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In Höchstädt hat sich die Cabomba ausgebreitet. Sie könnte komplette Ökosysteme zerstören. (Symbolbild)

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    Wie Fische eine Pflanzen-Plage in Höchstädt bekämpfen sollen

    Erstmals in Bayern hat sich die Cabomba ausgebreitet, eine Wasserpflanze, die in Amerika heimisch ist. Sie könnte komplette Ökosysteme zerstören. Im Landkreis Dillingen machen sich jetzt Gras- und Schuppenkarpfen auf die Jagd.

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    Von
    • Torsten Thierbach
    • Tobias Hildebrandt

    Johannes Prifling vom Regionalentwicklungsverein Donautal Aktiv ist besorgt. Am Halbermond-See in Höchstädt gibt es den ersten Cabomba-Befall in Bayern. Dicht unter der Wasseroberfläche ist ein großer grüner Pflanzen-Teppich zu erkennen. „Man sieht jetzt hier, wenn man ins Gewässer schaut, die Cabomba oder Carolina-Haarnixe, wie man sie auch nennt und wie stark die Pflanze das Gewässer schon besiedelt hat und es sind nur noch wenige andere Pflanzen zu sehen.“

    Cabomba so früh wie möglich bekämpfen

    Wie sich die Cabomba hier ansiedeln konnte, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Fest steht: Wenn Fische aus Aquarien ausgesetzt werden, kommt es immer wieder vor, dass damit auch Pflanzen ins Wasser gespült werden, die nicht nach Europa gehören. Und das könnte auch in Höchstädt passiert sein. Man muss die Pflanze in einem frühen Stadium nach Möglichkeit ausrotten, so Landschaftspfleger Prifling. Sie könnte sich nicht weiter ausbreiten und Ökosysteme komplett zerstören.

    Karpfen sollen das Nachwachsen der Pflanze verhindern

    Um die Cabomba zu bekämpfen, wurden in den Weiher ganz spezielle Karpfen ausgesetzt, Gras- und Schuppenkarpfen. Insgesamt 600 Stück. Züchterin Isabelle Vollmann-Schipper sagt: „Wenn die Karpfen wühlen und die Graskarpfen dazu die ganzen neuen Triebe fressen, die nachwachsen, dann sollte man das in den Griff kriegen!“

    Taucher versuchten die Pflanze auszureißen

    Die Karpfen sind nicht der erste Versuch, den Eindringling zu vertreiben. Vor eineinhalb Jahren hatte das Landesamt für Umwelt einen Berufstaucher ins Wasser geschickt. Die Idee: Testen, ob sich die Cabomba per Hand herausreißen lässt. Unkrautjäten im Schlamm unter Wasser. Doch die Sicht ist schlecht und dazu kosten Taucher viel Geld.

    Photosynthese der Cabomba verhindern

    Karpfen sind deutlich günstiger. „Der Plan ist, die sollen durch die Wühltätigkeit und zum anderen durch ihre Fraßtätigkeit die Pflanze reduzieren, in den nächsten Jahren. Die sollen das Gewässer eintrüben, dass die Pflanze nicht mehr so viel Photosynthese betreiben kann und ja, sie schlicht und ergreifend auffressen.“ sagt Landschaftspfleger Johannes Prifling. Das wäre effektiver Gewässerschutz. Klappt das nicht, müsste am Ende ein Saugbagger den See radikal leerräumen! Nächstes Jahr im Sommer wird sich zeigen, ob die Karpfen eine Chance gegen Bayerns erste Cabomba-Plage haben.