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Wie Buching um seine Klinik kämpft | BR24

© BR/Waldmüller

Psychosomatische Klinik in Buching

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    Wie Buching um seine Klinik kämpft

    In Halblech rumort es: Die Psychosomatische Reha-Klinik im Ortsteil Buching, zweitgrößter Arbeitgeber in Halblech, soll geschlossen werden. Und das, obwohl die Klinik gut läuft. Nur: Es gibt keinen Chefarzt. Doch Bürger und Beschäftigte kämpfen.

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    Margot Bath sitzt auf einer Bank am Weiher vor der Klinik in Buching. In der Hand hält sie eine rote Mappe mit einer langen Unterschriftenliste. Als die Patienten von der geplanten Klinikschließung gehört haben, haben sie von sich aus sofort ein Schreiben an den Träger aufgesetzt. Denn hier wird gute Arbeit geleistet, sagt Patientin Margot Barth. Und das darf man nicht einfach so kaputtmachen: "Man geht individuell auf den Patienten ein. Sehr wertvoll ist außerdem das Rundum-Konzept, das voll und ganz passt."

    "Die Klinik arbeitet wirtschaftlich"

    Zum 30. April will die Deutsche Rentenversicherung als Trägerin der Klinik die Einrichtung dichtmachen. 87 Mitarbeiter bangen jetzt, kurz vor Weihnachten, um ihre Jobs. Für Sigi Stenzel von der Gewerkschaft ver.di nicht nachvollziehbar: "Sie arbeitet wirtschaftlich, sie ist zu 100 Prozent ausgelastet, sie wird nachgefragt. Also das, finde ich, ist schon ein starkes Stück, wenn hier eine 100 prozentig ausgelastete Klinik geschlossen werden muss."

    Das sagt die Rentenversicherung

    Die Deutsche Rentenversicherung Schwaben in Augsburg will sich nur schriftlich zu dem Fall äußern. Auf die Frage, warum der Vorstand die Schließung der Klinik empfiehlt, teilt die DRV per Mail mit: " Fakt ist (…), dass wir seit Oktober 2016 einen neuen Chefarzt suchen und in acht umfangreichen Ausschreibungsverfahren keinen gefunden haben. (...) Ohne einen Chefarzt kann die Klinik aufgrund der verbindlichen Strukturvorgaben der Rentenversicherung aber nicht dauerhaft weiterbetrieben werden."

    46 Bewerber soll es für den Chefarztposten gegeben haben. Von den geeigneten Kandidaten sei aber keiner bereit gewesen, die Chefarztstelle auch anzutreten, so die DRV. Eine komplette Klinik schließen, nur weil der Träger keinen Chefarzt findet?

    Halblechs Bürgermeister ist entsetzt

    Für Halblechs Bürgermeister Johann Geschwill wäre das eine Katastrophe. Schließlich geht es um den zweitgrößten Arbeitgeber in seiner 3.500-Einwohner-Gemeinde: "Für unseren Ort ist das wirklich sehr dramatisch und auch schlimm. Da arbeiten fast 90 Leute, und natürlich hängen da ganz viele Familien an den Personen, die da arbeiten. Und auch für die ganze Wertschöpfung unserer Gastronomie, Wirtschaft, Tourismus, ist die Klinik immens wichtig."

    Alle Hebel in Bewegung gesetzt

    Die endgültige Entscheidung, ob die Klinik Buching, wie vom Vorstand vorgeschlagen zum 30. April schließt, trifft die Vertreterversammlung der DRV Schwaben am kommenden Freitag. Unterschriftenlisten, eine Resolution des Gemeinderats, Schreiben an die Vertreter, Gespräche mit Politikern auf allen Ebenen - die Patienten, die Mitarbeiter und der Bürgermeister setzen jetzt alle Hebel in Bewegung, um eine Klinikschließung im letzten Moment noch abzuwenden.