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"Aprilesker" Mai: Das lange Eisheiligen-Wochenende bleibt wechselhaft und kühl.

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    Eisheiligen-Wochenende: Das Wetter bleibt kühl und wechselhaft

    Der Mai spielt weiterhin April: Nach dem kurzen Sommer-Intermezzo bleibt es nun erst mal kühl und eher nass. Immerhin müssen die Landwirte keinen Frost befürchten. Und die Dürregefahr ist vorerst auch vom Tisch.

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    Von
    • Michael Sachweh

    Der Mai gebärdet sich in diesem Jahr derart launenhaft, dass eine neue Wortschöpfung förmlich auf der Zunge liegt: aprilesk. Er begann wechselhaft und windig mit Regen und kühlen Temperaturen, in mancher Nacht schaffte es das Quecksilber gar unter die Nullgradmarke. Samstag bis Montag dann der rekordverdächtige Wärmeschub: Der Frühling wurde praktisch übersprungen und wir erlebten gleich hochsommerliche Wärme mit Höchstwerten bis zu 30 Grad.

    Eisheilige grüßen feucht und kühl - Landwirte können aufatmen

    Seit gestern haben Tiefdruckgebiete wieder die Regie übernommen und es kommt zu länger anhaltenden Regenfällen bei kühlen Temperaturen. Die Eisheiligen lassen grüßen.

    Inzwischen ist das in März und April aufgebaute Regendefizit in Bayern nahezu ganz ausgebügelt und die vieldiskutierte Dürregefahr vom Tisch. Zur Freude der Landwirte, denn in keinem Monat im Jahr sind ausreichende Regenfälle so wichtig für die Natur wie im Mai - was in der bekannten Bauernregel zum Ausdruck kommt: "Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun’ und Fass".

    Aber: Frost bis Ende Mai möglich

    Regen und kühle Temperaturen sind also ein Segen für Landwirtschaft und Natur. Doch allzu kalt darf's auch nicht werden, besonders Gärtner und Winzer fürchten Kälterückschläge im Mai, die noch einmal Frost bringen können: "Vor Nachtfrost bist du sicher nicht, bevor Sophie vorüber ist".

    Gemeint ist die heilige Sophia ("kalte Sophie"), derer man am 15. Mai gedenkt und die die Eisheiligen-Periode abschließt. Anmerkung des Meteorologen: Diese Regel von der Möglichkeit letzter Fröste im Mai, praktisch eine dem Pflanzenschutz dienende Warnung, ist sehr alt. Sie stammt aus der Zeit vor der Gregorianischen Kalenderreform und ist deswegen im Grunde genommen erst 10 Tage später gültig. Und in der Tat zeigt die Wetterstatistik, dass die Gefahr von Bodenfrost erst in der letzten Maidekade deutlich zurückgeht.

    Trübe Aussichten: Es bleibt regnerisch

    Der Blick auf die aktuellen Wetterprognosen bringt eine gute Nachricht: Die Frostgefahr in Bayern ist mit großer Wahrscheinlichkeit für den Rest des Monats gebannt. Die weniger gute: Vom Wetter, das einem Wonnemonat würdig ist, sind wir meilenweit entfernt. Und das nicht nur an diesem verlängerten Wochenende sondern auch in der nächsten Woche.

    Tiefdruckgebiete führen vom Atlantik immer wieder kühle Meeresluft heran und es kommt zu Regenfällen. Dabei sind der heutige Mittwoch und der Himmelfahrtstag die trübsten Tage mit teils länger anhaltenden Regenfällen. Regenschwerpunkt ist Ostbayern mit rund 15-25 Liter/m² in dieser Zeit. In den folgenden Tagen fällt der Regen eher in Form einzelner Schauer, zwischendurch sind durchaus auch mal längere sonnige Abschnitte drin.

    Und es bleibt kühl

    Die Erwärmungskraft der Sonne gleicht in diesen Tagen der von Anfang August. Bei dem anhaltend unbeständigen Wetter atlantischer Prägung kann sie ihr Potenzial aber nicht ausspielen. Auch in Wetterphasen mit einem längeren sonnigen Intermezzo bleibt die 20 Grad - Marke unerreichbar.

    Die Eisheiligen im Sinne des Wortes fallen in diesem Jahr zwar aus, machen aber als "Kaltheilige" von sich reden. Zwischen 13 und 18 Grad liegen die Tageshöchstwerte. Als ob das nicht schon frisch genug wäre, wird ein oft lebhafter Wind dafür sorgen, dass uns die Luft noch kälter vorkommt.

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