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Wie Freiwillige seit 50 Jahren das Wemdinger Ried erhalten

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Wie Freiwillige seit 50 Jahren das Wemdinger Ried erhalten

Sie rechen den Schnitt von Feuchtwiesen zusammen, stutzen Baumgruppen zurecht und reißen Sträucher aus der Erde. Das Ziel: Das Wemdinger Ried als offene Landschaft erhalten. Seit nunmehr 50 Jahren arbeiten Freiwillige für den heimischen Naturschutz.

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Jedes Jahr im Herbst sind die Freiwilligen der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried im Einsatz: Sie rechen den Schnitt von Feuchtwiesen zusammen, stutzen Baumgruppen zurecht und reißen Sträucher aus der Erde. Das Ziel: Das Wemdinger Ried als offene Landschaft erhalten.

105 Hektar sind zu pflegen

105 Hektar groß ist das Gebiet mittlerweile. Aus Vereinsgeldern und vor allem mit staatlichen Fördermitteln hat der Verein über 50 Jahre hinweg die artenreichen Feuchtwiesen aufgekauft und damit verhindert, dass sie entwässert und intensiv als Acker genutzt werden. Dadurch ist das Wemdinger Ried ein selten gewordener Lebensraum für Bodenbrüter wie die Bekassine und idealer Standort für einige Orchideen-Arten. Jetzt im Oktober blüht hier außerdem noch die Herbstzeitlose.

Der Wald würde wachsen

Würde der Mensch die offene Landschaft sich selbst überlassen, entstünde dort in zehn bis 15 Jahren Wald. Deshalb braucht es jedes Jahr den Einsatz der Freiwilligen. Johannes Ruf, Vereinsvorsitzender der Schutzgemeinschaft Wendinger Ried, sagt, früher seien es zwar noch mehr Helfer gewesen, aber es gebe einen gewissen Stamm an Freiwilligen, die jedes Jahr mitanpackten. Nur durch die Arbeit der Helfer bleibt dieser artenreiche Lebensraum auch künftig erhalten.

Einsatz für die Streuwiesen

Bei der Flurbereinigung sicherte sich der Verein vor 50 Jahren die letzten Streuwiesen zwischen Fessenheim und Wemding für den Naturschutz. "Streuwiesen" deshalb, weil die wenig nahrhaften Gräser auf den feuchten Wiesen nur noch als Einstreu – also Unterlage – für das Vieh im Stall zu gebrauchen waren. Als dafür Stroh und später die Beton-Spaltenböden in Mode kamen, drohten auch diese artenreichen Feuchtwiesen entwässert und als Acker genutzt zu werden.

Heute sieht es an vielen Stellen noch genauso aus wie damals – ein Erfolg, sagen die Verantwortlichen im Verein. Das Wemdinger Ried ist nach wie vor ein offener, klein strukturierter Lebensraum mit Wiesen, Teichen, Schilf und Baumgruppen.

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