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Sommerbeginn und verregneter Mai

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Diesen Mai brauchte wettermäßig (fast) keiner

Mit 22 Regentagen hat der Mai den vielerorts erwünschten Niederschlag gebracht. Doch zuvor war es bayernweit extrem trocken - und kalt wie seit 24 Jahren nicht mehr. Mit dem 1. Juni beginnt nun die meteorologisch neue Zeitrechnung: die Sommerzeit.

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Von
  • Arno Trümper

Anfang Juni schaltet die Atmosphäre auf Sommermodus um, erklärt BR-Wetterexperte Michael Sachweh. Das bedeutet, die Sonne entwickelt jetzt ausreichend Kraft, um dauerhaft für Temperaturen über 20 Grad zu sorgen. Darum haben sich die Meteorologen weltweit auf den Sommerbeginn am ersten Juni geeinigt. Das ist 21 Tage früher, als der ebenfalls international festgelegte kalendarische Sommerbeginn. Der richtet sich nach der Sommersonnenwende, am 21. Juni. Dann ist in den Augen der Meteorologen aber längst schon Sommer!

Es war eine lange Schlechtwetterperiode

Entsprechend dauert für die Meteorologen das Frühjahr vom 1. März bis zum 31. Mai. Das war in diesem Jahr im Durchschnitt etwa zwei Grad zu kühl. Ursache für diese niedrigen Temperaturen waren stürmische Winde in der höheren Atmosphäre, der sogenannte Jetstream.

Der sorgte auch für den schnellen Wechsel des Wetters, mit vielen Tiefs und Zwischenhochs. "Frühjahrswetter" gab es im Jahr 2021 nicht, so sehen das auch die Wetterprofis.

Zu kalt aber auch zu trocken

Der Trend der letzten Jahre, zu immer neue Temperaturrekorden, hat sich in diesem Frühjahr also nicht bestätigt. Ein anderes Phänomen, das ebenfalls mit dem Klimawandel zusammenhängt, war dafür umso deutlicher: Der Niederschlag blieb zunächst aus. Mit durchschnittlich 43 Litern pro Quadratmeter wurde nur 68 Prozent des Üblichen im März erreicht und auch der April brachte keine Besserung. Im Gegenteil. Die Trockenheit wurde schlimmer. 31 Liter pro Quadratmeter, waren der bayernweite Durchschnitt. Gerade mal 45 Prozent der normalen Monatsmenge kamen damit zusammen.

Erst im Mai wurde es besser, zumindest aus Sicht der Bauern und Förster: Mit durchschnittlich 124 Liter auf den Quadratmeter kamen 40 Prozent mehr Wasser vom Himmel, als im Durchschnitt der letzten Jahre. Das bedeutete 22 Regentage, so viele wie seit dem Jahr 1965 nicht mehr. Wen es tröstet: Die Dürregefahr ist damit gebannt.

Bringt der Sommermodus besseres Wetter?

Wenn die Atmosphäre ab erstem Juni also in den Sommermodus schaltet, bedeutet das auch ein Ende des schlechten Wetters? Das vergangene, schöne Wochenende legt diese Hoffnung nahe. BR-Wetterexperte Michael Sachweh ist optimistisch, auch wenn er grundsätzlich vorsichtig ist, was Langzeitprognosen betrifft. "Wir werden auch mit perfekten Hochleistungsrechnern es nicht schaffen, ganze Jahreszeiten prognostisch in den Griff zu bringen. Man kann höchstens sagen, nach diesem, auf gut Bayrisch, greisligen Mai: jetzt muss einmal das Pendel in der Atmosphäre in die andere Richtung ausschlagen. Mein Bauchgefühl sagt es eigentlich auch, dass die Wahrscheinlichkeit deutlich steigt, dass wir jetzt auch längere Schönwetterperioden haben."

Die kommenden Tage werden tatsächlich relativ sommerlich bleiben: Temperaturen bis 27 Grad und ab Mitte der Woche ein Sonnen/Wolken/Mix, höchstens einmal lokale Niederschläge, nachmittags oder am Abend.

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