Folgen des Hagels im Kreis Miesbach.

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Unwetternacht: Hagel und Starkregen vor allem in Oberbayern

Unwetternacht: Hagel und Starkregen vor allem in Oberbayern

Mehrere Gewitterzellen sind am Montag und in der Nacht über Teile Bayerns gezogen. Im oberbayerischen Kreis Miesbach fielen golfballgroße Hagelkörner und Autoscheiben gingen zu Bruch. Insgesamt musste die Polizei selten ausrücken.

Mehrere Gewitterzellen sind am Montag und in der Nacht zum Dienstag über Teile Bayerns hinweggezogen. Sie machten sich zunächst im Alpenraum bemerkbar und zogen in rascher Folge nordostwärts. Bereits am Montagnachmittag zeigte sich das Unwetter mit Starkregen und Wind. Immer wieder hagelte es heftig, etwa am Walchensee, am Tegernsee, Nußdorf am Inn oder in Grassau, in sozialen Medien sind teils golfballgroße Hagelkörner zu sehen.

Hagelflieger "eiskalt erwischt"

Dass der Niederschlag derart intensiv war, hat auch die Rosenheimer Hagelflieger überrascht. Sie sind bei Unwettern unterwegs, um die Wolken mit Silberjodid zu präparieren. Das kann verhindern, dass sich Hagel bildet, war beim Gewitter am Montag allerdings nicht möglich. Man sei „eiskalt erwischt worden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Rosenheim. Tatsächlich gelang es den Hagelfliegern nach eigenen Angaben nicht, die Wolken richtig „zu impfen“. Im Einsatz waren zwei Flugzeuge, die allerdings nicht den jeweils idealen Bereich des Gewitters anfliegen konnten, wegen tiefhängender Wolken, Regen und fehlenden Aufwinden. Gegen 21 Uhr beendeten die Hagelflieger den dritten Einsatz wegen zunehmender Dunkelheit.

Doch zwei Verletzte nach Blitzeinschlag in Haus in Piding

In Piding im Landkreis Berchtesgadener Land schlug ein Blitz in ein Mehrfamilienhaus ein. Wie das Bayerische Roten Kreuz am Dienstagnachmittag berichtete, wurden doch zwei Menschen verletzt. Gegen 22.30 Uhr habe der Blitz mit einem weit hörbaren Knall in das etwa zehn Jahre alte Haus eingeschlagen. Durch die elektrische Entladung sei eine 42-jährige Frau verletzt worden, ein gleichaltriger Mann durch den lauten Knall. Beide kamen ins Krankenhaus. Die umliegenden Feuerwehren konnten den am Dachstuhl entstandenen Brand so rasch bekämpfen, dass ein größerer Schaden am Haus verhindert werde konnte.

Insgesamt gab es aber kaum unwetterbedingte Polizeieinsätze in der Nacht.

Blitz schlägt in Scheune ein

Im Ort Hollenbach im Landkreis Aichach-Friedberg in Schwaben hatte am Abend ein Blitz in einen Stadel eingeschlagen, das dort gelagerte Stroh und Heu entzündete sich und der Stadel brannte komplett ab. Die umliegenden Feuerwehren waren von etwa 20.30 Uhr bis 0.45 Uhr vor Ort, um das Feuer zu löschen. Aktuell ist noch eine Brandwache vor Ort. Den entstandenen Sachschaden beziffert die Polizei auf rund 750.000 Euro.

DWD-Meteorologe: "Dampf im Kessel"

In vielen Regionen Deutschlands müssen sich die Menschen auch in den kommenden Tagen auf Unwetter einstellen. Bis zum Wochenende kann es laut Deutschem Wetterdienst in weiten Teilen des Landes zu heftigem Starkregen, schweren Sturmböen und Hagel kommen.

"Es ist weiterhin Dampf im Kessel, denn an der eingefahrenen Wetterlage ändert sich quasi nichts", so ein Meteorologe des DWD. Ursache für die hohe Gewittergefahr sind ein Tiefdruckgebiet bei den Britischen Inseln und ein Hochdruckgebiet über Osteuropa. Sie sorgen dafür, dass aus Süden und Südwesten feuchte Mittelmeerluft nach Deutschland zieht. Genau über Deutschland liege dann eine Luftmassengrenze, in deren Bereich es immer wieder zu Schauern und Gewittern mit Unwetterpotenzial kommen könne.

Hohe Temperaturunterschiede

Heute Nachmittag dürften sich vor allem in der Südhälfte Deutschlands wieder Gewitter und Unwetter zusammenbrauen, die dann in der Nacht zum Mittwoch in den Norden ziehen. Am Mittwoch soll es laut Wetterdienst fast in ganz Deutschland recht unbeständig bei schwülwarmen Temperaturen werden.

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