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Wie die Stadt Würzburg gegen das Baumsterben vorgeht | BR24

© BR/Carol Lupu

Rund 5.000 tote Bäume hat Stadtförster Karl-Georg Schönmüller in diesem Jahr schon vorgefunden.

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Wie die Stadt Würzburg gegen das Baumsterben vorgeht

Heute startet in Bayern der "Gesundheitscheck für Bäume". Landesweit prüfen Förster den Zustand der Wälder. Die Region um Würzburg gilt als die trockenste in Bayern. Gegen das Waldsterben ergreift die Stadt Würzburg nun neue Maßnahmen.

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Was tun gegen die Trockenheit, wenn der Boden versteppt? Das fragen sich die Mitarbeiter der Stadt Würzburg in diesen Tagen. 5.000 Bäume im Stadtwald sind bereits tot. Viele Bäume haben nicht ausgetrieben. Bei anderen sind die Blätter bereits gelb verfärbt, wie sonst erst im Herbst. Denn: "Gegen die Natur kann der Mensch nicht arbeiten", sagt Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU). Die Stadt Würzburg hat damit begonnen, mit Tankwagen in die Wälder zu fahren.

Rotbuche erstmals vom Baumsterben betroffen

Erstmals sind in diesem Jahr auch Rotbuchen unter den toten Bäumen, sagt Schuchardt. Bislang galt gerade die Rotbuche als ein Baum, der dem wärmer werdenden Klima trotzen kann. An einzelnen Plätzen sind die Buchen in diesem Jahr jedoch regelrecht "zusammengeknickt", sagt Stadtförster Karl-Georg Schönmüller. Die übrigen Bäume hätten nur noch einen Laubanteil von 50 Prozent.

"Diese Steppenwinde, diese Wüstenwinde, die wir über Wochen letztes Jahr hatten, haben die Buchen extrem negativ beeinflusst. Wenn man das über Generationen verfolgt, ist das eigentlich dramatisch." Karl-Georg Schönmüller, Stadtförster

Forstexperten hatten bisher gehofft, dass die Buche den Menschen im Kampf gegen die Klimaerhitzung unterstützt. Ein Irrglaube, sagt Schönmüller. Durch Hitze und Wassermangel nisten sich Krankheiten an Rinde und Stamm ein. Ein mächtiger Baum werde binnen ein bis zwei Jahren zu Fall gebracht.

Mit Tankwagen gegen das Baumsterben

In Würzburg sind ein Prozent des Baumbestandes bereits gestorben. In manchen Gegenden Deutschlands seien es 20 Prozent, so die Experten. In Würzburg versuchen die Mitarbeiter der Stadt nun mit Tankwagen Wasser an die Bäume zu bringen.

© picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa

Die Klimakrise setzt dem deutschen Wald hart zu: Jetzt überprüft die bayerische Forstverwaltung, wie es in Bayern aussieht – auch in Würzburg.

Helge Grob, Leiter des Gartenamtes, betreut die Gießaktion. Mit zehn Wagen mit einem Fassungsvermögen von je 1.500 Liter sind er und seine Kollegen im Einsatz. "Wir sind sehr gut aufgestellt", sagt er. Andere Ämter hätten nur einen oder zwei Tankwagen zur Verfügung.

Gesundheitscheck für Bäume in ganz Bayern

Bayernweit startet am Montag der Gesundheitscheck für Bäume. An über 300 Stellen prüfen speziell geschulte Förster Laub und Nadeln von Waldbäumen. Sie untersuchen die Wälder unter anderem auf Pilz- und Insektenbefall. Die Inventurpunkte sind gleichmäßig über Bayern verteilt. Die Förster sind bis August unterwegs.