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Wie es zu Bränden in Recyclinganlagen kommen kann | BR24

© Bayerischer Rundfunk 2019

In einer Recyclingfirma in Wörth an der Isar haben im Juni Autokarosserien und Schrott gebrannt.

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Wie es zu Bränden in Recyclinganlagen kommen kann

Am Montag hat es in einem Recyclinghof im Münchner Stadtteil Aubing gebrannt. Es ist nicht das erste Feuer dieser Art in diesem Jahr. Vergangenen Monat hatte es bereits in zwei anderen Anlagen in Bayern gebrannt.

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Im Münchner Stadtteil Aubing kam es am frühen Montagmorgen, ab etwa drei Uhr, auf einem Recyclinghof zu einem Feuer. Ein rund fünf bis sechs Meter hoher Schrottberg brannte. Der Berg musste erst mit einem Bagger Stück für Stück abgetragen werden. Nur so konnte das Löschwasser zu den verschiedenen Brandherden gelangen.

München-Aubing

Dicke Rauchwolken stiegen über dem Recyclinghof im Münchner Westen auf. Anwohner der angrenzenden Stadtteile wurden dazu aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Haushaltsgroßgeräte sowie Misch- und Sammelschrott waren laut der Betreiberfirma in Brand geraten, also z.B. Waschmaschinen und Fahrräder. Die Warnung wurde mittlerweile aufgehoben. Gefahr bestand außerhalb der Rauchwolke offenbar nicht. Messungen hätten ergeben, dass keine giftigen Gase freigesetzt worden seien.

70 Feuerwehrleute kämpften mit Drehleitern und schwerem Atemschutzgerät gegen die Flammen. Nach etwa zwei Stunden war das Feuer unter Kontrolle. Warum der Schrotthaufen in Brand geraten war, ist bisher nicht klar. Nach ersten Erkenntnissen der Brandfahnder gibt es keine Hinweise auf eine Fremdeinwirkung. Die Polizei ermittelt.

Bächingen an der Brenz

Im schwäbischen Landkreis Dillingen hatte im Juni die Lagerhalle einer Recyclingfirma gebrannt. Die Betreiber vermuten, dass Batterien einen Müllhaufen entzündet haben könnten. Generell hält Stefan Deschermeier vom Werkfeuerwehrverband Bayern bei Bränden auf Recyclinganlagen mehrere Ursachen für möglich: Brandstiftung etwa oder Selbstentzündung durch das Gewicht von Abfällen. "Wenn der Druck im Müllberg zu stark steigt, kann es zu einer Selbstentzündungen kommen", so Deschermeier.

Eine weitere Ursache für Brände könnten Deschermeier zufolge Lithium-Ionen-Akkus oder Batterien sein, die in Recyclinganlagen landen. Diese seien im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich. Etwa wenn sie großer Hitze ausgesetzt oder beschädigt sind. Deshalb wäre es seiner Meinung nach wichtig, solche Batterien separat zu entsorgen – in Wertstoffhöfen oder an Batteriesammelstellen zum Beispiel – und eben nicht im normalen Haus- oder Gewerbemüll.

Wörth an der Isar

Auch in einer Recyclingfirma im niederbayerischen Landkreis Landshut hatten im Juni Autokarosserien und Schrott gebrannt. Laut einem Polizeisprecher besteht auf Recyclinghöfen eine erhöhte Brandgefahr - dadurch, dass verschiedene Stoffe zusammenkommen, die miteinander reagieren können.

Stefan Deschermeier hingegen kann nicht bestätigen, dass es mehr Brände auf Recyclinghöfen gibt als früher. Allerdings gebe es mehr Müll. Die Verbrennungsanlagen kämen kaum hinterher. "Der Müll, der entsteht, muss zurückgehalten werden. Die Wertstoffhöfe lagern zurzeit sehr viel Müll zwischen. Dadurch entsteht die Gefahr, dass in großen Müllbergen Druck entsteht. Dadurch kann es zu Selbstentzündungen kommen", so Deschermeier.

Ursachen für die großen Mengen an Müll gibt es laut dem Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen mehrere: Unter anderem das anhaltende Wirtschaftswachstum, das zu mehr Gewerbe- und Hausmüll führe, aber auch der anhaltende Trend zu schlecht recycelbaren Konsumartikeln und Einwegprodukten.

© BR

Brand in einem Recyclinghof in München.