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Bildrechte: picture-alliance/dpa Sebastian Konopka

Tiere Orientierung Kompass - Taube

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    Wertvolle Zuchttauben geklaut: "Da tut dir das Herz weh"

    Tauben im Wert von rund 15.000 Euro haben Unbekannte aus einem Taubenschlag in Demenricht (Lkr. Amberg-Sulzbach) gestohlen - ein Schock für den bekannten Züchter Hans Hirn. Er unterstützt die Polizei nun auch selbst bei der Suche nach den Dieben.

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    In Demenricht bei Schnaittenbach haben Unbekannte 75 Zuchttauben gestohlen. Die Diebe entwendeten die Vögel mit einem Gesamtwert von rund 15.000 Euro zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen, teilt die Polizei in Amberg mit. 

    Nicht für Wettbewerbe, sondern zur Zucht

    Nach Aussage des in der Szene bekannten Taubenzüchters Hans Hirn müssen sich die Täter gut mit Tauben auskennen, da nur besonders wertvolle Tiere entwendet worden sind. Für Hirn ist der Verlust nicht nur aus finanzieller Sicht schmerzhaft.

    "Das sind ja zehn, zwölf, vierzehn Jahre alte Tauben, mit denen man jeden Tag zu tun hat, die man so oft in der Hand gehabt hat. Das ist einfach das Ein und Alles." Hans Hirn, Taubenzüchter

    Zum Abtransport sperrten die Täter die Tauben fachgerecht in einen geeigneten Behälter, der sich im Taubenschlag befand. Allerdings: Freilassen können die Diebe die Vögel nicht, zumindest einige Tiere könnten womöglich zu ihrem eigentlichen Besitzer zurückfliegen. Der Züchter vermutet, dass die Tauben wohl deswegen gestohlen wurden, um selbst bessere Wettflug-Ergebnisse durch die Nachzucht zu erzielen. 

    Unersetzliche Tauben

    Besonders tragisch ist der Verlust der sogenannten Basistauben, mit denen Hirn eine gute Nachzucht erreicht hat. Die seien unersetzlich, so Hirn.

    "Da tut dir ja das Herz weh, wenn ich in den Taubenschlag geh und er ist leer und die Tauben sind einfach nicht mehr da. Sie können mir 100 Tauben hinstellen und ich kann ihnen von jeder Taube die Abstammung auf sechs Generationen zurück aus dem Kopf sagen." Hans Hirn, Taubenzüchter

    Nun versucht Hirn, seine Tauben wieder zurückzubekommen. "Die Hoffnung geb ich so schnell nicht auf", sagt Hirn. Er vermutet, dass seine Vögel nach Osteuropa geschafft wurden. Er selbst habe nun seine Fühler in der Züchter-Szene ausgestreckt und recherchiert, wer ein Interesse an den Tauben haben könnte. Und auch die Polizei ermittelt: Die Beamten konnten zahlreiche Spuren rund um das Grundstück feststellen und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.