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Wie die Bahn in Bayern pünktlicher werden will | BR24

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Die Bahn ist wegen mangelnder Pünktlichkeit und unbefriedigender Servicequalität unter öffentlichem Druck.

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Wie die Bahn in Bayern pünktlicher werden will

Schon zum dritten Mal in diesem Jahr treffen sich Verkehrsminister Andreas Scheuer und Bahnchef Richard Lutz. Denn die Bahn soll effizienter und pünktlicher werden. In Bayern startet der Konzern dazu erste Maßnahmen.

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Vor allem viel befahrene Strecken machen der Bahn Sorgen. Dort ist das Risiko besonders hoch, dass Züge sich verspäten. Ein Beispiel: der Abschnitt zwischen Nürnberg und Würzburg. Dort fahren zahlreiche Güter-, Fern- und Regionalzüge. Noch in diesem Jahr sollen zusätzliche Mitarbeiter explizit auf dieser Strecke in Franken für mehr Pünktlichkeit sorgen. Unpünktliche Züge könnten zum Beispiel angewiesen werden, schneller zu fahren oder zunächst, andere Züge vorbeifahren zulassen. "Immer mit dem Ziel, Stau auf der Schiene zu vermeiden", sagt eine Bahn-Sprecherin. Zwischen Köln und Dortmund gibt es dieses Strecken-Management bereits seit Oktober. Laut Bahn brachte es auch Erfolge in Sachen Pünktlichkeit.

Immer mehr Fahrgäste, immer mehr Probleme

2018 kam jeder vierte Fernzug in Deutschland zu spät. Im Durchschnitt sind jeden Tag zehn Fernzüge sogar ersatzlos ausgefallen. Immer mehr Menschen fahren mit der Bahn, aber es gibt auch immer mehr Probleme: technische Störungen in Zügen, marode Strecken, fehlendes Personal. Es brauche einen großen Wurf, um die Probleme zu lösen, findet Anton Hofreiter, Vorsitzender der Grünen-Bundestagsfraktion: "Wir brauchen eine Bahnreform 2.0. Das heißt: Wir müssen die Zersplitterung bei der Bahn beenden, damit sie effizient arbeitet. Als zweite große Maßnahme braucht es mehr Geld und Kapazität."

Wie viel Geld muss der Bund investieren?

Sowohl Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU) als auch Bahnchef Lutz geraten zunehmend unter Druck: "Es kann nicht sein, dass Herr Scheuer weiter so tut, als wenn es allein das Problem des Bahnchefs und der Bahn wäre", sagt Hofreiter. Diskutiert wird nun, wie viel Geld der Bund beisteuern muss. Außerdem soll der Verkauf der Auslandstochter Arriva geprüft werden. Das britische Unternehmen betreibt in mehreren europäischen Ländern Nahverkehrszüge und Busse. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Burkert sieht einen möglichen Verkauf kritisch: "Da wäre ich sehr vorsichtig. Wenn Arriva weg ist, wird es zum Konkurrenten für die Deutsche Bahn in Deutschland."

Knotenkoordinatoren sollen Fahrgästen helfen

Wenn es um Pünktlichkeit geht, gehören auch die großen Knotenbahnhöfe zu den Schwachstellen: Nach Angaben der Bahn entstehen 60 Prozent der Verspätungen in den stark frequentierten Bahnhöfen. Damit Züge dort pünktlich abfahren, setzt die Bahn in bundesweit zehn Bahnhöfen sogenannte "Knotenkoordinatoren" ein, unter anderem in München. Sie sollen zum Beispiel dafür sorgen, dass Fahrgäste rechtzeitig einsteigen. Und die Bahn auch so ein kleines bisschen pünktlicher werden kann. Zumindest im Kleinen hat die Bahn schon auf ihre Probleme mit der Pünktlichkeit reagiert.

Von
  • Robert Köhler
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