Einsatzkräfte transportieren einen Verletzten auf einer Trage.
Bildrechte: THW Schwabmünchen

Zum 50-jährigen Bestehen des THW in Schwabmünchen übten die Einsatzkräfte gemeinsam mit Feuerwehr, Polizei, BRK und Wasserwacht.

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"Wie echter Einsatz": 24-Stunden-Übung fordert THW Schwabmünchen

Sie bauen Brücken, sorgen für elektrischen Strom, suchen Vermisste: Die Mitarbeiter des THW helfen im Katastrophenfall. Seit 50 Jahren gibt es einen Ortsverband in Schwabmünchen. Das wurde am Wochenende gefeiert, auch mit einer großangelegten Übung.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Funkverkehr beim Technischen Hilfswerk in Schwabmünchen: "Einsatzzentrale Schwabmünchen, 21-91 bitte kommen!" – "Hier 21-91" – "Uns wurde gemeldet, dass eine Person gesichtet wurde, die mit einem Fallschirm in einem Baum steckt." Ein Kleinflugzeug ist mit mehreren Insassen in eine nahgelegene Kiesgrube gestürzt, so das Szenario der 24-Stunden-Übung des THW Schwabmünchen.

Übung mit abgestürztem Flugzeug

Tiefblaue THW-Einsatzfahrzeuge rasen die staubigen Feldwege hinab in Richtung der Unglücksstelle. Auf einem Kieshügel liegt das rauchende Wrack des abgestürzten Fliegers. Verletzte werden zu einer Sammelstelle gebracht. Geübt wird zum 50-jährigen Bestehen des Ortsverbandes in Schwabmünchen gemeinsam mit Feuerwehr, Bayerischem Roten Kreuz und Polizei. Vermisste suchen, eine Notstrom-Versorgung herstellen und einsturzgefährdete Gebäude sichern sind weitere Aufgaben, die zum Jubiläum auf dem Programm stehen.

Schneller Wechsel bei den Einsatzszenarien des THW

Unterschiedliche Szenarien in Reihe, das passiere den Helfern immer wieder, sagt Konstantin Wamser vom THW Schwabmünchen. Von einer Extrem-Wetterlage mit wochenlanger Dürre mit Waldbränden komme man in einer Hochwasserlage, bei der Keller ausgepumpt und Sandsäcke gestapelt werden müssen oder auch zu einem Unwetter wie in den letzten Tagen. Die 24-Stunden-Übung soll die Vielfalt des THW-Alltags widerspiegeln.

Helfer müssen auf eigenen Zustand achten

An diesem Tag brennt die Sonne vom Himmel. Die Temperaturen übersteigen die 30-Grad-Marke. "Deshalb ist es ganz wichtig, dass man sich auch selber im Blick hat", sagt Manuel Fischer vom Bayerischen Roten Kreuz. Helfen könne man nur, wenn es einem selbst nicht schlecht oder schwindlig werde, betont Fischer. Er versorgt im Rahmen der Übung gerade den verletzten Fallschirmspringer. Dem wurden täuschend-echt aussehende Knochenbrüche an den Beinen aufgeklebt.

Draußen sitzt unterdessen im Schatten eines Einsatzfahrzeugs David Jung von der Feuerwehr Schwabmünchen. Schweiß tropft ihm ins Gesicht. "Das hat sich im ersten Moment nicht wie eine Übung angefühlt, sondern wie ein Real-Einsatz", sagt Jung. Mit Atemschutzausrüstung und einer Pressluftflasche auf dem Rücken ist die Aufgabe auch für ihn anspruchsvoll gewesen.

THW-Zugführer zieht positive Bilanz

Mit den Ergebnissen ist THW-Zugführer Leo Wieser mehr als zufrieden. Die Abstimmung zwischen den beteiligten Organisationen habe sehr gut geklappt, beurteilt Wieser die Übung. Auch für die Bevölkerung sei es letztlich ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man sich auf das Zusammenspiel verlassen könne.

Bundesbehörde mit Zehntausenden Ehrenamtlichen

Gegründet wurde das Technische Hilfswerk im August 1950. Seit 1973 gibt es einen Ortsverband in Schwabmünchen. Das THW ist als Bundesbehörde organisiert. Nach eigenen Angaben hat es etwa 1.800 hauptamtliche Mitarbeiter und rund 85.000 ehrenamtliche Helfer.

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