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Bildrechte: Ulrich Reitenberger Bau GmbH

Gegen dieses geplante Bauvorhaben eines Ärztehauses wendet sich in Wertingen eine Bürgerinitiative.

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    Wertinger stimmen in zwei Bürgerentscheiden über Ärztehaus ab

    Am Sonntag stimmen die Wertinger in zwei Bürgerentscheiden über ein geplantes Ärztehaus ab, das ein privater Investor bauen möchte. Die Gegner stören sich vor allem an der Höhe des Gebäudes: Geplant sind bis zu elf Stockwerke.

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    Von
    • Tobias Hildebrandt
    • Florian Regensburger

    Ein ortsansässiger Bauunternehmer will auf dem Gelände der Wertinger Kreisklinik ein Ärztehaus bauen. Geplant sind bis zu elf Stockwerke für Arztpraxen, aber auch eine Apotheke, Wohnungen und eine Bäckerei.

    Bürgerinitiative fordert öffentlichen Träger

    Neben der Höhe des Gebäudes fürchten die Gegner des Bauprojekts, dass die öffentliche Hand dann keinen Einfluss mehr auf die Belegung des Gebäudes hätte und am Ende die nicht-medizinische Nutzung überwiegt, sprich: Es könnten vor allem Wohnungen statt Arztpraxen entstehen. Deshalb wünschen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative, dass ein Ärztehaus nur durch öffentliche Träger gebaut wird.

    Die Bürgerinitiative hatte in der Stadt mit rund 9.400 Einwohnern gut 2.000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen das Projekt gesammelt.

    Landrat und Bürgermeister pro Ärztehaus

    Für den Bau des Ärztehauses ist auf der anderen Seite die Mehrheit im Wertinger Stadtrat, der bereits einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan beschlossen hat. Bürgermeister Willy Lehmeier (FW) und der Dillinger Landrat Leo Schrell (FW), der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Kreisklinik ist, setzen sich für das Bauvorhaben ein. Das Projekt soll rund 16 bis 18 Millionen Euro kosten.

    Hoffnung auf Synergieeffekte mit dem Kreiskrankenhaus

    Schrell und Lehmeier sehen in dem geplanten Ärztehaus eine dringend nötige Stärkung der Klinik, die Verluste macht und nicht über alle medizinischen Abteilungen verfügt. Sie hoffen, dass niedergelassene Ärzte und das Krankenhaus so voneinander profitieren könnten. Patienten mit Beschwerden könnten so etwa auf kurzem Weg vom Krankenhaus zu den niedergelassenen Ärzten nach nebenan geschickt werden. Gleichzeitig könnten die Ärzte von dort medizinisches Gerät der Klinik - wie etwa Röntgengeräte - nutzen.

    Bürgerentscheid versus Ratsbegehren

    Zur Abstimmung stehen am Sonntag zwei Bürgerentscheide: Der von der Bürgerinitiative, die die Planungen der Stadt stoppen will. Dem entgegengesetzt gibt es ein Ratsbegehren. Darin stimmen die Wertinger darüber ab, ob die Stadt die Planungen für das Ärztehaus grundsätzlich weiterverfolgen soll.

    Die Wahllokale schließen um 18 Uhr, mit einem Ergebnis wird bis 21 Uhr gerechnet. BR24 wird berichten.

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