischen Verkehrsministerium

Die Politik von Bund, Bahn und Freistaat muss deshalb gewissermaßen auf Sicht fahren.

"Jetzt weiterplanen, das Verfahren vorantreiben, Mitte bis Ende der 20er Jahre mit neuen Prognosen untersuchen, ob die Neubautrasse tatsächlich notwendig ist, oder nicht.“ Hans-Peter Böhner, zuständiger Abteilungsleiter aus dem bayerischen Verkehrsministerium

Die Logik dahinter: Dann könnte man das Projekt immer noch stoppen, bevor ein Bagger angerollt ist.

"Am Ende wird es auf diese Prognosen ankommen. Wenn es so kommt, wie der Bund und wir auch erwarten, dass der Güterverkehr weiterwächst, dann hätte man die Legitimation, in die Bauphase einzutreten. Wenn es – aus heutiger Sicht überraschend – anders käme, dann müsste man sich diese Frage neu stellen. Die wird man sich dann auch stellen.“ Hans-Peter Böhner, zuständiger Abteilungsleiter aus dem bayerischen Verkehrsministerium

Im Süden schreitet der Tunnelbau voran

Der Brennerbasistunnel zwischen Österreich und Italien ist jedenfalls im Bau, und soll 2028 eröffnet werden. Bis dahin will die Deutsche Bahn zumindest die Bestandsstrecke München-Kufstein mit dem neuen Signalsystem ETCS ausrüsten, was die Kapazität schon einmal deutlich erhöht. Fürs erste reiche das, versichert Klaus-Dieter Josel von der Deutschen Bahn.

"Wir werden sicher wenn der Brennerbasistunnel 2028 eine Zunahme der Warenmenge haben. Aber, weil der Brennerbasistunnel ein flacherer Tunnel ist, können längere Züge fahren – jetzt müssen sie ja über den Berg. Die Menge der Züge wird sich durch den Brennerbasistunnel anfangs nicht signifikant erhöhen, vielleicht sogar weniger werden. Aber die Menge wird mehr.“ Klaus-Dieter Josel, Konzernbeauftragte der Deutschen Bahn für Bayern

Klar sei jedenfalls, sagt Hans-Peter Böhner vom bayerischen Verkehrsministerium, es gibt internationale Verträge.

"Die österreichische Seite investiert in den Brennertunnel sehr viel Geld. Und erwartet, dass auf der deutschen Seite kein Engpass entsteht, wenn sie für 400 Züge am Tag bauen.“ Hans-Peter Böhner, zuständiger Abteilungsleiter aus dem bayerischen Verkehrsministerium

Verlagerung der Güter auf die Schiene lahmt

Sogenannte "Szenarien“, die freilich unsicherer als echte Prognosen sind, sagen für 2050 sämtlich einen Güterverkehr über den Brenner voraus, den die Bestandsstrecke im Inntal nicht mehr bewältigen könnte. Wieviele Züge tatsächlich fahren werden, hängt stark von der Verkehrspolitik ab. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Verlagerung von Gütern auf die Schiene stets gefordert, aber bisher nicht durchgesetzt.