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Am Wochenende wird's warm - jetzt wirklich! | BR24

© pa / dpa

Von Eis überzogene Pflanzen in der Nähe von Volkach

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    Am Wochenende wird's warm - jetzt wirklich!

    Der Februar wartet mit Wetterkapriolen auf: Kaum hatte man sich auf ungewohnte Wärme eingestellt, kam ein Kälteeinbruch - und am Wochenende soll es wieder frühlingshaft werden! Unser Experte mit einer auch persönlichen Würdigung des Februar-Wetters!

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    Von
    • Michael Sachweh

    Eines steht jetzt schon fest: Dieser Februar 2021 wird mit seiner denkwürdigen Achterbahnfahrt der Temperaturen in die meteorologischen Annalen eingehen. Ein extremer Kaltlufteinbruch bescherte uns zur Monatsmitte fünf Tage lang strenge Nachtfröste von teils unter -20 Grad. Zuletzt wurde diese extreme Kälte am Morgen des Valentinstages gemessen.

    Und zehn Tage später, am kommenden Mittwoch, erwarten alle Wettermodelle übereinstimmend Tageshöchstwerte von 15 bis 20 Grad. Das macht bis zu 40 Grad Erwärmung innerhalb von nur 10 Tagen!

    Eine bioklimatische Herausforderung

    Von meinen Christrosenblüten abgesehen, die eine solche Achterbahnfahrt mühelos meistern, ist das schon eine echte bioklimatische Herausforderung. Nicht nur für uns Menschen. So schnupperte die Natur in der Wärmeperiode zu Anfang dieses Monats bereits einen Hauch von Frühlingsluft, wie uns etwa die blühenden Haselkätzchen zeigten. Der arktische Kälteschock in der Mitte des Monats bereitete dieser Entwicklung dann aber wieder ein jähes Ende.

    Eine gute Nachricht zumindest für die Allergiker: Laut den Pollenexperten des Deutschen Wetterdienstes vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung in Freiburg dürfte das Frühlingswetter zwar den Pollenflug beflügeln, doch von den kältegeschädigten und deshalb diesmal eher fluglahmen Haselpollen geht bei der zu erwartenden atmosphärischen Wärmewelle diesmal keine so große Gefahr aus.

    © BR / Michael Sachweh

    Können kompliziertes Wetter gut ab: die Christrosen unseres Wetterexperten

    Ein Frühlingseinbruch aus dem Bilderbuch

    Nun zum bayerischen Wetterdrehbuch der nächsten Tage, wie sie uns die Computermodelle dem heutigen Stand nach zeigen. Dabei verneigen wir uns voller Dankbarkeit vor der stabilen Hochdruckzone ILONKA, die für dieses Paradebeispiel eines Frühlingseinbruchs verantwortlich zeichnet.

    Am Samstagvormittag halten sich örtlich zähe Nebelfelder, auch ziehen im Tagesverlauf einige lockere Wolkenfelder über den Himmel. Insgesamt dürfen wir dem ersten Wochenendtag aber schon das Etikett "überwiegend freundlich" verpassen - auch dank zunehmenden Alpenföhns, der dem Alpenrand besonders viel Sonnenschein schenkt. Und die Temperaturen erreichen schon meist zweistellige Werte.

    Tagelang strahlt die Sonne vom Himmel

    Beim Blick auf das Wetter der folgenden Tage, reiben sogar wir Meteorologen uns ungläubig die Augen. Denn da steht uns, von kurzlebigen Frühnebelfeldern abgesehen, Sonnenschein von früh bis spät ins Haus. Und das von Sonntag bis mindestens Donnerstag. Dabei steigen die Temperaturen zunächst auf zehn bis 16 Grad.

    Der ungetrübte Sonnenschein und die südliche Herkunft der Luftmassen würden noch weitaus höhere Temperaturen zulassen, zumindest theoretisch. Doch die vielerorts noch feuchten Böden entziehen der warmen Luft Energie für ihre Abtrocknung und Verdunstung ("Verdunstungsabkühlung") - und wirken so als Hemmschuh für eine rasche Erwärmung. Erst ab Dienstag sind die Böden trocken genug und das Quecksilber schafft es auf 14 bis 18 Grad. Ja, ab der Wochenmitte sind örtlich auch 19 oder 20 Grad drin. In der Nähe der Alpen lebt immer wieder der Föhn auf.

    Saharastaub als Prognose-Risiko

    Erfahrene Meteorologen bekommen allerdings leichte Kopfschmerzen angesichts der großen Mengen an Saharastaub aus der marokkanisch-algerischen Wüste, die besonders von Montag bis Mittwoch den bayerischen Luftraum erobern. Sie bringen erfahrungsgemäß so manche "Sonne pur"-Prognose ins Wanken. Denn der Wüstenstaub ist in der Lage, hohe Wolkenfelder zu produzieren, sodass sich der Himmel entgegen der computergestützten Prognose plötzlich mit einer milchig-weißen Wolkenschicht überzieht, durch die die Sonne nur noch wie durch ein Milchglas hindurchschimmert.

    Leider sind die Computermodelle heutzutage noch nicht so gut, dieses Phänomen gut vorherzusagen. Einen Vorzug hat der Saharastaub mit seinen dünnen Schleierwolken aber: Ihm verdanken wir besonders spektakuläre Sonnenauf- und -untergänge mit einer wahren Farbsinfonie aus Gelb, Orange und flammendem Rot!

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