BR24 Logo
BR24 Logo
Alles zur Maskenpflicht

Wie das Rote Kreuz versucht, die Corona-Krise zu meistern | BR24

© BR

Rot-Kreuz-Mitarbeiter im Materiallager

Per Mail sharen

    Wie das Rote Kreuz versucht, die Corona-Krise zu meistern

    Materialengpässe, Platzprobleme und immer mehr Einsatzfahrten mit infektiösen Patienten: Die Corona-Pandemie stellt die Hilfsorganisationen teils vor völlig neue Herausforderungen – auch das Bayerische Rote Kreuz.

    Per Mail sharen

    Zehn Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes sitzen an einem großen Tisch, jeweils im Abstand von zwei Metern zueinander. Mitarbeiter Bernd ist zudem live per Video zugeschaltet. Er gehört zur Abteilung Materialbeschaffung. Heute geht es um Beatmungsschläuche: "90 Stück sind in der Pipeline. Die sollten wir uns beschaffen. Damit sollten wir zwei Wochen über die Runden kommen."

    Seit knapp einer Woche arbeitet das Bayerische Rote Kreuz im O2-Tower in München. Denn die eigenen Räumlichkeiten wurden während der Corona-Krise zu klein. Um das Problem zu lösen, stellt die Firma Telefonica nun dem BRK ein ganzes Stockwerk zur Verfügung.

    "Es ist total wichtig, dass dieses Team infektionsfrei bleibt. Denn wenn wir hier einen infizierten Mitarbeiter hätten, müssten die anderen, die in der Schicht dabei und zu nah dran waren, in die Quarantäne. Dann wäre der Stab nicht mehr arbeitsfähig." Landesgeschäftsführer des BRK, Leonhard Stärk

    Material ist nur schwer zu bekommen

    Derzeit kümmert sich das BRK-Team von hier aus vorrangig auch um Materialbeschaffung – und dessen Koordination. Denn Beatmungsschläuche, Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind momentan nur schwer zu bekommen. Sie aber werden dringend gebraucht: etwa bei den Einsatzfahrten des BRK, die immer häufiger infektiöse Patienten transportieren. Oder auch in den Pflegeheimen, wo Risikopatienten besonders geschützt werden müssen. So diskutiert das BRK derzeit beispielsweise, wie man Beatmungsschläuche reinigen und somit nicht nur einmal, sondern zweimal einsetzen kann.

    "Man muss ganz klar sagen: Das ist nur eine Notlösung", sagt Stabsleiter Daniel Pröbstl. "Aber in der jetzigen Situation braucht's kreative Lösungen."

    Hilfsorganisationen helfen sich gegenseitig

    Jeden Morgen gibt es außerdem eine weitere Videokonferenz mit anderen Hilfsorganisationen, beispielsweise mit dem Arbeiter Samariter Bund oder den Maltesern. Ziel ist es, sich auszutauschen und notfalls auch mit Material auszuhelfen. Eine ungewöhnliche Zusammenarbeit, schließlich konkurrieren die Hilfsorganisationen normalerweise untereinander. Daniel Pröbstl sagt dazu: "In dieser Krise gibt es kein Konkurrenzdenken. Wir haben alle die gleichen Probleme, wir haben alle das gleiche Ziel: Material beschaffen."

    BRK fordert vom Freistaat klarere Strukturen

    Als Landesgeschäftsführer des BRK sitzt Leonhard Stärk mittlerweile fast täglich mit Regierungsvertretern zusammen, um über die aktuelle Versorgungslage in Bayern zu beraten. Er fordert vom Freistaat "noch klarere Strukturen, um Schutzausrüstung zu beschaffen".

    Erste Ansätze dazu gibt es bereits: So forderte Ministerpräsident Markus Söder eine Umstellung in Bayern auf eine Notfallproduktion. Er stehe bereits mit mehreren Firmen in Kontakt und einige – wie etwa Siemens - leisteten bereits Hilfe. "Wir stehen kurz vor der Zertifizierung auch hochwertiger Masken", sagte Söder und forderte alle Firmen mit freien Kapazitäten auf, einzusteigen. Auch mit der Bundesregierung arbeite man an einer Lösung des Problems.

    © BR

    Das BRK ist im O2 Tower untergekommen

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!