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Wie die Polizei Soziale Medien nutzt | BR24

© Polizei München

Sprecher der Polizei München

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    Wie die Polizei Soziale Medien nutzt

    Die Münchner Polizei ruft in einem Facebook-Video junge Leute auf, ihre älteren Verwandten vor Trickbetrügern zu bewahren. Der von 5.000 Nutzern geteilte Link steht für eine neue Öffentlichkeitsarbeit der Polizei. Von Johannes Berthoud

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    Oliver Timper zeigt stolz auf ein 25 Zentimeter hohes Plexiglasmännchen, das nach einem Stern greift. Den Goldenen Blogger hat das Social Media Team der Münchner Polizei als Aufzeichnung für seine Arbeit auf Twitter bekommen. Fast 300.000 Menschen folgen den Beamten bei dem Kurznachrichtendienst, auf Facebook sind es über 230.000. Sie bekommen Informationen zur Arbeit der Beamten, aber auch reine Unterhaltung geboten. Zum Beispiel ein Video, in dem Beamte der Reiterstaffel eine Szene der Kultfernsehserie Münchner Geschichten nachstellen – fragt sich: Warum gibt die Polizei dafür Geld aus?

    "Das ist so ein bisschen, sag ich mal, eine Art Spagat immer zwischen beiden, weil klar entscheidend für einen erfolgreichen Auftritt im Netz ist die Reichweite." Oliver Timper, Polizei München/Socialmedia

    Soziale Netzwerke nutzen

    Eine große Reichweite soll also im Ernstfall helfen, viele Menschen zu erreichen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann spricht eine solche Situation an, um den eigentlichen Zweck der Social Media Aktivitäten der Polizei zu erklären.

    "Wir haben Situationen, wenn ich damals an den Amoklauf in München denke, wo es natürlich ganz wichtig ist, dass wir ganz schnell sofort Informationen an die Bevölkerung ranbringen. Was ist eigentlich los in der Stadt, wo bestehen Gefahren, wo sollte sich jemand eher fernhalten und dazu müssen wir diese sozialen Netzwerke nutzen." Joachim Herrmann, Innenminister

    "Überladenes Computerspiel"

    Manchmal passiert das vielleicht sogar zu schnell und nicht so behutsam und ruhig wie beim Amoklauf in München. Vielleicht, weil andere Polizei-Teams nicht so viel Erfahrung mit Sozialen Netzwerken haben. Das Präsidium Oberfranken ist erst seit einem Monat dabei. Am 10. Februar bittet die Polizei kurz nach einem Raubüberfall auf Facebook um Mithilfe:

    "Nach einem Raubüberfall am Freitagvormittag, gegen 10 Uhr, auf ein Juweliergeschäft am Grünen Markt in Bamberg läuft derzeit die Fahndung nach den Männern auf Hochtouren. Wir bitten Euch um Mithilfe." Facebook-Aufruf der Polizei Oberfranken

    Gefahr von Falschmeldungen

    Die Kollegen tauschen sich auch regelmäßig bayernweit aus. In der Arbeitsgruppe Social Media unterstützen die erfahrenen Münchner die neueren Teams. Auch bei kritischen Themen, bei denen Schluss mit lustig ist. Nach dem Amoklauf in München im Juli letzten Jahres kursierten Falschmeldungen zum Tathergang. Das Social Media Team der Münchner Polizei um Oliver Timper hat daraufhin den Tätern vorgerechnet, dass Rechnungen über zehntausende Euro auf sie zu kommen können, wenn die Polizei wegen einer Falschmeldung ausrücken muss.

    Solche Warnungen sind allerdings selten. Die Polizei will auf Facebook und Twitter die Bürger informieren, mit ihnen in Kontakt treten und – das geben die Social Media Teams auch zu – ihr Image pflegen oder aufpolieren. Das gelingt ihr ziemlich gut. Die Auftritte sind professionell gemacht, die Polizei kommt sympathisch rüber.