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Widerstand in Wald: Bürger wollen Feuerwerk-Lager verhindern | BR24

© BR/Waldmüller

Bürgerinitiative von Wald will ein Lager für Feuerwerkskörper verhindern.

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    Widerstand in Wald: Bürger wollen Feuerwerk-Lager verhindern

    In Wald im Ostallgäu ist die Stimmung explosiv: Ein Pyrotechniker will dort auf der grünen Wiese ein Lager für Feuerwerkskörper bauen. Gemeinde und Bürger laufen dagegen Sturm. Der Betreiber versteht die Aufregung nicht.

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    Von
    • Rupert Waldmüller
    • Susanne Hofmann

    Peter Heigl von der Bürgerinitiative sammelt Unterschriften in der Ortsmitte von Wald. Seit bekannt wurde, dass ein Unternehmer in dem 1.200 Einwohner-Ort im Ostallgäu ein Pyrotechnik-Lager bauen will, ist die Aufregung hier groß. So ein wuchtiger Bau im Außenbereich am Waldrand - in den Augen von Peter Heigl geht das gar nicht: "Der gefährdet unser Wasser und unsere Gesundheit und macht die ganze Landschaft kaputt", sagt Heigl.

    Zufahrt zu eng für Gefahrgut-Transporte

    An einem kleinen Waldstück außerhalb der Gemeinde will die Firma "Allgäu Feuerwerke" eine 200 Quadratmeter große Lagerhalle bauen. Dort sollen bis zu zehn Tonnen Feuerwerkskörper gelagert werden. Die Bürgerinitiative und die Gemeinde wollen das unbedingt verhindern. Sie kritisieren, dass die Zufahrt über eine schmale Straße viel zu eng sei für Gefahrgut-Transporte. Außerdem würden seltene Tierarten wie der in dem Waldstück brütende Schwarzstorch durch den Bau bedroht.

    Angst um das Wasserschutzgebiet

    Bürgermeisterin Johanna Purschke sorgt sich vor allem um das direkt an das Grundstück angrenzende Wasserschutzgebiet, sollte es einmal zu einem Brand in dem Lager kommen: "Wenn da mal was passiert, dann läuft das ganze Löschwasser in unsere Trinkwasserversorgung", befürchtet sie: "Das können und das wollen wir nicht zulassen."

    Unternehmer musste altes Lager räumen

    Der Unternehmer, der das Pyrotechniklager bauen will, ist Stefan Goder, Inhaber der Firma "Allgäu Feuerwerke" aus Unterthingau. Bisher hat er sein explosives Material für Feuerwerke bei Volksfesten, Hochzeiten und Firmenjubiläen in einem alten Munitionsbunker der Bundeswehr in Kempten gelagert. Doch das Gelände in der Riederau soll jetzt anderweitig genutzt werden. Bis zum Sommer musste Goder das Lager räumen. Mietflächen für das Pyrotechniklager oder etwas Vergleichbares wie den alten Munitionsbunker habe er in der Region nicht gefunden, sagt der Unternehmer.

    Betreiber: "Das Lager ist sicher"

    Deshalb will Stefan Goder jetzt ein neues Lager bauen. Das Grundstück in Wald, das sein Vater vor einigen Jahren gekauft hat, ist in Goders Augen der ideale Ort dafür. Die Aufregung um die Pläne für das Pyrotechniklager dort kann er nicht verstehen. Bei der Planung seien alle Abstandsregelungen, Naturschutzrichtlinien und auch Sicherheitsbestimmungen berücksichtigt worden, versichert der Pyrotechniker: "Wir haben einen Gutachter beauftragt, der die Details prüft. Das Lager ist sicher."

    Genehmigungsverfahren läuft

    Ob das Pyrotechniklager in Wald wirklich gebaut wird, ist noch unklar: Die Entscheidung trifft die Regierung von Schwaben als Gewerbeaufsichtsbehörde. Das Genehmigungsverfahren läuft. Die Gemeinde habe dabei aber nicht viel mitzureden und sei bisher auch nur schlecht informiert worden, kritisiert Bürgermeisterin Johanna Purschke. Zusammen mit der Bürgerinitiative wollen sie und der Gemeinderat deshalb nun alles tun, um den Bau des Pyrotechniklagers in ihrem Ort noch abzuwenden.

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