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Laut dem aktuellen Waldzustandsbericht geht es dem deutschen Wald so schlecht wie lange nicht.

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Wettlauf gegen die Zeit: Waldbesitzer müssen den Forst umbauen

Der Borkenkäfer hat sich in Oberfrankens Fichten gebohrt. Befallene Bäume müssen schnell entfernt werden. Ein Wettlauf gegen die Zeit: Kommen die Förster zu spät, geht der Beutezug der Käfer weiter. Doch das ist nicht das einzige Problem im Wald.

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Von
  • Sandra Jozipovic
  • BR24 Redaktion

Ein Wald im Paradiestal bei Bamberg. An manchen Stellen ragen vereinzelt nur noch Baumgerippe in den Himmel. Viele Fichten und Kiefern sind abgestorben. Stämme liegen aufgeschichtet am Waldrand. Der Wald ist im Umbau.

"Ja, außenstehend vom Wald denkt man, der Wald ist gesund – man sieht es hier hinten eindeutig. Die Krone ist grün. Von außen schön anzusehen. Wenn man tiefer in den Wald hineinsieht, sieht man im mittleren Stammbereich, dass jetzt die Rinde runter fällt." Patrick Hammerschmitt, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Bamberg

Staatsforsten melden Millionenverlust im Wald

Der Borkenkäfer sei im Herbst eingeflogen und habe etliche Bäume befallen. Jetzt, nach dem Frost, falle deshalb die Rinde von den Bäumen. Bereits im vergangenen Jahr meldeten die Bayerischen Staatsforsten wegen des Klimawandels und hohen Borkenkäferbefalls einen Millionenverlust beim Holzverkauf. In Teilen Oberfrankens gelten bis zu 90 Prozent der Wälder als zerfressen.

Patrick Hammerschmitt, der Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Bamberg, zeigt die Gänge, die sich der Borkenkäfer unter der Fichten-Rinde gebohrt hat. Bis Ende März müssen die befallenen Bäume raus aus dem Wald, bevor der Käfer wieder aktiv wird und weitere Bäume befällt. Auch die Kontrolle der Nachbarbestände sei wichtig. Wenn sich ein derartiges Bild zeige, müsse schnell reagiert werden.

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Der Borkenkäfer hat sich in die Fichten gebohrt. Befallene Bäume müssen schnellstmöglich entfernt werden. Ein Wettlauf mit der Zeit.

Sträucher entwickeln sich zum Problem im Wald

Waldbesitzer Volker Will schaut nach seinen kniehohen Setzlingen. Er sieht Probleme auf sich zukommen. Die Verstrauchung durch Blaubeeren und Brombeeren sorge dafür, dass Pflanzen Probleme haben anzuwachsen oder sich zu entwickeln. Denn die Büsche nehmen den jungen Bäumen das Licht. Die Sträucher müssen also regelmäßig entfernt werden.

Neue Baumarten sollen den Wald retten

Die neu gepflanzten Bäume sollen einmal resistenter sein gegen die Trockenheit, sagt der Förster Gregor Schiesl vom Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten. Eine gesunde Mischung sei derzeit das Mittel der Wahl.

"Das sind hauptsächlich heimische Laubbaumarten, die wir hier anwenden. Das sind Edellaubbäume, sagen wir der trockenen Variante, dazu zählt die Vogelkirsche, dazu zählt die Elsbeere, dazu zählt der Speierling, die Buche nicht zu vergessen. Natürlich auch die Eiche auf trockenen Standorten." Gregor Schiesl, Förster

Freistaat fördert den Waldumbau

Das Pflanzen von neuen Bäumen und die Aufarbeitung von Käferholz bei den Waldbesitzern wird vom Freistaat Bayern gefördert. Man starte das größte Wiederaufforstungsprojekt in der Geschichte der Bundesrepublik und stelle dafür insgesamt 1,5 Milliarden Euro bereit, sagte Klöckner vergangenen Oktober gegenüber dem BR.

Wald für nächste Generationen erhalten

Die Investition müsse jetzt getätigt werden – dann brauche es viel Geduld, sagt der Waldbesitzer Volker Will. Bis sich die neu angepflanzten Bäume bemerkbar machten, dauere es einige Jahre. Die Baumarten werden in Zukunft nicht mehr die gleichen sein. Aber durch die Aufforstung könne der Wald immerhin für die nächste Generation erhalten werden.

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