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Für die Würzburger Modehändlerin Sandra Lemmich waren die Corona-Monate schwierig. Dennoch freut sie sich über nach eigenen Angaben solide Umsätze - auch wegen "Click & Meet". Ab Freitag ist das Einkaufen mit Termin in Würzburg wieder erlaubt.

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Wie ein Würzburger Modegeschäft versucht Corona zu meistern

Für die Würzburger Modehändlerin Sandra Lemmich waren die Corona-Monate schwierig. Dennoch freut sie sich über nach eigenen Angaben solide Umsätze – auch wegen "Click & Meet". Ab Freitag ist das Einkaufen mit Termin in Würzburg wieder erlaubt.

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Von
  • Pirmin Breninek

Die Mitarbeiterinnen in Sandra Lemmichs Modegeschäft entpacken Kartons und sortieren Kleider. Der Inzidenzwert ist in Würzburg unter 150 gesunken, ab Freitag ist in der Stadt also wieder "Click & Meet" erlaubt, mit negativem Corona-Test und Termin. Dafür wollen Sandra Lemmich und ihr Team vorbereitet sein. Über ein Jahr nach Beginn der Pandemie hält sich das Modegeschäft nach eigenen Angaben erstaunlich gut über Wasser. Und das hat unter anderem mit "Click & Meet" zu tun.

"Click & Meet" beschert erstaunlich gute Umsätze

Denn der März 2021 lief in der Boutique besser als erwartet. "Wir haben Zeit für die Kunden gehabt. Die schätzen und lieben das", sagt Sandra Lemmich. Als im März der Inzidenzwert in Würzburg unter 50 lag, durften die Geschäfte kurzzeitig wieder öffnen, allerdings durfte höchstens ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche kommen. Als die Zahlen wenig später stiegen, war nur noch "Click & Meet" möglich. Das bedeutete: In Lemmichs Geschäft waren nur zwei Kunden gleichzeitig erlaubt. Doch Lemmich spricht von einem "bewussteren Shopping-Event", das sich trotz sinkender Kundenfrequenz positiv auf die Umsätze ausgewirkt hätte. "Es ist ein bisschen Normalität", sagt Lemmich, "und vielleicht sitzt auch der Geldbeutel in dem Moment etwas lockerer".

Mit dem Ergebnis: Am Ende des Monats hatte das Geschäft nach Angaben der Inhaberin einen höheren Umsatz erwirtschaftet als im März 2019. Damals war Corona noch weit entfernt.

Handelsverband: "Click & Meet" mit Test zu umständlich

Allerdings: Das Beispiel von Sandra Lemmich ist eine Ausnahme, sagt Volker Wedde, unterfränkischer Bezirksgeschäftsführer im Handelsverband Bayern: "'Click & Meet' ist leider keine Möglichkeit, um Umsätze flächendeckend auf einem normalem Niveau aufzufangen." Die Rückmeldungen der Händler seien zunächst überwiegend positiv gewesen. Wenn aber, wie nun etwa in Würzburg, ein negativer Corona-Test notwendig ist, würde die Kundenfrequenz stark sinken. Und damit auch die Umsätze.

Einzelhändler organisieren Corona-Test-Zelt

Um das den Kunden so einfach wie möglich zu machen, hat Sandra Lemmich vorgesorgt. Zusammen mit benachbarten Einzelhändlern in der Würzburger Eichhornstraße hat sie ein "Corona-Testzelt" organisiert. Betrieben wird es von einem Apotheker. Bis zu 1.000 Schnelltests pro Tag seien dort möglich. Aus Lemmichs Sicht ein wichtiger Service in den kommenden Monaten: "Ich bin davon überzeugt, das wird Normalität." Bereits bevor es das gemeinsame Testzelt gab, hat sie im Hinterhof ihres Geschäfts Corona-Tests angeboten.

Testungen in der Würzburger Innenstadt und bei Möbelhäusern

"Ein tolles Beispiel, was möglich ist", sagt Volker Wedde vom Handelsverband. Auch die Möbelhäuser XXXLutz und IKEA haben in Würzburg Teststrecken vor ihren Filialen gestartet. Durch die zusätzlichen Testmöglichkeiten der Stadt, etwa im Burkardushaus, sei Würzburg aus seiner Sicht gut aufgestellt. Je unkomplizierter die Testmöglichkeit, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass davon auch Menschen Gebrauch machen und in die Geschäfte kommen, sagt Wedde.

Online-Geschäft stark gewachsen

Wie wichtig das offensichtlich ist, zeigt auch das Beispiel einer Frau, die an diesem Tag bei Sandra Lemmich vor der Ladentüre ein paar Schuhe mitnimmt. "Ich mag nicht so gern über Internet", sagt sie. Gleichwohl ist auch das einer der Gründe, warum ihr Modegeschäft vergleichsweise gut durch die Krise kommt, sagt Sandra Lemmich. Eine ihrer Mitarbeiterin sei inzwischen durchgängig damit beschäftigt, Mails mit Bestellungen zu beantworten. "Das ist total gewachsen", sagt Sandra Lemmich. Auf einem Instagram-Kanal präsentieren Lemmich und ihre Mitarbeiterinnen täglich die neuesten Modestücke. Zum Einkaufen im Laden sind also neue Vertriebswege hinzugekommen. Sandra Lemmich rechnet damit, dass der Online-Handel auch nach der Pandemie noch Umsätze beschert.

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