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Widerstand gegen geplanten Zugverkehr durchs Höllental | BR24

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Gegen eine mögliche Reaktivierung der Zugstrecke durch das Höllental im Frankenwald formiert sich Widerstand. Das "Bündnis Höllental" spricht sich klar gegen diese Überlegungen aus.

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Widerstand gegen geplanten Zugverkehr durchs Höllental

Seit Jahren existieren Pläne zur Reaktivierung der Bahnstrecke im Höllental, die nach der Teilung Deutschlands stillgelegt wurde. Eine Petition fordert nun das Ende der Planungen. Der von Naturschützern geforderte Tunnel stößt auf keinen Konsens.

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Von
  • Annerose Zuber

Gegen die Pläne für eine eventuelle Reaktivierung des Bahnverkehrs durchs Höllental im Frankenwald formiert sich jetzt Widerstand. Anwohner und Firmen haben das "Bündnis Höllental" gegründet und eine Petition gegen den Bahnverkehr gestartet.

"Bündnis Höllental" ist gegen aktuelle Pläne zur Bahnstrecke

Ziel sei es, dass der Bayerische Landtag den Plänen des Ministerpräsidenten von Thüringen, Bodo Ramelow (Linke), für eine Reaktivierung eine klare Absage erteilt. Dies erklärte Tobias Schütze, Sprecher des "Bündnis Höllental", auf BR-Anfrage. Es gehe um das Naturschutzgebiet in dem Frankenwald-Tal. Die Gegner der Bahnstrecke verweisen auf die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt des Höllentals, das als sogenanntes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) besonders schützenswert sei.

Naturschützer plädieren für Tunnel-Lösung

Dass es sich dabei um das größte Naturschutzgebiet des Landkreises Hof handelt, betont auch Wolfgang Degelmann, Geschäftsführer des Bund Naturschutz (BN) Hof. Die BN-Kreisgruppe hat ebenso wie der Landesbund für Vogelschutz (LBV) den Reaktivierungsplänen schon seit Jahren eine Absage erteilt, aber jüngst als mögliche Alternative einen Tunnel ins Gespräch gebracht.

Das wiederum lehnt der Verein "Verkehrsinitiative Höllennetz" vehement ab. Er macht sich seit rund 20 Jahren für die Reaktivierung der Höllental-Bahn stark und bekommt dabei auch Unterstützung von einer Papierfabrik im thüringischen Blankenstein und dem Ministerpräsidenten Ramelow. Dieser hatte zum Beispiel im März in seiner Rede zum Politischen Aschermittwoch seinen bayerischen Amtskollegen Markus Söder (CSU) zu einem gemeinsamen Spaziergang durchs Höllental aufgefordert:

"Lass uns doch mal gemeinsam den Weg durch die Hölle gehen (...) bis nach Jena, an den Bahnhof 'Paradies'. Und dort können wir umsteigen in die Straßenbahn – und die Straßenbahn fährt uns dann ins 'Himmelreich'. Mehr kann ich als Linker der CSU nicht anbieten." Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen

Anwohner wären von Reaktivierung der Bahnstrecke betroffen

Das Verkehrsministerium in Bayern hat schon vor längerem erklärt, dass weder beim Personen- noch Güterverkehr ein Bedarf für die Reaktivierung dieser Nebenstrecke bestehe. In der Petition verweist das neu gegründete "Bündnis Höllental" auf weitere Auswirkungen einer Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Marxgrün im Landkreis Hof und Blankenstein in Thüringen. Der Abschnitt war nach dem Krieg stillgelegt worden. Laut der Petition würden auch Anwohner in Nachbarstädten wie Naila, Selbitz und Hof von Lärm und Baumaßnahmen betroffen sein.

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Gegen den geplanten Zugverkehr durch das Höllental hat sich Widerstand formiert.

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