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Wie erleben Tiere im Nationalpark Berchtesgaden den Klimawandel? | BR24

© BR/Christine Haberlander

Projektleiter Sebastian Seibold mit einem Audiorecorder, um Vögel festzustellen.

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Wie erleben Tiere im Nationalpark Berchtesgaden den Klimawandel?

Wie kommen Tiere und Pflanzen mit dem Klimawandel zurecht? Im Nationalpark Berchtesgaden ist nun ein einzigartiges Forschungsprojekt zu Artenvielfalt und Folgen des Klimawandels gestartet: ein Langzeit-Monitoring der Biodiversität im Alpenraum.

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Im Raum Berchtesgaden soll erforscht werden, wie Tiere und Pflanzen mit dem Klimawandel zurecht kommen. Diese große Untersuchung zur Artenvielfalt im Nationalpark Berchtesgaden wurde gemeinsam von der TU München und der Nationalparkverwaltung konzipiert. Ziel ist dabei auch eine Inventur von Tieren und Pflanzen.

Welche Pflanzen halten der Temperaturerwärmung stand und welche Insekten kommen schon jetzt in großer Höhe vor. Das wollen die Wissenschaftler erforschen. Zunächst wird ab dem Frühjahr an 200 Stationen im Nationalpark der Bestand von Flora und Fauna erfasst. Eine dieser Stationen wird im Außengelände direkt vor dem Nationalparkzentrum "Haus der Berge" mitten in Berchtesgaden stehen.

Mit schwarzem Netz und Recorder im Nationalpark Berchtesgaden

Projektleiter Sebastian Seibold hatte schwer zu tragen. Aus einem riesigen Rucksack zieht er verschiedenste Gerätschaften, die er für das Monitoring im Nationalpark braucht: Audiorecorder, um Vögel festzustellen. Die sogenannte "Malaise-Falle" ist ein großes schwarzes Netz, mit dem Insekten gefangen werden, die später bestimmt werden sollen. Auch Fotofallen werden aufgestellt, in die alle größeren Tiere bis hin zum Rothirsch tappen sollen. Damit wollen die Forscher in den kommenden Jahren umfangreich sichten und zählen.

Können sich Tiere auf Klimawandel einstellen?

Die Untersuchung soll Daten liefern, ob und wie sich die Natur auf den Klimawandel und den damit verbundenen Temperaturanstieg einstellt.

In verschiedenen anderen Studien wurde bereits nachgewiesen, dass Tiere und Pflanzen auf die Erderwärmung reagieren:

"Bestimmte Hummelarten zum Beispiel, die vor 20 Jahren in Tieflagen des Nationalparks vorgekommen sind, sind mittlerweile in relativ großen Höhen auf den Almen zu finden, die sind mittlerweile nach oben gewandert. Es gibt Beispiele für invasive Pflanzenarten wie das indische Springkraut, die an einzelnen Standorten im Nationalpark vorkommen und sich sicherlich weiter ausbreiten werden." Sebastian Seibold

Klar ist, durch den Klimawandel wird die Zahl der Tier- und Pflanzenarten abnehmen, die für den Erhalt der Ökosysteme wichtig sind.

Die Bestandsaufnahme in den Alpen ist das erste große Projekt zwischen der TU München und dem Nationalpark Berchtesgaden. Erste Ergebnisse des Monitorings soll es schon in einem Jahr geben.

© BR/Christine Haberlander

Projektleiter Sebastian Seibold präsentiert seine Insektenfalle.

© BR/Christine Haberlander

Projektleiter Sebastian Seibold präsentiert seine Insektenfalle.

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