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Widerstand gegen Neubaupläne der Adenauerbrücke in Neu-Ulm | BR24

© BR/Joseph Weidl

Acht Spuren für Autos - anhand der Pläne für die Adenauerbrücke in Neu-Ulm entbrennt gerade eine Diskussion über Klimawandel, Verkehrswende und Nachhaltigkeit.

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Widerstand gegen Neubaupläne der Adenauerbrücke in Neu-Ulm

Klimawandel, Verkehrswende und Nachhaltigkeit. Damit müssen sich die Kommunen beschäftigen. Auch deshalb entbrennt eine Diskussion rund um einen geplanten Brücken-Neubau an der Donau in den Städten Neu-Ulm und Ulm. Sind acht Spuren noch zeitgemäß?

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Von
  • Joseph Weidl
  • Torsten Thierbach

Die Adenauerbrücke ist nicht irgendeine Brücke. Rund 100.000 Autos fahren täglich über das Bauwerk, das als Bundestraße zwei Bundesländer verbindet und den Fernverkehr zum Beispiel in Richtung A7 leitet. Die Brücke ist marode und muss neu gebaut werden – darüber sind sich alle einig.

Die Spitzen beider Städte und das Staatliche Bauamt Krumbach bevorzugen eine Lösung mit acht Spuren und einer Breite von insgesamt rund 42 Metern. Das wäre fast mehr als doppelt so breit wie bisher. Laut Neu-Ulms Stadtbaudirektor Markus Krämer würde das jedoch für einen besseren Verkehrsfluss sorgen, damit für weniger Unfälle und Staus. Auch die Möglichkeit, eine Spur ausschließlich für den ÖPNV freizugeben, sehen die Städte. Der Bund als Bauherr würde bei acht Spuren außerdem für den Lärmschutz aufkommen, bei sechs Spuren nicht.

Petition gegen acht-spurigen Ausbau

Doch gegen diese Pläne regt sich Widerstand. Claudia Spooren, eine Ulmer Bürgerin, hat eine Petition gestartet, außerdem haben sich auch die Grünen beider Städte gegen die acht Spuren ausgesprochen. Die Kritiker würden eine kleinere Variante mit sechs Spuren bevorzugen. Die Argumente der Gegner: Es müssten bei acht Spuren mehr Bäume in einem Ulmer Park gefällt werden, der an die Brücke angrenzt. Außerdem sollte in Zeiten des Klimawandels keine zusätzliche Fläche für mehr Verkehr geschaffen werden, die acht-spurige Variante würde den Ideen der Verkehrswende widersprechen. Darüber hinaus wäre eine derart breite Brücke ein massiver Eingriff ins Stadtbild.

Endgültige Entscheidung steht noch aus

Eine abschließende Entscheidung ist noch nicht gefallen, der Neubau könnte wohl frühestens 2024 starten. Im Dezember dieses Jahres soll in den Rathäusern beider Städte nochmals über die Neubaupläne diskutiert werden. Auch das Planfeststellungsverfahren ist noch nicht angelaufen – bis spätestens 2030 wollen jedoch die Städte das Projekt abgeschlossen haben. Denn dann findet in Ulm die Landesgartenschau statt.

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