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Wie der Brenner-Nordzulauf eine Region spaltet | BR24

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Proteste gegen Brenner-Nordzulauf: Sternmarsch zum Landkreisamt Rosenheim

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Wie der Brenner-Nordzulauf eine Region spaltet

Der Brenner-Basistunnel soll bis 2026 fertig werden und den Waren- und Personenverkehr auf die Schiene verlagern. Doch der geplante Brenner-Nordzulauf stößt im Landkreis Rosenheim auf den geballten Widerstand von 15 Bürgerinitiativen.

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Zwei zusätzliche Gleise für den transalpinen Zugverkehr und eine Hochleistungsstrecke für Geschwindigkeiten bis zu 230 km/h – so soll der sogenannte Brenner-Nordzulauf den Lkw-Verkehr reduzieren. Im Landkreis Rosenheim sind derzeit rund 100 mögliche Trassen in 25 Gemeinden im Gespräch.

Geplant wird die Eisenbahnstrecke grenzübergreifend, also zusammen mit der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) – und auch mit Bürgern und Lokalpolitikern aus der Region. In diversen Foren sitzen Bürgermeister, Gemeinderäte, Bürgerinitiativen, Vertreter von Landwirtschaft, Wirtschaft und Tourismus.

Sie alle versuchen im sogenannten "Planungsdialog" der Deutschen Bahn, die eine Trasse für den Landkreis Rosenheim zu finden. 2020 soll sie auf dem Tisch liegen. Doch die Einigung ist nicht einfach.

Anwohner sorgen sich um ihre Existenz

Der Planungsdialog der Deutschen Bahn wird von den einen für gut befunden, andere halten ihn für eine reine Alibiveranstaltung. Die Foren sind nicht öffentlich, im Internet sind Ergebnisprotokolle nachzulesen. Kritiker sagen, wegen des hohen Zeitdrucks werde die Planung durchgedrückt. Von anderer Seite ist zu hören, Deutschland habe die Planung der Zulaufstrecken zum Brenner-Basistunnel, die schon seit den 1980er Jahren immer wieder im Gespräch waren, verschlafen.

Anwohner möglicher Trassenabschnitte sind alarmiert – ihre Häuser und Grundstücke könnten an Wert verlieren. Einige sorgen sich um ihre Existenz. Tatsächlich ist derzeit der halbe Landkreis Rosenheim überplant, 25 Gemeinden sind betroffen. Das zeigen die Karten der Deutschen Bahn, die im Juni 2018 von den Planern präsentiert wurden. Weil diverse Abschnitte miteinander kombiniert werden können, gibt es derzeit alles in allem rund 100 mögliche Trassen. Bis Juli sollen die auf nur mehr fünf gestrichen werden.

Sind zwei neue Gleise nötig?

In der Kritik steht auch immer wieder die Einschätzung zum Bedarf. Bei den Protesten und Vermittlungsversuchen wird immer wieder darüber diskutiert, ob die zweigleisige neue Trasse wirklich gebraucht wird. Im Bayern2 Tagesgespräch äußerte sich der Gesamtprojektleiter der Deutschen Bahn auf diese Frage:

"Diese Annahmen hat der Gutachter im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums getroffen. Das ist der Bedarfsnachweis, den wir haben. Der ist im Bundesverkehrswegeplan festgelegt." Torsten Gruber, Gesamtprojektleiter für den Brenner Nordzulauf bei der Deutschen Bahn im Bayern2 Tagesgespräch

Im Gespräch mit den Hörern machte er klar, dass nicht mehr über das "ob", sondern nur noch über das "wie" bei der Realisierung des Brenner-Nordzulaufs gesprochen werde.

Befürworter hoffen auf weniger Lkw-Verkehr

Die Befürworter in der Region erhoffen sich weniger Lkw-Verkehr in der Region. Derzeit fahren hier etwa 2,4 Millionen Lkw durch. Tirol möchte auf eine Million reduzieren und den Rest auf die Schienen bringen. Laut Projektbefürwortern genügt es für diesen massiven Wandel nicht, die Bestandzugstrecke zu modernisieren und zu erweitern.

Heute fahren auf der bestehenden Zugstrecke pro Tag rund 185 Personen- und Güterzüge. Die Experten des Bundesverkehrsministeriums gehen davon aus, dass nach 2030 im Inntal täglich 400 bis 558 Güterzüge unterwegs sein könnten, den Personenverkehr nicht einberechnet. Diese Zahlen werden von den Kritikern jedoch als übertrieben bewertet.

Österreich schafft währenddessen Tatsachen

Währenddessen schafft Österreich Tatsachen: Der 64 Kilometer lange Brennerbasistunnel ist längst im Bau, bis 2026 soll er fertig sein.

Für das Bayern2 Notizbuch war Reporterin Dagmar Bohrer-Glas in der Region unterwegs und hat mit Kritikern und Befürwortern gesprochen.

© BR

Beim Bau des Brennerbasistunnels steckt die Planung der deutschen Zulaufstrecke fest. Im Landkreis Rosenheim wehren sich viele Bewohner gegen die Pläne. Es gibt aber auch Befürworter. Sie erhoffen sich weniger LKW-Verkehr.