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Wie geht es weiter am Corona-"Hotspot" Inchenhofen? | BR24

© picture alliance / Henning Kaiser/dpa

Erntehelfer auf dem Spargelfeld (Symbolbild)

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    Wie geht es weiter am Corona-"Hotspot" Inchenhofen?

    Von den insgesamt 525 Mitarbeitern des Spargelhofes Lohner im Landkreis Aichach-Friedberg wurden bis Freitag 95 positiv auf das Coronavirus getestet. Da nur der Hof betroffen ist, müssen nicht im ganzen Landkreis besondere Maßnahmen ergriffen werden.

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    Mehr als 500 Mitarbeiter des großen Spargelhofs in Inchenhofen hat das Gesundheitsamt auf Covid-19 testen lassen. Insgesamt wird die Zahl der positiven Befunde jetzt mit 95 angegeben. Was bedeutet das für den Landkreis, der nun formal als "Hotspot" gilt?

    Grenzwert von 50 Neuerkrankungen in sieben Tagen überschritten

    Mit 56 Neuerkrankungen innerhalb der vergangenen sieben Tage reißt der Landkreis östlich von Augsburg nicht nur die bayerische Marke von 35 Fällen, sondern auch die bundesweit geltende 50er-Marke. Das Landratsamt stellt allerdings fest, dass es sich eben nicht um einen Ausbruch innerhalb der Gesamtbevölkerung handle.

    Besondere Maßnahmen zum Stopp einer Infektionswelle würden deshalb nur den Spargelhof "und nicht den ganzen Landkreis betreffen". Außerhalb des Spargelhofs seien "die Infiziertenzahlen im Landkreis weiterhin völlig unauffällig, lagen zuletzt bei null."

    Keiner der Betroffenen zeigt Krankheitssymptome

    Bemerkenswert ist außerdem, dass keiner der 95 positiv getesteten Beschäftigten Krankheitssymptome hatte. Möglicherweise, so die Fachleute vom Gesundheitsamt, haben die Betroffenen bereits vor Wochen eine Infektion durchgemacht; abgestorbene Viren im Rachen könnten nun aber zu einem positiven Testergebnis führen. Ansteckend wäre somit keiner der Erntehelfer.

    Spargelhof kann sich Ausbruch nicht erklären

    Die Lohner-Geschäftsführung hat nach eigener Aussage keine Erklärung dafür, wie das Virus auf den Betrieb gekommen ist. Sie verweist auf die Vorkehrungen, die wegen des Coronavirus getroffen worden waren. So waren die Beschäftigten in Einzel- oder Doppelzimmern untergebracht. Versorgen konnten sie sich in einer eigenen Kantine und in einem eigenen Supermarkt.

    Behörde verneint Infektionsgefahr durch Spargel

    Obwohl der Spargelhof von sich aus die Ernte und Vermarktung des Edelgemüses eingestellt hatte, taucht die Frage auf, ob Spargel aus Inchenhofen eine Infektionsgefahr darstellen könnte. Das verneint das Bundesinstitut für Risikobewertung (BFR): Es gebe derzeit "keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben".

    Einzelheiten gibt es am Montag

    Das Landratsamt Aichach-Friedberg geht jetzt noch der Frage nach, ob die ausländischen Erntehelfer Kontakt mit Bewohnern im Landkreis hatten. Am Montagmittag sollen in Aichach alle verfügbaren Ergebnisse der groß angelegten Reihentestung vorgestellt werden.

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