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Wertinger Medizincampus: Platz für Praxen und Klinikmitarbeiter | BR24

© BR/Judith Zacher

Um das kleine Wertinger Krankenhaus zu stärken, soll dort ein Medizincampus entstehen. Geplant ist die Ansiedelung von acht bis zehn Arztpraxen rund um das Krankenhaus. Ein Investor will hier entsprechende Praxen, Wohnungen und Parkplätze bauen.

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Wertinger Medizincampus: Platz für Praxen und Klinikmitarbeiter

Auf dem Land fehlen Ärzte: Mit diesem Problem kämpfen viele Regionen in Bayern. Im schwäbischen Wertingen soll ein Medizincampus dazu beitragen, die ärztliche Versorgung zu sichern – ein Neubau mit Praxen und Wohnungen für medizinisches Personal.

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Die ärztliche Versorgung auf dem Land sichern – stationär sowie ambulant: Das ist das Ziel des in Wertingen geplanten "Medizincampus". Diesen Campus in Form eines platzsparenden, elfstöckigen Gebäudes will ein örtlicher Investor direkt neben der Kreisklinik Wertingen errichten.

Medizincampus: Bereits interessierte Ärzte

Laut Entwurf der Firma Ulreich Reitenberger soll der Medizincampus Praxisräume für Haus- und Fachärzte beherbergen. Dem Investor zufolge haben sich bereits Ärzte gemeldet, die Interesse haben. In dem Neubau sollen auch Wohnungen für Schwestern und Pflegeschüler der Wertinger Krankenpflegeschule untergebracht werden. Auch Geschäfte wie ein Bäcker oder eine Apotheke sind im Medizincampus denkbar.

Ziel: Kommunale Trägerschaft der Kliniken behalten

Leo Schrell, Landrat des Kreises Dillingen an der Donau, sowie der Aufsichtsrat der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen unterstützen das Projekt. Schrell sagte, sein Ziel sei es, die beiden Krankenhäuser in kommunaler Trägerschaft zu erhalten. Durch die räumliche Nähe zwischen ambulanter Versorgung im Medizincampus und stationärer Versorgung in der Klinik sollen in Wertingen Synergieeffekte erzielt werden. Zudem soll das Projekt den Standort Wertingen für Ärzte, Patienten und Personal attraktiver machen.

Notaufnahmen "chronisch unterfinanziert"

Fachärzte seien schon jetzt Mangelware, erläutert Schrell. Nach seinen Worten kommen deswegen viele Patienten in die Notaufnahme. Das Problem: Notaufnahmen sind chronisch unterfinanziert, so der Landrat. Ein Rechenbeispiel von Uli Gerd Prillinger, dem Geschäftsführer der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen: Pro Patient in der Notaufnahme bekommt ein Krankenhaus eine Pauschale von gut 30 Euro. Die Behandlung kostet aber im Schnitt hundert Euro.

Landrat froh über Investor

Angesichts dieser Zahlen spricht der Dillinger Landrat davon, dass die kleinen Krankenhäuser von der Bundespolitik nicht mehr gewollt sind. Für die Versorgung der Bevölkerung vor allem auf dem Land seien diese allerdings unverzichtbar. Schrell ist daher froh über den Investor: Weder der Kreis noch die rote Zahlen schreibende Klinik könnten sich den Medizincampus leisten.

Stadt Wertingen begrüßt Medizincampus-Pläne

Die architektonischen Pläne für das Großprojekt liegen bereits vor. Allerdings müssten noch zahlreiche Gespräche mit der Stadt erfolgen, so der Investor. Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier begrüßt das Projekt jedoch ebenfalls ausdrücklich: Man wolle hier gut zusammenarbeiten.

© BR/Judith Zacher

Auf dem Land fehlen Ärzte: Mit diesem Problem kämpfen viele Regionen in Bayern. Im schwäbischen Wertingen soll ein Medizincampus dazu beitragen, die ärztliche Versorgung zu sichern - ein Neubau mit Praxen und Wohnungen für medizinisches Personal.