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Wie die Josefspartei Josefi als Feiertag wiedereinführen möchte | BR24

© dpa-BIldfunk

ARCHIV - 17.03.2009, Bayern, Seeg: ILLUSTRATION Das Etikett auf einer Bierflasche, mit einem für die Zeit um den Josefitag gebrauten Bier

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    Wie die Josefspartei Josefi als Feiertag wiedereinführen möchte

    Bis 1969 war der 19. März ein gesetzlicher Feiertag. Josefi, der Josefstag, stand ganz im Zeichen des heiligen Josef. In der Nähe von Augsburg setzen sich Seppen und Seppinnen mit einer eigenen Partei für die Wiedereinführung dieses Feiertags ein.

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    Einen Josefsbrunnen haben sie gebaut. Ein Josefsmarterl am Ortsrand errichtet, eine Josefsfahne sticken lassen. 380 Mitglieder hat die Königlich-Bayerische Josefspartei allein in Königsbrunn bei Augsburg. Weltweit sind es etwa 6.000. Die Parteizentrale ist in Aichach. Der harte Kern scheut keine Mühen, um auf den heiligen Josef aufmerksam zu machen und für die Wiedereinführung des Josefitags als gesetzlichen Feiertag zu kämpfen. Ralf Josef Herrmann, der Vorsitzende der Königlich-Bayerischen Josefspartei Königsbrunn, meint beim Bier, es handle sich um eine "bierernste Angelegenheit". "Wir machen das aus Überzeugung, auch wenn nicht viele hinter uns stehen", meint er dazu.

    Weltfrauentag in Berlin, Josefstag in Bayern?

    Jeden Monat findet ein Stammtisch statt, einmal im Jahr organisieren die Parteimitglieder einen Weltparteitag. Da war auch schon Markus Söder zu Gast, als er noch Finanzminister war. Und selbst in Brüssel bei der Europäischen Union hat die Königlich-Bayerische Josefspartei schon ihr Anliegen vorgetragen, berichtet Heinz Josef Gerstmayr aus Königsbrunn: "Wenn sich die Berliner einen Weltfrauentag als Feiertag leisten können, dann sollten wir uns als Bayern einen Josefstag erst recht leisten können."

    Der heilige Josef als Vorbild für den modernen Familienvater

    Josef, der Patron der Handwerker und der Familie, könne auch in der heutigen Zeit ein Vorbild sein, meint Gerstmayr. "Wir sind nicht die ewig gestrigen, wir sind für die Zukunft und wir denken, dass der heilige Josef Vorbild war, für den Vater, der sich um das Kind eines anderen gekümmert hat, der ohne staatliche Unterstützung auskam, der seiner Frau viele Freiheiten ließ." Josef wäre eigentlich der ideale Mann, dem auch ein Feiertag zustünde, meint das Parteimitglied. Viele Frauen hätten das nur noch nicht erkannt.

    50 Jahre sind seit der Abschaffung des Feiertags inzwischen vergangen. Aber die Königlich-Bayerische Josefspartei will das nicht hinnehmen, denn mit dem Josefitag sei auch ein Stück bayerischer Kultur verloren gegangen, meint Ralf Josef Herrmann.

    Wer Josefi nicht feiert, dem droht der Parteiausschluss

    Seit den 1980er Jahren setzt sich die Partei für ihr einziges Parteiziel ein. Die Wiedereinführung des Josefitags und wer den nicht gebührend feiert, dem droht der Parteiausschluss. Ein Euro pro Jahr kostet der Mitgliedsbeitrag, dafür dürfen die Mitglieder auch als Zweitnamen den Namen Josef oder Josefine führen und die Josefsfahne der Partei bei Veranstaltungen tragen.