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Geschlossene Arztpraxis

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    Widerstand im Landkreis Miltenberg

    Und da war es nur noch eine: Ab Januar 2017 wird es im gesamten Landkreis Miltenberg nur noch eine Bereitschaftspraxis für den hausärztlichen Notdienst geben. Aber gegen die Pläne gibt es Widerstand - bei Patienten, Bürgermeistern und Ärzten.

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    Bisher gibt es im Landkreis Miltenberg bei der hausärztlichen Versorgung drei Bereitschaftsdienstgruppen. Die Kassenärztliche Vereinigung will diese drei Gruppen allerdings zu einer zusammenfassen.

    Klinik in Erlenbach als zentrale Anlaufstelle

    Für sämtliche Patienten im Landkreis bedeutet das, dass sie bei Bedarf nach Erlenbach am Main müssten - von Miltenberg sind das knapp 20 Kilometer. An der Erlenbacher Helios-Klinik soll die Bereitschaftspraxis für den Gesamtlandkreis angegliedert werden.

    Gegen diese Pläne gibt es bereits Widerstand. Vor allem von Seiten der Ärzte aus dem südlichen Landkreis, aber auch von den Bürgermeistern der Odenwald-Gemeinden. Die Bürgermeister fordern eine zweite Bereitschaftspraxis in Miltenberg. Dafür wurden schon fast 1.900 Unterschriften gesammelt.

    Ärzte lehnen Zuweisung ab

    Die Odenwald-Allianz, der Zusammenschluss der Odenwald-Gemeinden, kritisiert die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung - unter anderem weil die Allianz gemeinsam mit den betroffenen Ärzten ein Konzept erarbeitet hat, das über ein Ärztehaus weit hinaus geht.

    Von insgesamt 38 Ärzten aus dem Raum Miltenberg und Amorbach haben bereits 20 ihre Zuweisung zur Bereitschaftspraxis nach Erlenbach abgelehnt. Die Kassenärztliche Vereinigung will nach eigenen Angaben durch eine "Zentrierung des Bereitschaftsdienstes" den Beruf des Hausarztes attraktiver machen, vor allem für junge Ärzte.