Ein Wintertag in Tutzing am Starnberger See
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Ein Wintertag in Tutzing am Starnberger See

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Minus 20 Grad: Kältewelle könnte auf Bayern zukommen

Kalt ist es in Bayern - und dabei bleibt es in den nächsten Tagen. Auch Schnee könnte hier und da noch fallen. Das ist aber gar nichts verglichen mit der Kältewelle, die Meteorologen im Februar für möglich halten, wenn die Großwetterlage mitmacht.

Während die ersten Tage des neuen Jahres deutlich zu warm waren, und für die erste Januardekade vom 1. bis 10. des Monats neue Temperaturrekorde in Bayern aufgestellt wurden, kam in den letzten Tagen der Winter zurück. Weite Teile des Freistaats sind "angezuckert" oder haben eine Schneedecke von einigen wenigen Zentimetern. Und im Bergland kam einiges an Neuschnee zusammen. Das alles bei winterlichen, der Jahreszeit entsprechenden Temperaturen um den Gefrierpunkt mit mäßigen Nachtfrösten.

Vorerst bleiben die Temperaturen winterlich

In der kommenden Woche setzt sich unter Hochdruckeinfluss recht ruhiges, in den Niederungen oft trübes oder bewölktes Wetter durch. In den Bergen wird es freundlicher mit teils längeren sonnigen Abschnitten. Donnerstag und Freitag kann es möglicherweise hier und dort etwas schneien.

Bei den Temperaturen ändert sich im Vergleich zu den vergangen Tagen wenig, somit bleibt es winterlich kalt. Für kommenden Sonntag und Montag kann es unter Tiefdruckeinfluss zeitweise zu Schnee, Schneeregen und in tiefen Lagen auch zu Regen kommen, bei dann leicht steigenden Temperaturen. Aber das ist noch recht unsicher.

Wetterküche am Nordpol kann eisige Kälte bringen

Aus den derzeit winterlichen Temperaturen könnte Mitte Februar dann aber sogar eine regelrecht eisige Kälte mit verbreitetem Dauerfrost und strengen Nachtfrösten bis zu -20 Grad werden.

Um zu verstehen, warum das so ist, müssen wir unseren Blick in Richtung Nordpol und zum Polarwirbel richten. Nach einigen Berechnungen kommt es in den nächsten Tagen bis Ende des Monats am Nordpol zu einer deutlichen Erwärmung in der Stratosphäre, also in Lagen zwischen etwa 15 bis 50 Kilometern Höhe. Hier herrschen normalerweise Temperaturen von bis zu -80 Grad, in der nächsten Zeit soll es aber zu einer "deutlichen Erwärmung" auf Temperaturen zwischen -10 und -30 Grad kommen.

Kältewelle - Arktische Luft für Europa?

Kommt es dazu, wird nach sich einiger Zeit diese Warmluft am Nordpol von der Stratosphäre in tiefere Luftschichten durchsetzen, und es kann sich in den folgenden Tagen dort ein Hochdruckgebiet ausbilden. Dadurch schwächt sich der Polarwirbel ab oder er spaltet sich sogar auf - es kommt zu einem sogenannten Polarwirbelsplit. Dann ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es zu einem Ausbruch arktischer Kaltluft kommt. Das heißt, aus dem gestörten oder gesplitteten Polarwirbel kann die Kaltluft vom Nordpol aus weit in den Süden vorstoßen und dort für eisige Temperaturen sorgen.

Dieser Kaltluftausbruch kann in Nordamerika, in Asien oder aber auch bei uns in Europa passieren - aber es ist nicht vorhersagbar, wo dies geschieht. Denn dabei spielt die jeweilige Großwetterlage eine große Rolle. Damit die arktische Kaltluft zu uns nach Europa strömen kann, müsste sich zum Beispiel ein kräftiges Hoch über Nordeuropa und Skandinavien bilden, das die arktische Kaltluft anzapft und über den Westen Russlands, das Baltikum und Osteuropa zu uns führt.

Bis zu -20 Grad sind möglich

Dies hätte zur Folge, dass es bei uns bei lebhaften und eisigen Ostwinden bitterkalt wird mit Dauerfrost und Tiefstwerten von bis zu -20 Grad, ähnlich wie Ende Februar 2018. Mit ergiebigen Schneefällen ist dabei aber nicht zu rechnen, da die Luft über das osteuropäische Festland zu uns strömen würde und somit keine Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Ebenso denkbar ist aber auch, dass sich Mitte Februar eine Westwindwetterlage einstellt, mit der Tiefs vom Atlantik nach Mittel- und Nordeuropa ziehen, die milde Luftmassen vom Atlantik zu uns führen. Die arktische Kaltluft würde uns dann nicht erreichen.

Da wir jetzt noch nicht sagen können, welche Wetterlagen uns Mitte Februar ins Haus stehen, bleibt vorerst nur eins: Abwarten und Tee trinken.

Video: Temperatur-Stress für Pflanzen und Tiere

Bildrechte: BR

Igel

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