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Wie es um die Hospizversorgung in Bayern steht | BR24

© BR/Anton Rauch

Heute beginnt die jährliche Bayerische Hospiz- und Palliativwoche. Gelegenheit für eine Bilanz: Wie steht es um die Hospizversorgung im Freistaat? Gesundheitsministerin Huml jedenfalls gibt sich bei der Frage überaus zufrieden.

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Wie es um die Hospizversorgung in Bayern steht

Heute beginnt die jährliche Bayerische Hospiz- und Palliativwoche. Gelegenheit für eine Bilanz: Wie steht es um die Hospizversorgung im Freistaat? Gesundheitsministerin Huml jedenfalls gibt sich bei der Frage überaus zufrieden.

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Im Vorfeld der bayernweiten Themenwoche betonte Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (CSU) in einer Mitteilung, dass sie die palliative Versorgung der Bürger weiter vorantreiben wolle und zwar vor allem "wohnortnah". Im März hatte das Bayerische Kabinett den weiteren Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung im Freistaat beschlossen.

Neue Hospizplätze und Palliativbetten in Planung

Schon jetzt sei der Freistaat gut in der Palliativversorgung aufgestellt, heißt es aus dem Gesundheitsministerium: Die Zahl der stationären Hospizplätze soll von derzeit 215 auf 280 steigen. Allein in den nächsten drei Jahren sollen mindestens 40 weitere stationäre Hospizplätze entstehen. Auch 24 neue Palliativbetten an insgesamt neun Standorten im Freistaat sind in Planung. Die Palliativdienste an Bayerns Krankenhäusern sollen weiter ausgebaut werden.

"Wer das Ende des Lebens vor Augen hat, braucht eine einfühlsame, aber auch medizinisch hochwertige Versorgung - am besten vor Ort. Deswegen ist mir der flächendeckende Ausbau der Strukturen in den Städten und ländlichen Regionen sehr wichtig." Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU)

So wird zum Beispiel aktuell ein Hospiz mit zehn Plätzen in Bernau am Chiemsee gebaut. In Kempten im Allgäu wird das Hospiz von acht auf zwölf Plätze erweitert. Das Kinderhospiz in Bad Grönenbach im Allgäu baut ebenfalls aus und in Bamberg entsteht derzeit ein neues Kinder- und Jugendhospiz mit zwölf Plätzen.

In Bayern gibt es nach Angaben der ARGE Stationäre Hospitze Bayern derzeit 20 stationäre Hospize mit insgesamt 207 Betten (Stand September 2019). Bundesweit sind es 230 stationäre Hospize für Erwachsene mit im Schnitt je ca. zehn Betten sowie 17 stationäre Hospize für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Kritik von der Deutschen Stiftung Patientenschutz

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisiert mit Blick auf ganz Deutschland, es sei zwar in den vergangenen Jahren ein Anstieg der Sterbebegleitung zu verzeichnen. Dies reiche aber bei weitem nicht aus.

"Schließlich gibt es bisher kein wirksames Konzept, jedem Sterbenden die Fürsorge zu garantieren, die er benötigt. Deutschland braucht daher dringend mehr professionelle Palliativteams." Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz

Auch für Pflegeheimbewohner brauche es dringend einen Anspruch auf Hospizleistungen. Hospizliche Sterbebegleitung sei für die meisten Heimbewohner Illusion, so Brysch.

Bayerischer Hospizorden für ehrenamtliche Hospizhelfer

Im Rahmen der Bayerischen Hospiz- und Palliativwoche besucht die Gesundheitsministerin eines der ältesten stationären Hospize in Bayern, das Diakonie-Hospiz Erlangen sowie anschließend das teilstationäre Tageshospiz Nürnberg-Mögeldorf. Morgen verleiht Huml bei einem Staatsempfang in der Münchner Residenz den Bayerischen Hospizpreis an ehrenamtliche Hospizhelfer. Es gelte, "die palliative und hospizliche Versorgung für jährlich eine halbe Millionen sterbende Menschen endlich verbindlich zu sichern".

Deutscher Hospiz und Palliativverband wirbt auf Instagram um Jugend

Der Welthospiztag am 12. Oktober, findet direkt im Anschluss an die Bayerische Hospiz- und Palliativwoche statt. Auch er nimmt diesmal unter dem Motto "Buntes Ehrenamt Hospiz" vor allem das Engagement der ehrenamtlichen Laien besonders in den Blick. Unter anderem wirbt der Deutsche Hospiz- und Palliativverband verstärkt auf Instagram für mehr Interesse und Engagement für die Hospizbewegung auch bei jüngeren Menschen.