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Regenbogen am grauen Himmel in Troisdorf bei Bamberg am 25. Mai 2021.

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    Wetter im Frühjahr 2021: Eine Bilanz voller Superlative

    Der Frühling dieses Jahr war so "greißlig" kalt wie seit 24 Jahren keiner mehr, der April sogar so frostig wie zuletzt vor 83 Jahren. Sonne im Mai 2021? Fehlanzeige! Dafür Wind ohne Ende. Und es gab noch weitere Superlative.

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    Von
    • Michael Sachweh

    Das Wetter war für uns in diesem Frühjahr oft alles andere als super. In den Annalen der Klimastatistik spielt das Frühjahr 2021 ganz oben in der Liga der Superlative.

    In der meteorologischen Statistik wird als Frühjahr die Zeit vom 1. März bis 31. Mai als Frühjahr definiert. Als Übergangszeit zwischen Winter und Sommer bieten uns diese Monate für gewöhnlich immer seltener Schnee und Frost und dafür immer häufiger frühlingshafte Temperaturen von 20 Grad und mehr, mitunter auch mal eine länger anhaltende Schönwetterperiode mit sommerlichen Temperaturen. Normalerweise.

    Doch nicht in diesem Jahr. Wir erlebten ein Frühjahr, das sich weder an den langfristigen Trend zu höheren Temperaturen hielt noch sonst in irgendeiner Weise berechenbar war. Es war - auf gut boarisch gesagt - "greißlig".

    Extrem seltene Unterkühlung

    Alle drei Frühjahrsmonate waren kälter als normal. Die Unterkühlung beträgt insgesamt zwei Grad. Das ist sehr, sehr selten, wie die Statistik zeigt. Wir müssen 24 Jahre in den Wetteraufzeichnungen zurückgehen, um auf ein noch kälteres Frühjahr zu stoßen.

    Und wie sieht es mit länger anhaltenden Schönwetterperioden mit 20 Grad und mehr aus? Fehlanzeige. Tiefs und Zwischenhochs in flottem Wechsel sorgten für sehr wechselhaftes Wetter, angetrieben oft von stürmischen Winden in der höheren Atmosphäre (Jetstream). Das Frühjahr 2021 geht als Frühjahr ohne Frühling in die Annalen ein.

    Trockener März und April

    Der März war etwas kühler als normal. Problematisch war aber vor allem der Niederschlag. Der blieb oft aus. Mit durchschnittlich 43 Litern pro Quadratmeter wurde nur 68 Prozent des Solls erreicht. Das trieb unseren Bauern die Sorgenfalten auf die Stirn.

    Der April brachte leider nicht das ersehnte Nass. Im Gegenteil. Die Trockenheit verschärfte sich. 31 Liter pro Quadratmeter wurden im bayernweiten Durchschnitt registriert. Viel zu wenig, gerade mal 45 Prozent der normalen Monatsmenge kamen damit zusammen.

    15 Frosttage im April

    Auch wer nicht von der Landwirtschaft lebt, wird diesen Monat mit Sicherheit nicht in angenehmer Erinnerung behalten. Mit einer Mitteltemperatur von 5,9 Grad war dieser Monat der kälteste April seit 24 Jahren. Blicken wir auf die Anzahl der Tage, an denen Frost registriert wurde, wirds noch greißliger: Eine stattliche Menge von 15 Frosttagen kommt da zusammen. Der April 2021 erweist sich in Bayern als der frostigste April seit 83 Jahren!

    Kältester Mai seit 30 Jahren

    Alle Hoffnungen klammerten sich Ende April auf einen wohlverdienten Wonnemonat. Auch die Statistik gab Hinweise darauf, dass es eigentlich ein schöner Monat werden könnte. "Ausgleichsneigung der Atmosphäre" heißt das Stichwort. Doch unsere Atmosphäre läuft auch im Mai Amok. Mit einer Durchschnittstemperatur von rund zehn Grad fiel dieser Monat drei Grad zu kalt aus. Wir verzeichnen den kältesten Mai seit 30 Jahren. Tage mit 20 Grad und mehr waren sehr selten. In Nürnberg waren es derer gerade mal drei, so wenige wie zuletzt im Jahr 1962.

    Starker Wind wie seit 75 Jahren nicht mehr

    Als ob das nicht schon atmosphärisches Ungemach genug ist, wurden wir zudem von einem ungewöhnlich lebhaften Wind gebeutelt, der uns die Temperaturen noch kälter erscheinen ließ als sie ohnehin schon waren. Bayern verzeichnet 2021 den windigsten Mai seit es halbwegs verlässliche Windregistrierungen gibt - das heißt seit mindestens 75 Jahren!

    22 Regentage im Mai

    Und nun zum Regen. Der kam reichlicher und öfter als es uns recht ist - ausgerechnet in einer Zeit, in der Veranstaltungen unter freiem Himmel und Außengastronomie mehr und mehr möglich sind. Mit durchschnittlich 124 Liter auf den Quadratmeter kamen 40 Prozent mehr Wasser vom Himmel, als es die Norm in Aussicht stellt. Noch nerviger war aber die Regenhäufigkeit. Der Mai 2021 bescherte uns 22 Tage mit Regenfällen. Das ist ungewöhnlich viel. München verzeichnete zum Beispiel so viele Tage mit Regen wie seit 1965 nicht mehr.

    Dürregefahr gebannt

    Was des einen Leid ist des anderen Freud. Die Sorgenfalten auf der Stirn unserer Bauern haben sich inzwischen in Wohlgefallen aufgelöst. Endlich ist die Dürregefahr vom Tisch. Der sogenannte "Dürremonitor Deutschlands" signalisiert Ende Mai eine ausreichende Wasserversorgung in Bayerns Böden.

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