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Abschiebungen: Wie sich Asylbewerber der Polizei entziehen | BR24

© dpa-Bildfunk/Stefan Puchner

Asylunterkunft Donauwörth

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    Abschiebungen: Wie sich Asylbewerber der Polizei entziehen

    Bayerische Polizisten haben die Abschiebe-Politik scharf kritisiert. Ein Beamter spricht von "absoluter Frustration", weil Flüchtlinge am Abschiebetermin untertauchen. Wie kommt es dazu? Ein Bericht aus Donauwörth.

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    Auch die Donauwörther Polizei wird durch die vielen Abschiebeversuche aus dem Donauwörther Ankerzentrum stark in Anspruch genommen.

    "Das trägt nicht zur Motivation bei, da ist absolute Frustration", erklärt der Donauwörther Polizeiinspektionsleiter Thomas Scheurer. Sein Frust lässt sich in Zahlen ausdrücken: Seit es das Ankerzentrum gibt, also seit dem 1. August, hätten 134 Personen aus dem Zentrum abgeschoben werden sollen. Nur bei 16 sei das gelungen.

    Polizisten vor einem leeren Bett

    Wie kommt es dazu? Sobald Flüchtlinge den Ablehnungsbescheid bekommen, wissen sie, dass sie in den kommenden Wochen abgeschoben werden sollen.

    Deshalb tauschen sie nachts die Betten. Die Polizei findet sie dann nicht in ihrem Zimmer vor. Und ein so großes Ankerzentrum mit um die 800 Personen könne nicht ad hoc durchsucht werden, das sei unmöglich und sorge für zu viel Aufruhr, so Scheurer weiter.

    Piloten verweigern Mitnahme

    Doch auch wenn abgelehnte Asylbewerber angetroffen werden, können Abschiebungen noch scheitern: In 17 Fällen sei das so gewesen, schildert Scheurer.

    Seine Beamten hätten die Personen zwar angetroffen. Die Abschiebung wurde dann aber am Flughafen abgebrochen, weil sie sich geweigert hätten, angegeben hätten, krank zu sein oder Widerstand geleistet hätten. Dann würden die Piloten in der Regel die Mitnahme verweigern.

    Aufstehen um drei Uhr früh für Abschiebungen

    Seine Mitarbeiter seien inzwischen frustriert: Sie müssten regelmäßig sehr früh aufstehen, um die Flüchtlinge pünktlich zum Abschiebeflug abzuholen. Dass dies meist misslinge, sorge für Frust. Außerdem fehlten ihm die Mitarbeiter für andere Aufgaben.

    Die Donauwörther Polizeinspektion ist bayernweit die kleinste Dienststelle, die ein Ankerzentrum in ihrem Dienstgebiet hat. Deshalb kommen regelmäßig Kräfte aus Dillingen, Nördlingen, Rain und Augsburg zur Unterstützung.