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Winterwetter in Bayern

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Schnee und Eis in Teilen Bayerns: Polizei rät zum Daheimbleiben

In Bayern führen Schnee und Eis zu Glätteunfällen auf den Straßen. Seit Freitag starben vier Menschen. Vor allem in der Landeshauptstadt kam es am Wochenende zu auffällig vielen Unfällen. Die Münchner Polizei rät daher, am besten daheim zu bleiben.

Der Schnee ist zurück im Freistaat und hat am Wochenende auf den Straßen zu mehr als 100 Unfällen geführt. Die Polizei warnt, im Zweifelsfall lieber zuhause zu bleiben. Auf den Pisten und in den Parks sorgt die weiße Pracht aber auch für Freude.

Tödliche Unfälle und viele Verletzte

Bereits am Freitag starben vier Menschen bei Frontalzusammenstößen: Die Unfälle bei Penzberg im Landkreis Weilheim-Schongau und Weißensberg im Landkreis Lindau endeten für drei Männer und eine Frau tödlich. Und in der Nacht auf Samstag ereigneten sich in Bayern laut Polizei mindestens 91 Unfälle auf schneeglatten Fahrbahnen, bei denen Menschen leicht verletzt wurden. Die Schadenssumme schätzt die Polizei auf rund 400.000 Euro.

Weitere Unfälle in der Nacht zum Sonntag

In der Nacht auf Sonntag kam rund ein Dutzend weiterer Unfälle mit Leichtverletzten hinzu. Das Auto eines Ehepaars stieß laut Polizei am Freitagnachmittag bei Penzberg frontal mit einem Transporter zusammen. Die beiden 71 und 74 Jahre alten Insassen kamen ums Leben. Ein acht Jahre altes Kind im Wagen des Paares wurde wie auch die beiden Menschen im Transporter leicht verletzt.

Auf der Bundesstraße 31 bei Weißensberg kamen ebenfalls zwei Menschen ums Leben. Ein 40-Jähriger war am Freitagabend aus bislang ungeklärter Ursache mit seinem Kleintransporter in den Gegenverkehr geraten und laut Polizei frontal in einen entgegenkommenden Sattelzug geprallt. Er und sein 38 Jahre alter Beifahrer wurden tödlich verletzt. Der Fahrer des Transporters erlitt leichte Verletzungen. Welche Rolle die Wetterverhältnisse bei den Unfällen spielten, war auch am Sonntag noch unklar.

Münchner Polizei: Bleiben Sie lieber zuhause

Derzeit kommt es auf Bayerns Straßen weiterhin zu Unfällen. Polizei und Lagezentren raten deshalb zur Vorsicht. Der Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums warnt die Bevölkerung: "Bitte überlegen Sie, ob Sie heute wirklich mit dem Auto fahren müssen!" Falls ja, sei es enorm wichtig, viel Zeit einzuplanen, angepasst zu fahren, den Fuß vom Gas zu nehmen und viel Abstand zum Vorausfahrenden zu halten.

Reihenweise Unfälle - meist Blechschäden

Im Dienstgebiet der Polizeiinspektion Miesbach kam es in der Nacht von Samstag auf Sonntag allein zu neun Unfällen mit einem geschätzten Gesamtschaden von rund 50.000 Euro. Jeder dieser Unfälle könne laut Polizei Miesbach auf die vorherrschende Schneeglätte zurück geführt werden. Gekracht hat es dann in Verbindung mit nicht angepasster Geschwindigkeit oder mangelndem Abstand.

Pkw kracht auf schneeglatter Fahrbahn frontal in Rettungswagen

Auf der schneebedeckten Straße bei Königsdorf im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen prallten am Samstag ein Auto und ein Rettungswagen frontal zusammen, nachdem der Fahrer des Pkw von der Fahrbahn abgekommen war. Die medizinischen Geräte im Rettungswagen wurden durch den Aufprall so stark beschädigt, dass sie nicht mehr genutzt werden können. Die beiden Rettungssanitäter, die ohne Patient auf der Rückfahrt vom Krankenhaus zur Rettungswache waren, wie der Fahrer des anderen Autos wurden leicht verletzt.

B2 musste am Abend gesperrt werden

Auf der B2 zwischen Alling und Puchheim kam es laut Polizei am Samstagabend zu erheblichen Problemen wegen einer spiegelglatten Fahrbahn. Es ereigneten sich mehrere Unfälle. Die B2 musste zwischen Alling und Puchheim Ort laut Polizei zwischen 19 Uhr und 20.30 Uhr sogar gesperrt werden, bis diese nach den Räum- und Streumaßnahmen des Winterdienstes wieder befahrbar war.

Die Polizeiinspektion Erding meldet ebenfalls eine "Welle an Glätteunfällen" zwischen Samstag und Sonntag. Diese reichten laut Polizei von kleineren Auffahrunfällen bis hin zu größeren Unfällen mit mehreren Beteiligten.

Unfälle in allen Teilen Bayerns

Oberbayern war besonders betroffen bei den Unfällen, gerade das Allgäu. Die übrigen Landesteile melden ebenfalls Unfälle, doch eher vereinzelt. Auch in Niederbayern und der Oberpfalz melden die Polizeiinspektionen mehrere Glätteunfälle.

Bei Bayerisch Eisenstein im Landkreis Regen rutschte etwa am Samstag ein 30-Jähriger mit seinem Pkw in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn. Dabei stieß er mit dem entgegenkommenden Auto eines 47-Jährigen zusammen. Der Beifahrer des Unfallverursachers wurde so schwer verletzt, dass er mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden musste. Alle anderen Insassen blieben unverletzt oder erlitten nur leichte Verletzungen. Ein 19-Jähriger überschlug sich mit seinem Pkw bei schneeglatter Fahrbahn. Der junge Mann wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Daneben gab es Blechschäden: In Frauenau rutschte ein Auto rückwärts gegen einen Telefonverteilerkasten, ein anderer rutschte gegen eine Verkehrsinsel.

Unfälle in Franken gingen glimpflich ab

In Oberfranken ist es nach den Schneefällen bis zum Mittag offenbar zu keinen größeren Verkehrsunfällen gekommen. "Für die winterlichen Verhältnisse ist es bei uns sehr ruhig geblieben", heißt es auf BR-Nachfrage etwa von der Polizei Hof. Auch die Einsatzkräfte in Wunsiedel und Bayreuth melden nur kleinere schneebedingte Unfälle im jeweils einstelligen Bereich.

In Bayreuth wurde am Samstagabend eine 33-jährige Autofahrerin bei einem Auffahrunfall an einer Ampel leicht verletzt, bei Rödental im Landkreis Coburg rutschte ein Mann mit seinem Pkw in einer Kurve von der schneebedeckten Staatsstraße in den Graben. Der 50-Jährige zog sich ebenfalls leichte Verletzungen zu.

Skigebiete atmen auf - auch kleinere Lifte in Betrieb

Auf der anderen Seite ermöglicht der Schneefall es jetzt auch kleineren Skigebieten, ihre Lifte anzuwerfen. Die Bergbahnen am Brauneck bei Lenggries haben gestern wieder mit dem Skibetrieb begonnen. Laut Betreiber sind an diesem Sonntag 14 von 21 Pisten offen, es liegen 50 Zentimeter Schnee. Auch im Skigebiet Winklmoosalm in den Chiemgauer Alpen bei Reit im Winkl ist der Skibetrieb nun wieder möglich.

Schnee statt Kunststoffmatten hieß es bei den Bergbahnen Hocheck in Oberaudorf. Mit 40 Zentimetern Schnee am Berg waren am Sonntag fast alle Lifte für den Skibetrieb geöffnet. Zuvor hatte sich der Betreiber bereits auf ausbleibenden Schneefall eingestellt und eine Piste mit Skimatten ausgelegt. Am Freitag sollte der Betrieb darauf starten. Nun sorgte das Winterwetter für ein wieder breiteres Angebot.

Und auch die Kinder freut das Winterwetter: In vielen bayerischen Parks werden nun wieder die Schlitten hervorgeholt und Schneemänner gebaut.

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Winterwetter in Bayern - München fährt Schlitten

Im Hochgebirge erhebliche Lawinengefahr

Vor allem in höheren Lagen herrschte auch am Sonntag zum Teil erhebliche Lawinengefahr. Oberhalb von 2.000 Metern im Allgäuer Hauptkamm, den Werdenfelser und Berchtesgadener Alpen lag die Lawinenwarnstufe weiterhin bei 3 von 5, wie der Lawinenwarndienst Bayern mitteilte. Kammnah und an windexponierten Bereichen könnten Schneebrettlawinen von einzelnen Menschen ausgelöst werden, hieß es. In felsdurchsetztem Steilgelände könnten sich Lawinen gar von selbst lösen.

Mit Informationen der Korrespondenten des BR und von dpa

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